17/08/18: Welche dt. Fintechs haben „Traction“?, Figo freut sich, Der Ausverkauf

Welche deutschen Fintechs haben eigentlich schon „Traction“?

Gefühlt kann man dieser Tage mit keinem deutschen Fintech-Menschen auch nur fünf Minuten reden, ohne dass das Wort „Traction“ fällt. „Traction“? Dieser Begriff ist so fürchterlich neumodisch, dass einem fast nur ein ähnlich neumodischer Begriff wie „Momentum“ einfällt, wenn man nach einer  Übersetzung sucht. Welche deutschen Fintechs also haben dieses „Momentum“? Von außen schwer zu sagen. Wenn man es platt an der Kundenzahl festmacht – N26. Wenn man es am Ertragswachstum  festmacht- Auxmoney und Finanzcheck. Wenn man es an der Fantasie (und also an den Fundings) festmacht – Deposit Solutions und Solarisbank. Welche Indikatoren gibt es sonst noch? Vielleicht die Mitarbeiterzahl? Denn: Wenn SumUp diese Woche beinahe aus dem Nichts heraus verkündet, schon 1000 Mitarbeiter zu haben – ist das dann nicht auch ein Hinweis auf „Traction“? Jedenfalls: Wir haben einfach mal eine Liste erstellt, welche deutschen Fintechs bislang wie viele Mitarbeiter haben. Mag kein dolles Indiz für „Traction“ sein. Aber vielleicht ja auch nicht das allerdümmste. Voilà: Finanz-Szene.de

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Der Ausverkauf der deutschen Banken

Aha, jetzt wollen die Chinesen also bei der NordLB einsteigen (berichtet jedenfalls die „Wirtschaftswoche“). Merkt man da noch auf? Oder zuckt man nur noch mit den Schultern? Der Status quo ist ja ungefähr folgender: Im Norden warten Cerberus/Flowers geduldig, bis sich der BdB und der DSGV müdegestritten haben, während ebenfalls Cerberus im Südwesten (bei der Südwestbank) schon mal zeigt, was Sparpolitik ist – und Apollo im Nordwesten (bei der OLB) anfängt durchzuregieren. Derweil in Frankfurt? Klammert sich der Market-Cap-Schwächling Commerzbank an einen Weißen Ritter namens Bundesregierung, während der andere Coba-Großaktionär (also wiederum Cerberus) der anderen Frankfurter „Großbank“ (also der Deutschen Bank) neuerdings die Strategie diktieren darf, denn: Bei der Deutschen ist Cerberus ja auch mit drin. So läuft’s Business (um Franz Beckenbauer zu zitieren), 20 Jahre nach Ende der Deutschland AG und 10 Jahre nach Ende der deutschen Banken-Herrlichkeit. Und was ist jetzt mit den Chinesen? Die dürfen bei Hauck & Aufhäuser erst mal ein bisschen üben. Ob man ihnen am Ende auch die Schwergewichte anvertraut? Wenn nicht, dann halt den Heuschrecken. Oder den Franzosen. Wirtschaftswoche

News

Die Wirecard-Aktie ist gestern um weitere neun (oder waren es weitere 19 oder gar 90?) Prozent gestiegen, nachdem der vermutliche Dax-Aufsteiger Zahlen fürs zweite Quartal präsentiert hatte (Zahlen übrigens, von denen wir dachten, sie wären längst öffentlich, aber vielleicht täuschen wir uns ja). Bitte sehen Sie uns nach, dass wir in die allgemeinen „Hurra, endlich ein deutsches Gafa“-Gesänge nicht einstimmen. Lieber verweisen wir auf Hans-Jürgen Jakobs, der heute Morgen im „Handelsblatt“ klugerweise schreibt: „Wie das in solchen Fällen so ist: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg.“ Handelsblatt (Paywall)

Sonst noch was aus der Tech-Ecke? Ja: Das einzige deutsche Fintech, das unbekannter ist als sein eigenen Chef, also das André-Marseille-Bajorat-Fintech Figo, hat jetzt eine Bafin-Lizenz als Zahlungsinstitut. Für die News verweisen wir lapidar auf die Pressemitteilung, für die Hintergründe auf unsere Geschichte von vor ein paar Wochen: Finanz-Szene.de

Was nur tun mit den Filialen, bei denen sich weder das Offenhalten (zu geringe Umsätze) noch das Schließen (der Mietvertrag läuft noch) so richtig lohnt? Die Sparda-Bank Berlin hat da jetzt eine neue Idee, die für Menschen, die schon mal in einer größeren Postfiliale waren, so neu aber gar nicht klingt: In insgesamt 13 Zweigstellen in der Hauptstadt werden jetzt testweise Hermes-Paket-Shops eingenistet. Also irgendwie genauso wie bei Post und Postbank, halt nur umgekehrt. Springer Professional

Hat Cisco die DWS auf dem Gewissen? (und müssen wir selber bei der DWS ein bisschen Abbitte leisten? Sieht so aus. Denn wie „Bloomberg“ berichtet, sollen die zuletzt hohen Mittelabflüsse beim Asset Manager der Deutschen Bank eine direkte Folge der US-Steuerreform sein, die amerikanische Konzerne dazu verleitet, riesige Mengen Kapital in die USA zurückzuführen. So habe allein Cisco rund fünf Mrd. Euro bei der DWS abgezogen.  Bloomberg/DWS

Cool, die Deutsche Bank kann’s ja doch noch! Wiederum laut „Bloomberg“ haben die Fixed-Income-Hechte der Blaubank aus den Marktturbulenzen rund um die Lira-Krise einen Profit von 35 Mio. Euro geschlagen. Bloomberg

Und auch auf dem Arbeitsmarkt scheint die Deutsche Bank weiterhin tätig zu sein: Jedenfalls hat sie die neue geschaffene Position des Europachefs für das Wealth Management nicht etwa mit einem frischgebackenen Uni-Abgänger besetzt, sondern mit einem hochrangigen Credit-Suisse-Banker. Pressemitteilung

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„Fusionen erfolgreich anbahnen und umsetzen“: 44% aller Sparkassen und Volksbanken planen mittelfristig mit einer Fusion oder befinden sich aktuell in einer Fusion. Dies ergab die Horváth & Partners – Fusionsstudie des letzten Jahres. Auch in diesem Jahr führen wir dazu eine Umfrage durch. Nehmen Sie an unserer 5-minütigen Befragung teil und profitieren Sie von den exklusiven Studienergebnissen: https://hrvth.com/2lLWc6J

Linktipps

Wirecard ist jetzt der drittgrößte börsennotierte deutsche Finanzkonzern. Doch wer sind nochmal die anderen neun aus den Top-10? Manager Magazin

Die Fintech-Männer vom Paymentandbanking-Blog stellen endlich mal wieder einen Fintech-Buben von irgendeinem „Dieses Finanz-Startup ist mir unbekannt“-Finanz-Startup vor. Und zwar: Konstantin Werhahn von Bitwala. PAB

Um den Herbie-Chatbot der DKB ist es erstaunlich ruhig geworden, finden Sie nicht auch? Naja, muss nix heißen. Warum sich (andere) Banken trotzdem mit dem Thema befassen sollten, erklären die Kollegen von The Financial Brand

Und noch ein bisschen Inspiration aus der angelsächsischen Welt: Neulich hatten wir ja (meinen wir jedenfalls zu erinnern) einen FT-Alphaville-Artikel verlinkt, dessen These (grob gesagt) war, dass britische Bankkunden zwar ganz fleißig Banking-Apps herunterladen, aber eben die Banking-Apps der traditionellen Banken und nicht die Banking-Apps der Challenger-Banken (oder so ähnlich). Jedenfalls: Fintech-Vordenker Chris Skinner hat sich genau dieses Themas jetzt nochmal ausführlicher angenommen. The Finanser 

Klickfavorit

… war gestern irgendwie kein Artikel so richtig. Da kommt es uns zupass, dass wir gestern, vergesslich wie wir sind, vergessen hatten, den Klickfavoriten von Mittwoch zu verlinken. Und das war: Unser Exklusiv-Stück über den krassen Knick bei den Kundenwachstums-Zahlen der Commerzbank. Hier der nachgeholte Link. Finanz-Szene.de

Sonst noch was? Und ob! Die große, altehrwürdige „Financial Times“ hat doch tatsächlich unseren kleinen, endschrulligen „Finanz-Szene.de“-Newsletter zitiert (hier der Beweis, allerdings hinter der Paywall). Da waren wir stolz wie Bolle und Oskar an Weihnachten und Ostern zusammen.

Und falls Sie sich jetzt fragen, woher die FT-Leute  wissen, was wir so machen: Wir vermuten ganz stark, dass die sich einfach kostenlos angemeldet haben. Das geht ganz leicht! Vielleicht haben Sie ja einen Kollegen oder Geschäftspartner, dem Sie Selbiges empfehlen möchten. Hier der Link: http://finanz-szene.de/newsletter/

Schönes Wochenende!