18/05/18: Die wahren Coba-Kundenzahlen, Sparkassen flirten mit Ingenico, Paypal will iZettle schlucken

Exklusiv: Eigentlich hat die Coba in Q1 nicht 73.000 Kunden gewonnen. Sondern viel weniger …

Lustigerweise wurden wir zuletzt von zwei nicht ganz unbekannten deutschen Bankern unabhängig voneinander gefragt, ob wir zufällig wüssten, ob in den Neukunden-Zahlen der Commerzbank die Neukunden der Comdirect mit drin seien (das Unwissen war nicht gespielt, die beiden Herren wussten es wirklich nicht). Um es kurz zu machen: Ja, klar wird die Comdirect immer eingerechnet. Sonst wären die Zahlen ja lange nicht so hoch … Klicken Sie doch einfach mal hier, liebe Banker, das ist ein offizielles PDF-Dokument der Coba. Aus diesem geht (Seite 3) hervor, dass die Commerzbank in Q1 netto 73.000 Kunden gewonnen haben will. Und dann klicken Sie hier: Hinter diesem Link verbergen sich nämlich die sogenannten „Monatszahlen“ der Comdirect. Und wenn Sie dann ein wenig rechnen, finden Sie ganz leicht heraus, dass die allermeisten der 73.000 neuen Coba-Kunden in Wirklichkeit neue Comdirect-Kunden waren. Wobei – bevor Sie da jetzt selber den Casio rausholen: Klicken Sie doch einfach auf unseren unbestechlichen Artikel, dann wissen Sie in 30 Sekunden, was Sache ist (und kriegen die 2017er-Zahlen mit und ohne Onvista-Bereinigung noch gratis obendrauf): Finanz-Szene.de

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Exklusiv: Verbünden sich die Sparkassen mit Ingenico? Oder mit First Data?

Im Bieterwettstreit um den Sparkassen-Acquirer BS Payone steht eine Entscheidung offenbar kurz bevor. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ sind nur noch zwei Interessenten im Rennen, nämlich der US-Konzern First Data mit seiner deutschen Tochter Telecash (siehe auch unser Bericht neulich) und der französische Payment-Spezialist Ingenico, dem hierzulande der Acquirer Easycash gehört. Schon in den nächsten Tagen soll der Aufsichtsrat von BS Payone zusammenkommen, um eine Vorentscheidung zu fällen. Danach müssen noch die Gremien des Deutschen Sparkassenverlags (also des Eigners von BS Payone) und des Sparkassenverbands zustimmen. Und wenn Sie sich jetzt noch fragen, wer der beiden Bieter in der Favoritenrolle ist, um wie viel Geld es geht etc. pp. … Hier erfahren Sie fast alles: Finanz-Szene.de

Ad-hoc: Paypal will offenbar das schwedische Milliarden-Fintech iZettle übernehmen

Paukenschlag in der europäischen Fintech-Branche: Wie die „Financial Times“ und „Sky News“ berichten, will Paypal für mehr als zwei Milliarden Euro den schwedischen Mobile-Payment-Spezialisten iZettle übernehmen (was  heute Früh auch in der Berliner Friedrichstraße ein paar Meetings nach sich ziehen dürfte, weil hier der auch nicht ganz kleine deutsch-britische iZettle-Widersacher SumUp seinen Deutschland-Sitz hat). Jedenfalls: Eigentlich sollte iZettle ja demnächst an die Börse gehen. Doch stattdessen will Paypal dem IPO offenbar zuvorkommen und das schwedische Vorzeige-Fintech schon vor dessen Listing vom Markt nehmen (so wie es Microsoft einst mit Skype tat, aber das ist eine andere amerikanisch-schwedische Geschichte). Laut „FT“ könnte das Angebot schon heute offiziell verkündet werden. Zugleich sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass der avisierte Deal noch platzt. Financial Times (Paywall), Sky News

News

Darum hat Barclays das Kursziel der Deutschen Bank auf 8 Euro gesenkt: Mit zwei Tagen Verspätung (unser Buy-Side-Mann performt auch nicht mehr so, wie man das früher mal von ihm gewohnt war) haben wir doch noch die Originalstudie in die Hände bekommen. Fürs Front-Running, klar, ist es damit leider zu spät. Aber vielleicht finden Sie ja trotzdem interessant, womit Barclays  sein „Daumen runter“-Verdikt begründet. Wir haben die beiden Kernargumente dokumentiert: Finanz-Szene.de

Technik-Chaos bei den Sparda-Banken: Die Automaten spuckten kein Geld aus, das Online-Banking streikte – und nicht mal die Telefone gingen (jedenfalls nicht alle). Ein schöner Image-Schaden für jene Bankengruppe, die ja eigentlich für sich in Anspruch nimmt, das Beste aus beiden Welten (analog und digital) zu vereinen. Ob das Ganze etwas mit dem IT-Knatsch zu tun hat, über den wir neulich berichteten? Keine Ahnung. Manager Magazin

65 Banken und rund 1900 Filialen sind hierzulande im vergangenen Jahr verschwunden … hat die Bundesbank gestern mitgeteilt. Reuters

Das ist mal eine spannende Kombi: Der Münchner Gelddruck-Spezialist Giesecke + Devrient (den man heutzutage vielleicht korrekterweise als Spezialist für Sicherheitstechnik bezeichnen sollte) steigt mit einem einstelligen Millionenbetrag beim ebenfalls Münchner Fintech ID Now ein (das sind die mit der Identitätskontrolle, zum Beispiel bei der digitalen Konto-Eröffnung). Wirtschaftswoche

Beyond Banking

Entscheiden Sie bitte selber, bei welcher Nummer Sie heftiger mit dem Kopf schütteln wollen …  bei der 3,5-Mrd.-Euro-Container-Sache, bei der gestern herauskam, dass eine Million Container gar nicht existierten … oder bei dem 100-Mio.-Dollar-Krypto-Börsengang der Schweizer Envion AG, bei dem jetzt, wenn wir es richtig verstehen, die 100 Mio. Dollar verschwunden sind.

Linktipps

Wer braucht schon Basel? Die Populisten in Italien wollen nicht weniger als ein  neues Bankensystem. Bloomberg

Instant-Payments-Bashing, nächster Teil: Nach dem Blogger Tobias Baumgarten (siehe unser Mittwoch-Newsletter) erklärt auch der Branchenexperte Maik Klotz die neue Bezahlmethode für gescheitert, bevor sie überhaupt eingeführt ist. Business Insider

(Eine Frage, die wir selber uns in diesem Zusammenhang stellen, wobei wir sie nicht beantworten können, weil wir zu wenig Ahnung haben: Fiele das Urteil über Instant Payments vielleicht weniger entschieden aus, wenn man statt auf die Retail-Anwendung auf das Firmenkundengeschäft schaute? Sachdienliche Hinweise sind willkommen.)

Wie funktioniert digitale Identität? Teil sieben der sehr lehrreichen Artikel-Serie von Rudolf Linsenbarth, der leider nicht bei uns schreibt, sondern fürs IT-Finanzmagazin.

Und wie immer freitags … der Verweis auf die auch in dieser Woche wieder sehr umfangreiche „Was wir Lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich hier nutzwertige Brancheninformationen erhalte. Zudem sind die Beiträge immer fundiert und so geschrieben, dass es Spaß macht, sie zu lesen.“

Ulf Meyer ist Geschäftsführer der SWK Bank

Klickfavorit

… war gestern das Stück über den Wandel der Acquiring-Branche. Abrantix-Blog

Und der Gewinner ist …

Was genau hat es mit der „Fintech-Acceleration-Plattform“ der Deutschen Börse auf sich? Erfreulich viele Leser haben sich gestern an diesem Rätsel versucht (wenn auch nicht alle mit der gebotenen Ernsthaftigkeit), am überzeugendsten fanden wir den Erklärungsversuch des Abonnenten M., der in beachtlicher Position bei einem Finanzdienstleister im süddeutschen Raum beschäftigt ist. Hier seine Interpretation:

„Banken und Fintechs und alle Entwickler dieser Welt (inkl. LUX), die die schöne neue Digitalwelt voranbringen wollen, docken sich und ihre Software, Datenbanken und Markt-Informationssysteme an eine Meta-Plattform an. Ein Dreier-Gestirn kümmert sich um die Integration aller Komponenten, Betrieb, Wartung, Weiterentwicklung, Regulatorik, Datenschutz, PSD 2, einfach alles. Wenn alle drei Beteiligten sehr gut sind (oder ein Wunder geschieht), können wieder andere Banken und Fintechs einfach den webbasierten API-Stecker einstöpseln und – läuft …:  Kunden kommen, Erlösströme fließen, alle werden glücklich.“

In diesem Sinne, was in der analogen Welt der heilige Geist war, das ist in der digitalen offenbar die Schnittstelle. Oder anders ausgedrückt: Schöne Pfingsten. Wenn wir es Montagnacht vom Mittelrhein-Pokalfinale zwischen Alemannia Aachen (Olé!) und Viktoria Köln (Pfui!) zurück an den Rechner schaffen, dann sind wir am Dienstag wieder für Sie da.

Herzlichst, Heinz-Roger Dohms