18/01/19: Diese dt. Fintechs sind profitabel, Funding für Forexfix, Alipay erhält EU-Lizenz

Exklusiv: Diese vier deutschen Finanz-Startups haben 2017 tatsächlich Geld verdient …

Mit der Profitabilität ist das ja so eine Sache. Einige deutsche Fintechs sind so hoch gefunded, dass es bis auf weiteres keine Rolle spielt, ob sie nun Geld verdienen oder nicht (N26, Deposit Solutions); andere sind noch so jung, dass es fast schon ein Geschmäckle hätte, wären ihre Zahlen schon schwarz (Solarisbank, Scalable); dann gibt es die, bei denen es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint (Auxmoney, Raisin); und dann die, die zwar behaupten, sie seien profitabel, aber keine Belege hierfür anführen (Smava). Ach ja, und dann gibt es natürlich auch noch die, deren Chefs dann irgendwann mal den Linienbus zum Insolvenzgericht nehmen werden (xxxxxxxxxx, xxxxxxxxx). Bleibt die Frage: Wer da draußen in der Fintech-Republik Deutschland wirtschaftet denn überhaupt profitabel? „Finanz-Szene.de“ hat sich dieser Tage mal durch die Abschlüsse praktisch aller einigermaßen bekannten, maximal zehn Jahre alten deutschen Finanz-Startups gewühlt. Und siehe da: Zumindest vier von ihnen haben 2017 (aktuellere Jahresabschlüsse sind nicht verfügbar) Gewinn gemacht. Finanz-Szene.de

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Fusions-Frust bei Sparkassen und Volksbanken: Fünf geplatzte Zusammenschlüsse in drei Monaten

Dass die Pläne für eine Super-Sparkassen-Landesbank auf absehbare Zeit Wunschtraum bleiben dürften – geschenkt. Und dass die Helaba und die NordLB nach jetzigem Stand nicht zusammenkommen – abgehakt. Was allerdings auffällt: Selbst auf regionaler Ebene hat sich in den letzten Monaten eine gewisse Fusionsmüdigkeit breitgemacht. Ist jedenfalls unser Eindruck. So sind im vierten Quartal mindestens fünf geplante Zusammenschlüsse von Sparkassen bzw. Volks- und Raiffeisenbanken doch noch geplatzt, zeigen Pseudo-Recherchen von „Finanz-Szene.de“ auf Basis von „Google Alert“. Neben vier Zweier-Bündnissen (davon eine im Sauerland, eine im Landkreis Offenbach, eine im Großraum Oldenburg und nochmal eine im Sauerland) ging es dabei auch um eine Vierer-Fusion (nämlich in Niedersachen), sodass Banken-Deutschland gleich mal mit sieben Kleininstituten mehr ins neue Jahr gestartet ist als eigentlich geplant. Scheitert die vielbeschworene (und in gewissem Maße sicher auch sinnvolle) Konsolidierung letztlich an lokalen Befindlichkeiten?

News

Ist die Deutsche Bank tiefer in Cum-Ex verstrickt als bislang bekannt? Das größte Geldhaus des Landes habe schon 2007 von den Steuerdeals anderer Finanzdienstleister gewusst, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf interne E-Mails. Doch statt den Fiskus zu informieren, „verdiente die Bank weiter mit“. Süddeutsche

Was haben die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank gestern gemacht, nachdem sie vorgestern so fulminant gestiegen waren? Nun, sie haben gemacht, was sie – vorgestern ausgenommen – eigentlich immer machen, jedenfalls fast immer. Blau: minus 4,1%. Gelb: minus 3,4%.

Mit der Implementierung von Kernbanksystemen ist es bekanntlich wie mit dem Bau von Hauptstadt-Flughäfen oder der Errichtung von Elbphilharmonien. Jüngstes Beispiel: Das im Frühjahr 2017 gestartete Gemeinschaftsprojekt der drei  Bausparkassen BHW, Schwäbisch Hall und Wüstenrot. Wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet, sollten die ersten grundlegenden IT-Lösungen zum Jahreswechsel 2018/19 fertig sein. Stattdessen drohe nun eine Verzögerung von bis zu zwei Jahren. Der Dienstleister? Das IT-Haus IBS, wobei das Kürzel für „Innovative Banking Solutions“ steht. BÖZ (Paywall)

Und noch ein paar Kurzmeldungen: Über den auf KMU-Kredite spezialisierten Berliner Marketplace-Lender Funding Circle Deutschland sind 2018 Darlehen im Umfang von 105 Mio. Euro vergeben worden, was einer Wachstumsrate von 91% entspricht +++ Nach Amazon und Google hat sich nun auch Alipay eine europäische E-Money-Lizenz gesichert (Cash-Online, Handelsblatt/Paywall) +++ Das Berliner Fintech Forexfix (Geschäftsmodell: Währungsabsicherungen für Mittelständler) hat eine Reihe namhafter Investoren gefunden, darunter den früheren Marketingchef von N26 (Gründerszene) +++ Die BNP Paribas hat ihr deutsches Private-Banking-Team zum Jahreswechsel mal eben um 40 neue Mitarbeiter erweitert (Private Banking Magazin)

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Linktipps

Truthahn + Truthahn = Adler? Was gegen eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank spricht. Börsen-Zeitung, Süddeutsche Zeitung

Eine kurze, aber schonungslose Bestandsaufnahme des Status quo bei Paydirekt … zu lesen wiederum bei den Kollegen der Börsen-Zeitung.

Aus der Reihe „Gesichter der Fintech-Branche“ bei unseren Kollegen vom „Paymentandbanking“-Blog: Hartmut Giesen von der Sutor Bank. PAB

Klickfavorit

… war gestern die personelle Fintech-Offensive der DKB. Finanz-Szene.de

Brief an die Leser

Liebe Leserinnen und liebe Leser, manchmal sind Sie ganz schön streng mit uns. Herr K. beispielsweise beschied uns dieser Tage, dass innerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors das inoffizielle Copyright für die Filial-Videokabine nicht der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu, sondern der VR Bank Südpfalz obliege. Eine bedauerliche Wissenslücke unsererseits. Frau Sch. und Herr B. wiederum wiesen darauf hin, dass wir in der gestrigen Ausgabe die Wörter „Absender“ und „Adressat“ verwechselt hätten. Auch hier: schuldig im Sinne der Anklage. Herrn A. wollen wir unterdessen versichern, dass „Finanz-Szene.de“ den VÖB und den vdp in Zukunft nur noch ganz selten unterschlagen wird, wenn es um die Aufzählung der unter der riesigen Kuscheldecke der „Deutschen Kreditwirtschaft“ knutschenden Bankenverbände geht (Hashtag #Petting statt PSD2). Noch was? Ja, Herr R. hätte gern „endlich mal wieder eine Ausgabe ohne N26“, ein Wunsch, den wir mal wieder nicht erfüllt haben. Und jetzt zu Herrn Sch.: Wir hatten peinlicherweise wirklich keine Ahnung, dass First-Data-Telecash nicht mehr in Bad Vilbel sitzt, sondern mittlerweile in Bad Homburg. Wobei: Beides ist ja Südpfalz. Ach nee: Ostallgäu.

Bleiben Sie uns gewogen, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

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