19/02/18: ING Diba landet Coup, Sparkasse mit Provisionswunder, HNA/Deutsche Bank

Exklusiv: ING Diba kauft Lendico – und macht als erste deutsche Großbank wirklich ernst mit Fintech

Es ist die bislang bedeutendste Fintech-Akquisition durch eine große deutsche Bank: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat die ING Diba den Online-Kreditmarktplatz Lendico gekauft. Die Übernahme wurde Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet, wie eine Sprecherin der  Online-Bank gegenüber „Finanz-Szene.de“ bestätigte. Aus mindestens zwei Gründen ist die Transaktion einschneidend für die deutsche Bankenbranche. Erstens: Nach den Kooperationen mit dem Robo-Advisor Scalable Capital und dem digitalen Versicherungs-Makler Clark signalisiert die ING Diba mit dem Lendico-Deal endgültig, dass sie so konsequent wie keine andere führende deutsche Bank die „Fintechisierung“ des eigenen Geschäftsmodells anstrebt. Und zweitens: Anders als Lending Club in den USA oder Auxmoney in Deutschland fokussiert sich Lendico nicht auf Verbraucherkredite, sondern auf Darlehen für kleine und mittlere Unternehmen. Das heißt, die ING Diba beschreitet nach der weitgehenden Digitalisierung des Retailgeschäfts nun offenbar denselben Weg im KMU-Bereich – ein Novum unter den deutschen Großbanken. Lesen Sie hier alle Details:

Finanz-Szene.de

News

Unter welchen Umständen eine deutsche Regionalbank auch heutzutage ihr Ergebnis noch steigern kann: Trotz Zinskrise hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse ihr Vorsteuerergebnis von 80 Mio. Euro auf 84 Mio. Euro gesteigert. Das hatte nicht zuletzt mit der Erhöhung der Kontogebühren zu tun, die zu einer fast sensationellen Steigerung des Provisionsergebnisses um knapp ein Drittel beitrugen. Hinzu kommt (wir reden hier u.a. von Potsdam …) der Berlin-Speckgürtel-Effekt, der sich zum Beispiel in einem 18-prozentigen Plus bei der Immobilien-Finanzierung zeigte, aber auch in einer erhöhten Nachfrage nach Wertpapieren. Und noch eine Kennziffer, die das Herz von Sparkassen-Connaisseuren höher schlagen lässt: Das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ betrug 1,45 (Nicht-Sparkassen-Connaisseuren sei gesagt: Das ist sehr, sehr ordentlich). Pressemitteilung (PDF), Börsen-Zeitung (Paywall), MOZ

Dass es auch anders geht … zeigt derweil das Beispiel der Sparkasse Essen, wo das Geschäft mit der Baufinanzierung nicht etwa gestiegen, sondern um mehr als 13 Prozent eingebrochen ist. Falls Sie das „Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der DBS“ auch in diesem eher tristen Fall interessiert: Es lag 2017 bei 0,75 Prozent. Börsen-Zeitung (Paywall)

Die HSH Nordbank wird wie durch ein Wunder zur 1a-Ertragsperle mit Sternchen … und dann wird das Ganze durch weitere mirakulöse Umstände auch noch mitten im Verkaufsverfahren publik. Und das dritte Wunder: Weil der HSH-Vorstand bis zuletzt offiziell an seiner konservativen 120-Mio.-Euro-Prognose festgehalten hat, lesen sich die nun lancierten angeblich „knapp 300 Mio. Euro“ Vorsteuerergebnis gemessen an der Prognose gleich noch ein wenig besser. Handelsblatt/Reuters

Kommt die DWS schon in Kürze an die Börse? Trotz des jüngsten Ausverkaufs an den Aktienmärkten will die Deutsche Bank den IPO ihres Asset Managers noch vor April durchziehen – behauptet jedenfalls Bloomberg.

Warum HNA plötzlich „nur“ noch 8,8 Prozent an der Deutschen Bank hält … und was die UBS damit zu tun hat, erklärt Yasmin Osman im „HB“. Darüber hinaus haben wir einen „BÖZ“-Artikel vom Wochenende verlinkt, aus dem hervorgeht, dass die Chinesen ihren Anteil in keinem Fall weiter reduzieren wollen (sagen sie jedenfalls bzw. lassen sie ihren austriakischen Vasall sagen)  Handelsblatt, Börsen-Zeitung

Eine SPD-Finanzpolitikerin von nachrangiger Prominenz mahnt die Bafin zu härterem Durchgreifen in Sachen Deutsche Bank/HNA … was wir insofern vermelden, als  die SPD ja demnächst wieder den Finanzminister stellen wird. Welt

Beyond .de

Wie die Finanzaufsicht in der selbst ernannten Krypto-Nation Schweiz mit dem Thema ICOs umgeht: In ihrem am Freitag veröffentlichen Regelwerk nimmt die Finma u.a. eine Unterscheidung zwischen drei Arten von Coins bzw. Token vor. Finanz und Wirtschaft, Finews

Lesetipps

Am Freitag hatten wir ja schon auf die Frankfurter Fintech-Offensive hingewiesen … wer zu dem Thema aber noch ein paar tiefer gehende Informationen sucht, dem empfehlen wir das Stück von Katharina Schneider im „HB“ zur Lektüre. Handelsblatt 

Wie Machine Learning die Beratung im (Online-)Banking verbessern kann … und warum der Kunde keine Angst davor zu haben braucht. ZEB-Bankinghub

„Bankvorstände setzen auf die falschen Projekte – und die falschen Berater“: … sagt der Consultant Friedrich-W. Kersting. Finletter

Und noch Link, der zu ein paar weiterführenden Links zu der Frage führt … wie Banken die PSD2- und die Mifid-II-Richtlinie nutzen können, um ihre Position am Markt zu stärken. Der Bank-Blog

Karriere

Wie gut die Investmentbanker der UBS (und anderer Schweizer Banken) verdienen … wissen die Kollegen von efinancialcareers.

Klickfavoriten

… war am Freitag nahezu gleichauf das BayernLB-Dokument zum Steinhoff-Schuldschein und die Geschäftszahlen der Solarisbank