18/07/18: Finanzcheck geht für 300 Mio. an Scout24, Irre Payment-Story, GAU für deutsche Robos

Der größte deutsche Fintech-Exit: Scout24 übernimmt für fast 300 Mio. Euro Finanzcheck.de

Es ist der bislang größte deutsche Fintech-Exit (jedenfalls wenn man den Verkauf des Ur-Fintechs 360T an die Deutsche Börse ausklammert): Für 285 Mio. Euro geht das erst 2010 gegründete Hamburger Kredit-Vergleichsportal Finanzcheck.de an den Internetriesen Scout24, wie gestern Abend per Ad-hoc-Mitteilung bekannt wurde. Der Fintech-Standort Deutschland erhält damit nach den Rekordfundings für N26 und die Solarisbank den nächsten Ritterschlag. Viel spannender ist allerdings ein anderer Aspekt: Marktführer bei der Online-Vermittlung von Verbraucherkrediten ist der Münchner Vergleichsgigant Check24 (mit Finanzcheck übrigens weder verwandt noch verschwägert). Das heißt: Im Markt für Ratenkredite stehen den deutschen Banken jetzt zwei der größten und finanzkräftigsten deutschen Internetkonzerne gegenüber, sprich: Scout24 (verfügt mit Autoscout24 sogar über den perfekten Point of Sale …) und Check24 (verfügt als profitabler Marktführer über den perfekten Cashflow). Das könnte ein Hauen und Stechen werden, wie es die Branche selten erlebt hat. Ad-hoc-Mitteilung

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Aus der Szene

Exklusiv – Und jetzt die Story, über die die deutsche Payment-Branche  den Rest der Woche tratschen wird: Irgendwann im Laufe des gestrigen Tages muss die Website „sofort-pay.com“ livegegangen sein. Wir selber wurden jedenfalls gegen 22 Uhr von einem sehr freundlichen Leser (erstaunlich, wer alles unsere Telefonnummer hat …) darauf aufmerksam gemacht. Und genau wie der Leser trauten auch wir unseren Augen nicht. Denn: Gibt es nicht längst ein extrem erfolgreiches deutsches Payment-Fintech, das auf den Namen „Sofort“ hört? Nämlich die Sofort GmbH, der wir neulich erst die Geschichte „Dieses Fintech macht fast 60% Ebit-Marge“ gewidmet hatten? Natürlich. Und nun? Gibt es  halt auch noch die „Sofort Pay“. Hinter der übrigens zwei prominente deutsche Fintech-Manager stehen, die jahrelang zum Top-Management der  Sofort GmbH gehörten. Hier alle Details (jedenfalls alle, die sich zwischen 22 Uhr und 22.39 Uhr  recherchieren ließen): Finanz-Szene.de

News

Stiftung Warentest watscht deutsche Robo-Adviser ab: Mag sein, dass die „Finanztest“ nicht mehr so einflussreich ist, wie sie das früher einmal war. Wenn ich mich aber mit meinem Produkt an eine deutschsprachige, aufgeklärte und finanzaffine Klientel wende (sprich: wenn ich ein hiesiger digitaler Vermögensverwalter bin) – dann ist es auch heutzutage noch ziemlich doof, wenn ich von „Finanztest“ mal so richtig runtergemacht werde (ob zu Recht oder zu Unrecht, sei mal dahingestellt). Und genau das ist einigen deutschen Anbietern gestern passiert. So erhielten nur zwei von 14 getesteten Robos die Gesamtnote „Gut“ (Quirion und Whitebox). Bei dreien (Cominvest, Prospery und Warburg Navigator) verhängten die Tester dagegen ein „Mangelhaft“. www.test.de (Paywall)

Fintechs ziehen Scale nach unten: Mit Verlusten von 47% bzw. 38% in nur drei Monaten gehören Naga und Mybucks zu den momentan schwächsten Werten im neuen (vermeintlichen) Wachstums-Segment der Frankfurter Börse. Einen Lichtblick gibt es allerdings auch: Die Aktie der Fintech Group ist seit dem vergangenen Juli um 82% gestiegen. Deutsche Börse

Und wo wir schon mal dabei sind, was hat die Aktie der Deutschen Bank nach dem Husarenritt vom Montag gemacht? Die ist gestern um 1,4% gefallen (wenn wir Sinn für Ironie hätten, würden wir jetzt titeln: „Gewinnmitnahmen bei der Deutschen Bank“). Aktienkurs

Oha, so defensiv hat sich der oberste Frankfurter Finanzplatz-Lobbyist in Sachen Brexit ja noch nie geäußert (jedenfalls nicht unserer Erinnerung nach): Zwar hält Hubertus Väth (offiziell?) an seiner Prognose fest, dass in den nächsten fünf Jahr bis zu 10.000 Brexit-Jobs in der deutschen Finanzmetropole entstehen könnten. Allerdings sagte er in einem Interview auch: „Ein deutliches Warnsignal ist die Tatsache, dass die meisten Banken die Arbeitsplätze breit innerhalb Europas streuen, um sich alle Standortoptionen offen zu halten. Nicht zuletzt, um zu sehen, ob Versprechungen, wie sie an anderen Standorten zuhauf gegeben werden, tatsächlich eingehalten werden.“ Welt/Bloomberg

Während sich diverse Landesbanken (und nicht nur die) an die Digitalisierung des Schuldscheinhandels machen … schwächelt der deutsche Schuldscheinmarkt. Laut „Finance Magazin“ wurden von Januar bis Juni Papiere im Wert von 9,2 Mrd. Euro platziert, ein  Rückgang um 35 Prozent im Vergleich zum (allerdings auch sehr starken) ersten Halbjahr 2017. Finance

Deutsche Santander tauscht nach Hackerangriff tausende Kreditkarten aus: So steht’s jedenfalls heute Morgen in der Börsen-Zeitung.

Linktipps

Die Silicon Valley Bank kommt mit zwei (aus hiesiger Perspektive) eher exotischen Finanzierungsprodukten auf den deutschen Markt: … nämlich mit „Venture Debt“ und sogenannten „Capital Call Lines“: Finance Magazin

Implodiert in China jetzt der P2P-Lending-Markt? Zumindest war das Vertrauen in die Online-Kreditplattformen schon mal größer … Bloomberg

Und hier noch ein Porträt des künftigen Goldman-Chefs, das ohne den „Uuuuuiiiii, ein DJ als Banker“-Dreh auskommt: CNBC

 Klickfavorit

… war gestern unsere große Grafik, aus der sich ablesen lässt, dass das Wachstum bei Paydirekt bereits wieder erlahmt ist. Finanz-Szene.de