18/04/18: Sargnagel für Mobile Payment, Das Deka-Wunder, Aktionär piesackt Dt. Bank

Nach Telekom und O2 nun auch Vodafone: Mobilfunk-Anbieter stellen digitale Wallets ein

„Die Vodafone Wallet verabschiedet sich. Und ist ab dem 28.6.2018 nicht mehr erreichbar.“ Mit dieser kurzen Mitteilung auf seiner Homepage hat der Mobilfunkanbieter gestern das Aus für seine digitale Geldbörse angekündigt – nachdem die Telekom („MyWallet) und O2 („mpass“) ihre eigenen mobilen Geldbeutel bereits dichtgemacht hatten. Damit lässt sich ein ebenso einfaches wie vernichtendes Fazit ziehen: Die großen Mobilfunk-Konzerne sind mit ihrem Versuch, sich als Geburtshelfer von Mobile Payment in Deutschland zu etablieren, grandios gescheitert (was sowohl jene bestätigt, die glauben, mobiles Bezahlen werde hierzulande noch lange Zeit ein Nischenthema bleiben, als auch jene, die glauben, der Durchbruch komme schon noch, aber erst mit Apple Pay). Wer sich tiefer mit dem Scheitern von Vodafone & Co. auseinandersetzen will, den verweisen wir auf einen Artikel des Payment-Experten Maik Klotz aus 2016 und einen Aritkel der Digitalexpertin Maike Strudthoff aus 2014. Die eigentlich News vom gestrigen Tage finden Sie hier: Handelsblatt, Heise

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News

Auch die Sparda-Banken verabschieden sich (allmählich) vom kostenlosen Girokonto: Nach Berlin und Münster verlangt künftig auch die Sparda-Bank West ein monatliches Entgelt von ihren Girokunden – und zwar 2,50 Euro, wenn es sich um das Lohnkonto handelt, und ansonsten fünf Euro. Welch überragende Rolle die Kontogebühren inzwischen für die GuV vieler Banken spielen, hatten wir jüngst am Beispiel der 2017er-Zahlen von Sparkassen und Volksbanken beschrieben. Handelsblatt

Dekabank steigert den Absatz von Fonds und Zertifikaten um 50 Prozent: Die Nettovertriebsleistung (ein wunderschöner Fachbegriff, wie ihn in dieser Selbstverständlichkeit leider nur wir und die Kollegen von Springer Professionell verwenden) kletterte 2017 auf 25,7 Mrd. Euro, wobei 13,4 Mrd. Euro von institutionellen Anlegern kamen und 12,3 Mrd. Euro von privaten (wobei das Plus bei den Privatanlegern sogar 60 Prozent betrug!!!). Und noch eine Zahl: Die Zahl der neu vertriebenen Deka-Sparpläne verdoppelte sich auf 600.000. Da fragt man sich langsam, warum sich die Sparkassen immer so larmoyant über die Nullzinsen beschweren. Ein besseres Vertriebsargument gibt es doch gar nicht. Springerprofessionell, Fondsprofessionell

Berufsaktionär piesackt Deutsche Bank mit Zerschlagungs-Fantasien: Der nervige Karl-Walter Freitag will die Blaubank zwingen, die Tagesordnung zur Hauptversammlung am 24. Mai um einen Antrag zu ergänzen, der einen radikalen Umbau des wichtigsten deutschen Geldhauses vorsieht. Natürlich wird es letztlich nicht so kommen. Aber die kleine Geschichte deutet schon einmal an, wie turbulent das Aktionärstreffen (auch) in diesem Jahr (wieder) werden dürfte. Spiegel Online

Wird der BdB künftig von einem hauptamtlichen Präsidenten geführt? Zumindest hat der private Bankenverband durch eine entsprechende Satzungsänderung die Voraussetzung hierfür geschaffen, berichtet das „Handelsblatt“. HB (Paywall)

Die NordLB hat 2017 einen kleinen Gewinn gemacht …, was sie allerdings vermutlich nicht mehr vor einer Teilprivatisierung bewahren wird (O-Ton CEO Bürkle von gestern: Es „werden verschiedenste Optionen geprüft, dazu gehört auch die Möglichkeit, die Bank für privates Kapital zu öffnen“). Reuters

Kann es sein, dass der Deutschen Bank die Loswerdermentalität fehlt? Nachdem sie schon auf dem Spanien-Geschäft sitzen blieb, passiert in Indien nun offenbar dasselbe. Bloomberg

Linktipps

Die dilettantische Suche des Paul Achleitner: Kommen sie manchmal auch erst unter der Woche dazu, den „Spiegel“ zu lesen. Ging uns jedenfalls diesmal so, weshalb wir mit diesem Linktipp derart weit behind the curve sind, dass es schon wieder fast egal ist. Spiegel (Paywall, die in diesem Fall allerdings nur 39 Cent hoch ist)

Die ersten Elf des Paul Achleitner: Welche Deutsche-Bank-Vorstände in der Ära des österreichischen Aufsichtsratschefs bislang gehen mussten (Frau Hammonds bereits mitgezählt). Manager Magazin

Ist der Login-Dienst Verimi (hinter dem unter anderem die Deutsche Bank steht) zu früh gestartet? So sehen das jedenfalls die Kollegen von t3n und liefern für ihre These schlüssige Argumente. t3n

„Würde ich kein Fintech machen, würde ich im Bereich Adtech arbeiten“: Der Chef des Inkasso-Startups „Pair Finance“, Stephan Stricker, erklärt, was sein Unternehmen aus der Digitalwerbung lernen kann. Paymentandbanking

Daten-Modellierung statt Zinsgeschäft: Was der Firmenkunden-Vorstand der Commerzbank, Michael Reuther, zur Digitalisierung zu sagen hat. Manager Magazin

Karriere

In welchen Bereichen Frankfurter Banken (überhaupt noch) neue Stellen schaffen: … am simplen Beispiel der Dekabank. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser kleiner Abriss zum Bankhaus Lampe. Finanz-Szene