19/07/18: Von 224 dt. Bankvorständen sind nur 21 weiblich, DSGV und BVR warnen, Coba kann China

Exklusiv: Nur bei einer der 50 größten deutschen Banken hat eine Frau das Sagen

Als wir kürzlich vermeldeten, dass sich die BMW-Bank nicht nur eine „Null-Frauen-Quote“ für ihre Geschäftsleitung zum Ziel gesetzt, sondern dass sie dieses Ziel sogar souverän erreicht habe – da war die Häme groß (sehen Sie nur mal die Reaktionen auf unserem Linkedin-Profil …). Dabei muss man fairerweise sagen: Die BMW-Bank hatte die Sache in ihrem Offenlegungsbericht zwar sehr unglücklich formuliert. Rein inhaltlich jedoch spiegeln die Zustände bei den Münchnern lediglich die Zustände in der gesamten Branche wider. Denn tatsächlich hat nur bei einer einzigen der 50 führenden deutschen Banken eine Frau das Sagen, nämlich Carola Gräfin von Schmettow bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Damit nicht genug: Von den insgesamt 224 Vorstands- bzw. Geschäftsführungs-Mitgliedern bei diesen 50 Banken sind gerade mal 21 weiblich, ein Anteil von 9,4%. Und: Zwei Drittel der untersuchten Institute kommen völlig ohne Frau in der Führungsspitze aus. All das geht aus einer exklusiven Auswertung von „Finanz-Szene.de“ hervor- und die zeigt sogar noch sehr viel mehr. Nämlich z.B. die völlig trostlose Lage speziell bei den Geno- und Landesbanken. Hier alle Details inklusive großer Tabelle: Finanz-Szene.de

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News

Hier die kommen die „Nie-mehr-Rekordgewinn“-Warnungen des DSGV und der BVR: Wenn nicht alles täuscht, dann sind die Zeiten, in denen die Sparkasse und Genobanken trotz Branchenkrise immer noch irgendwelche Rekordergebnisse aus dem Ärmel zauberten, vorbei. So zitiert die „Börsen-Zeitung“ den DSGV heute Morgen mit den Worten, die Ertragslage sei zwar „noch immer besser als ursprünglich einmal befürchtet, aber tatsächlich doch schlechter als im Vorjahr“. Das korrespondiert mit Aussagen von BVR-Vorstand Andreas Martin, der gestern meinte, dass das diesjährige Geno-Ergebnis vermutlich „leicht unter dem Wert“ des letztjährigen bleiben werde (Anlass der Aussage war übrigens die Präsentation des konsolidierten 2017er-Geschäftsberichts der genossenschaftlichen Bankengruppe, siehe weiter unten). Ohne jetzt zu tief in die Analyse einsteigen zu wollen, dürfte der wesentliche Grund für die Warnungen auf der Hand liegen: Das Zinsergebnis sinkt weiter – während das Steigerungspotenzial bei den Provisionen begrenzt bleibt, weil man den Kunden ja nicht unendlich viele weitere Erhöhungen der Kontoführungs-Gebühren zumuten kann. Börsen-Zeitung (Paywall), Redemanuskript Andreas Martin (PDF)

Und da wir natürlich nicht nur voraus-, sondern auch zurückblicken: Hier die konsolidierten 2017er-Zahlen der Geno-Gruppe (also jene Zahlen, bei denen von der DZ Bank über die R+V Versicherung bis hin zur kleinsten Volksbank wirklich alles drin ist). Das Wichtigste steht gleich auf Seite 3. Doch achten Sie bitte nicht nur auf den extremst knackigen Vorsteuergewinn (8,9 Mrd. Euro), sondern auch auf die fulminante Steigerung des Provisionsergebnisses (ein Plus von 8,9%). Doch genau das ist eben, siehe oben, der Effekt, der sich nicht beliebig wird fortschreiben lassen. BVR-Präsentation (PDF)

Ist die Frankfurter Sparkasse nun der große Vorreiter im öffentlich-rechtlichen Bankensektor – oder ist sie wieder einmal nur der große Ausscherer? Jedenfalls: Die Online-Tochter 1822 kungelt jetzt mit dem ebenfalls in Frankfurt ansässigen Online-Versicherungsmakler Clark herum (der bekanntermaßen zum Berliner Company Builder Finleap gehört). Ob man bei den sparkassen-eigenen Versicherern so begeistert davon ist, darf bezweifelt werden. Und aus Sicht von Clark? Ist die Liaison mit der 1822 nach dem plötzlichen Liebes-Aus mit der ING Diba (die ja stattdessen jetzt mit der Axa tindert) zumindest schon mal gut fürs Ego. Ob mehr daraus wird (sprich: ob weitere Sparkassen hinzukommen), wird man sehen. 1822-Website (wo Sie auf einen Blick sehen können, wie die Integration von Clark umgesetzt wurde)

Für alle, die in der Commerzbank lediglich die größte deutsche Sparkasse sehen: Nope, sie kann sogar China, was die gestern verkündete Kooperation mit der ICBC hoffentlich ausreichend dokumentiert. Wirtschaftswoche

Was ist eigentlich aus der großen „Scout24/Finanzcheck“-Analyse geworden, die wir für heute eigentlich geplant hatten? Gar nichts, um ehrlich zu sein (siehe auch die „Anmerkung“ weiter unten im Newsletter). Je nach Kapazitäten versuchen wir das in den nächsten Tagen aber nachzuholen, wobei die VCs unter Ihnen ja schon ahnen werden, was die Leitfrage einer solchen Analyse sein müsste: Wenn stimmt, was in der Ad-hoc steht, nämlich dass Finanzcheck zuletzt 35 Mio. Euro Umsatz gemacht hat und Scout24 nun 285 Mio. Euro für Finanzcheck bezahlt, dann lag die Kaufsumme beim gut Achtfachen des Umsatzes (nicht des Ebits!) … Spinnen die, die Scout-Leute? Um es vorwegzunehmen: Nee, die spinnen vermutlich nicht. Mehr dazu hoffentlich nächste Woche oder vielleicht ja auch schon morgen.

Linktipps

Der Brüsseler Think-Tank Bruegel hat sich die Sparkassen und deren politische Verquickungen vorgeknöpft. Nun sei mal dahingestellt, ob die  Erkenntnisse der kleinen Untersuchung wirklich so bahnbrechend neu sind, wie die Leute vom Denk-Panzer glauben machen wollen. Aber interessant ist das Ganze trotzdem.  Bruegel

Ganz sicher braucht man die Robo-Adviser nicht so zu glorifizieren  („für mich ein wundersames Beispiel für die Demokratisierung der Finanzmärkte“), wie der Kollege Jordan von „Extra-Funds“ das tut – aber: Im Sinne der offenen Debattenkultur wollen wir Ihnen seine Kritik an der Kritik der Verbraucherschützer an den Robos trotzdem nicht vorenthalten. Extra-Funds

Und damit die „Chief Digital Officers“ unter Ihnen die Lektüre der heutigen „Finanz-Szene.de“-Ausgabe auch zweifelsfrei von der Steuer absetzen können: Ein Überblick über die am Markt befindlichen Player in Sachen Zwei-Faktor-Authentifizierung. Paymentandbanking

 Klickfavorit

… war gestern unser kleiner nächtlicher Scoop über die früheren Sofort-Leute, die ihrem Ex-Arbeitgeber jetzt mit einem Payment-Dienst Konkurrenz machen wollen, der ebenfalls Sofort heißt. Finanz-Szene.de

Anmerkung

Liebe Leserinnen und Leser, wie einige von Ihnen wissen, entsteht unser Newsletter normalerweise unter völlig chaotischen redaktionellen Bedingungen. Diese Nacht allerdings war alles anders – nämlich viel, viel schlimmer. Das bedeutet: Was die inhaltliche Richtigkeit der heutigen Ausgabe angeht, sind wir grosso modo zwar noch guten Mutes. Für Grammattik und Ordografie trifft das aber schon nicht mehr zu. Wir danken für Ihr Verständnis. Und versprechen: Schon morgen Nacht wird wieder alles in den gewohnten, chaotischen Bahnen laufen.