18/10/18: Ertragswunder, Dt. Bank schmiedet Anti-Fintech-Pakt, Eba-Debakel

Kann es sein, dass „zeb“ die eigene Bankenstudie ein bisschen eigenwillig interpretiert?

Die auf den Finanzsektor spezialisierte Beraterfirma zeb hat gestern nicht nur ihre alljährliche Privatkundenstudie veröffentlicht – sie hat auch gleich den Ton der Berichterstattung gesetzt („Neuer Tiefpunkt bei Ertragslage und Ergebnis“). Dieser Deutung schließen sich die berichtenden Medien heute umstandslos an, die „Wirtschaftswoche“ etwa schreibt unter Berufung auf die Strategieberater: „Während 2011 noch fast 57 Mrd. Euro an Erträgen rund 48 Mrd. Euro an Kosten gegenüberstanden, lag das Plus 2017 nur noch bei mageren 2,3 Mrd. Euro.“ Ausweislich der zeb-Zahlen stimmt diese Rechnung zwar, anders sieht es jedoch aus, wenn man die 2017er-Zahlen nicht mit den extrem guten von 2011, sondern z.B. mit denen von 2013 vergleicht. In dem Zeitraum sind die Erträge nämlich gerade mal von 50,3  auf 50,1 Mrd. Euro und die Gewinne nur von 2,4 auf 2,3 Mrd. Euro gesunken. Bedenkt man, dass die zeb-Berater 2013 selber meinten, beim Ertrag sei Stagnation „das günstigste Szenario“ – dann muss man jetzt doch eigentlich schlussfolgern, dass sich die deutschen Retailbanken (zumal angesichts des elenden Zinstiefs …) seit Jahren sehr viel besser schlagen, als das einige wahrhaben wollen. Oder etwa nicht?

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News

Deutsche Bank schließt internationale Anti-Fintech-Allianz: Die digitalen Plattform-Anbieter kommen der Kreditwirtschaft ja längst nicht mehr nur im Retailgeschäft ins Gehege  (-> Hypoport, -> Finanzcheck), sondern auch im B2B-Geschäft (-> 360T, -> C2FO). Wie sich die Banken dagegen wehren können? Zum Beispiel, indem sie eigene Plattformen gründen. Genau das versucht nun die Deutsche Bank, ist heute Morgen in der FAZ (S. 29) und in der „BÖZ“ zu lesen. Gemeinsam mit anderen internationalen Großbanken, darunter die Citigroup, die Santander und die BNP Paribas, wollen die Frankfurter einen Marktplatz für Handelsfinanzierungen aufbauen. Der Arbeitstitel: „Trade Information Network“. Börsen-Zeitung (Paywall)

Nach unserem Dafürhalten ist es geradezu frappierend, mit was für fragwürdigen Umfragen die deutsche Banken- bzw. Payment-Lobby den Durchbruch der NFC-Technologie herbeizubelegen versucht: Beispielhaft lässt sich das an einer dieser Tage in mehreren Medien prominent zitierten Quatsch-Studie der „Initiative Deutsche Zahlungssysteme“ in Kooperation mit Allensbach nachvollziehen. Voilà: Finanz-Szene.de

Lange hieß es, die EU-Bankenbehörde Eba werde im Zuge des Brexits von London nach Frankfurt verlegt – dann jedoch bekam Paris den Zuschlag. Lag es daran, dass die Deutschen bei ihrer Bewerbung geschlampt haben? Diesen Verdacht äußert heute Morgen zumindest die „SZ“. Süddeutsche Zeitung (Die Kerninfo befindet sich im fünften Absatz)

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Linktipps

„Ich habe eine Bank in der Bank geführt“: Die Geschichte des Chefs der Volksbank Langendernbach (Landkreis Limburg-Weilburg), der Millionen veruntreut haben soll. Manager Magazin

„1,5 Millionen Kunden können eine tragfähige Basis darstellen“: Warum N26 womöglich bald wirklich schwarze Zahlen schreibt. Wirtschaftswoche

Wo wir weiter oben schon mal beim kontaktlosen Bezahlen waren: Wie funktioniert eigentlich die zugrundeliegende NFC-Technologie? Das erklärt der stets aufs Neue lesenswerte Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

Und gleich nochmal Rudolf Linsenbarth (diesmal in einer Nachbetrachtung zum Dreierbündnis von Google Pay, Mastercard und Paypal): Warum  Paypal den deutschen Banken nach der Butter nun auch noch die Brotstulle wegnimmt. IT-Finanzmagazin

Und eines unserer Dauerthemen: Was müssen Banken bedenken, wenn sie sich ernsthaft als Plattform positionieren wollen. Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern der „Leser-Blog“ zur Kapitalsituation der DZ Bank. Finanz-Szene.de

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