19/06/18: Die Fintech-Doktrin der ING Diba, Wefox vs. Lemonade, Die Bilanz-Coups von Hauck & Aufhäuser

Exklusiv: Die bilanziellen Coups der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser

Es war – so schien es zumindest – der Turnaround des Jahres: Unlängst noch tief in den roten Zahlen, vermeldete Hauck & Aufhäuser vor wenigen Tagen das  „beste Ergebnis seit der Finanzkrise“ und eine „deutliche Steigerung der operativen Profitabilität“. Entsprechend positiv war die Resonanz: Die Privatbank entwickele sich „prächtig“, wachse „stürmisch“ und werfe „ordentlich Ertrag ab“, jubelte die FAZ. Bereits im Newsletter desselben Tages formulierte „Finanz-Szene.de“ allerdings ein paar zarte Zweifel an dieser Darstellung. Denn: Im „Jahresbericht“ auf der H&A-Homepage fand sich ein nicht näher erläuterter Posten namens „sonstiger Überschuss“, der mit 29,5 Mio. Euro fast  genauso groß war wie der Vorsteuergewinn. Konnte es sein, dass da irgendwas nicht stimmte? Jedenfalls: Unser Bilanzanalyst Thomas Borgwerth ist tief in die Hauck-Aufhäuser-Zahlen sowie ins luxemburgische Handelsregister hinabgestiegen. Und hat mehr gefunden, als er ursprünglich gesucht hatte. Finanz-Szene.de

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News

Wie war das noch mal mit der „ING-Diba-Fintech-Doktrin“? Die größte deutsche Online-Bank kooperiert zwar mit Finanz-Startups, beteiligt sich aber nicht an Ihnen. Hieß es jedenfalls bis vor ein paar Monaten. Dann aber schluckte die ING Diba den Berliner Kreditmarktplatz Lendico, bald darauf folgte (freilich über den Venture-Arm der niederländischen Mutter ING Groep) der Einstieg bei Fincompare – und nun: Wird öffentlich, dass sich ebenjener ING-Venture-Arm auch noch am Frankfurter Online-Versicherungs-Makler Clark beteiligt hat (nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ übrigens mit rund fünf Prozent) Und das unmittelbar, bevor die ING Diba ihre Kooperation mit ebenjenem Fintech Clark aufkündigte, weil sie in Versicherungsdingen jetzt lieber mit der großen Axa rummacht. Wer kann, der kann. Finanz-Szene.de (Übersicht über die deutschen Fintech-Kooperationen der ING Diba)

Warum die meisten deutschen Robos keine Zahlen veröffentlichen, erklärt sich, wenn es dann doch mal einer tut – weil nämlich die Zahlen der meisten Anbieter noch eher mau sind. So kommt Solidvest, der Robo Advisor des Münchner Vermögensverwalters DJE Kapital, ein Jahr nach der Gründung auf gerade mal knapp 20 Mio. Euro AuMs, wie ein Sprecher gestern auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ mitteilte. Immerhin: Die Performance in den ersten zwölf Monaten soll ordentlich gewesen sein. So habe der Aktien-Robo einen Wertzuwachs von 5,35% nach Kosten erzielt. Pressemitteilung

Was so eine Umstellung der Kern-IT kostet: Bei der Apobank – die ja zur Schweizer Avaloq wechselt – schlugen allein schon Auswahlverfahren und Vorprojekt mit einer zweistelligen Millionensumme zu Buche. Bis zum Übergang 2020 rechnet das Institut mit weiteren Kosten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe. Börsen-Zeitung (Paywall)

Beyond .de

Größte britische Bankenfusion seit der Finanzkrise: Der Milliardär Richard Branson verkauft Virgin Money für 1,7 Mrd. Pfund an Clydesdale (je nach Geschmack kann man darin einen Angriff auf die „Big Five“ sehen – oder eine Abwehrmaßnahme gegen die Monzos und Revoluts dieser Welt). Guardian

Linktipps

Warum die Bankenbranche es nicht geschafft hat, eigene Technologie-Standards zu setzen: … und warum es jetzt zu spät sein könnte. Bankstil

Okay, okay – dass der Zentralbanker als solcher kein Bitcoin-Jünger ist, versteht sich ja von selbst. Und doch überrascht, mit welcher Entschiedenheit die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich den Krypto-Währungen die Existenzberechtigung abspricht. Tagesanzeiger, Studie

50 Euro – sonst Gebühren: Warum immer mehr Banken (jetzt auch: die ING Diba) einen Mindestbetrag beim Geldabheben einführen. Süddeutsche

Commerzbank vs. Adyen: Warum die Frankfurter Großbank und der niederländischen Payment-Aufsteiger an der Börse momentan gleich viel wert sind. Financial Times (Paywall)

Was die Sparkassen genau meinen, wenn sie vom „Jahr der Innovationen“ reden: Eine Grundsatzrede von DSGV-Chef Helmut Schleweis zur (nicht nur digitalen) Zukunft der öffentlich-rechtlichen Kreditwirtschaft. DSGV-Website

Warum IT-Spezialisten in der Finanzwirtschaft ihr Glück versuchen: Das „Handelsblatt“ erzählt die Geschichte des Dänen Thomas Nielsen, der seit rund einem Jahr die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bei der Deutschen Bank verantwortet. HB (Paywall)

That’s not news

Mangels Montagsausgabe fasst „Finanz-Szene.de“ immer dienstags die wichtigsten Meldungen des Wochenendes für Sie zusammen:

  • IKB tief in den roten Zahlen: Aufgrund von Sondereffekten lag das Konzernergebnis 2017/18 (die Düsseldorfer Bank bilanziert per 31. März) bei minus 215 Mio. Euro. DGAP
  • Paydirekt kommt mühsam voran: Der deutsche Paypal-Klon hat den nächsten Großkunden gewonnen, nämlich CTS Eventim. Pressemitteilung
  • BNP Paribas will nach dem Firmenkundengeschäft auch das Wealth-Management hierzulande aufrollen: … und zu diesem Zweck in den kommenden drei Jahren bis zu 150 Mitarbeiter einstellen. Bloomberg
  • Insurtech-Zoff: Das New Yorker Versicherungs-Startup Lemonade hat seinen Berliner Wettbewerber Wefox verklagt. Gründerszene

Klickfavorit

… war am Freitag das Digital-Manifest der Bafin. Finanz-Szene.de