19/09/18: Die Erträge von Loanboox, Funding Circle, Der Selbstbetrug der Sparkassen

Gästeblog: Die vier falschen Prämissen einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Bevor ein falscher Eindruck aufkommt – wenn es nach uns geht, sollen sich die Deutsche Bank und die Commerzbank ruhig zusammentun. Wir haben keine Aktien in der Sache. Was uns allerdings irritiert, das ist die Entschiedenheit, mit der die Fusions-Befürworter die Debatte mittlerweile führen („alternativlos!“). So als wären die großen Banken-Mergers hierzulande (HRE & Depfa, Deutsche Bank & Postbank, Commerzbank & Dresdner …) allesamt im Triumph geendet. Deshalb: Aus unserer Sicht kann es nicht schaden, sich  auch mal mit den Argumenten der Fusionsskeptiker vertraut zu machen. Denn die gibt es ja durchaus. Einer von ihnen ist Hans Kraus, früherer Deutschbanker, heutiger Top-Consultant – und seit Jahren einer der profundesten Kenner der hiesigen Bankenlandschaft. „Die Idee einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank beruht auf vier nicht-validen Prämissen“, schreibt Kraus in seinem Gastbeitrag für „Finanz-Szene.de“. Und skizziert, was Deutschlands größtes Geldhaus stattdessen machen sollte: Finanz-Szene.de

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News

Das schweizerisch-deutsche Finanz-Startup Loanboox firmierte bei „Finanz-Szene.de“ zuletzt als „Promi-Fintech“ (weil dem Beirat u.a. der frühere BdB-Geschäftsführer Michael Kemmer angehört) … Heute wollen wir uns nun um eine etwas anspruchsvollere Befassung mit dem Thema bemühen. Und zwar:  Wie gestern offiziell mitgeteilt wurde, sind über Loanboox – eine Plattform für Kommunaldarlehen – seit der Gründung vor zwei Jahren Kredite in Höhe von 5,8 Mrd. Euro vermittelt worden. Um diese Zahl richtig einzuordnen, muss man in die Gebührenordnung der Startups schauen. Dort erfährt man nämlich, dass die Provision (unabhängig von Höhe und Laufzeit des Kredits) bei jährlich 0,01% bezogen aufs Kreditvolumen liegt. Das bedeutet erstens: Loanboox dürfte bislang ein paar 100.000 Euro Ertrag erzielt haben.  Zweitens: Bei kurzfristigen Liquiditätskrediten scheint es sich um ein mühsames Geschäft zu handeln. Und drittens: Gelingt es Loanboox hingegen, auch langfristige Investitionskredite zu vermitteln (die im Kommunalbereich ja auch mal 30 Jahre laufen können), beginnt das Ganze nach einem hübschen Geschäftsmodell zu riechen.

Eine Holding für die Deutsche Bank? War alles nicht so gemeint … So zumindest darf man deuten, was James von Moltke gestern bei einer Veranstaltung in Frankfurt zu dem Thema gesagt hat.  Wörtlich meinte der Finanzvorstand, das Thema stehe „nicht besonders weit oben auf unserer Agenda“. Reuters/Euronews, Börsen-Zeitung (Paywall)

Deutsche Fondsbranche weiter im „Es geht so“-Modus: In offene Publikumsfonds sind von Januar bis Juli netto rund 12 Mrd. Euro geflossen, zeigen die gestern veröffentlichten BVI-Zahlen. Zur Einordnung: Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt schon 43 Mrd. Euro. BVI-Statistik (PDF)

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Gästeblog

Die Selbstlüge der Sparkassen und Volksbanken: Auf den ersten Blick stehen Deutschlands Kleinbanken immer noch gut da. Doch was passiert, wenn man sich die Zahlen – zum Beispiel jene, die die Bundesbank in dieser Woche veröffentlicht hat – mal etwas genauer anschaut? Unser Gastautor Carl-Dietrich Sander hat genau das getan. Und kommt zu alarmierenden Befunden. Finanz-Szene.de

Linktipps

Eine Geschichte, die wir vor ein paar Tagen übersehen haben, Ihnen nun aber nachreichen möchten: Im Zuge des Börsengangs von Funding Circle berichtet die „Financial Times“, dass der britische Marketplace-Lender einem institutionellen Investor (als dieser 2017 über die Funding-Circle-Plattformen in Deutschland und den Niederlanden investieren wollte) eine Garantie gegeben habe, eventuelle Verluste zu übernehmen. Das erinnert uns an einen deutschen Fintech-CEO, der uns mal freimütig erzählte, wenn es in seinem Geschäftsmodell zu den ersten Ausfällen komme, werde er die Kunden einfach aus dem Funding entschädigen. Alles für den Dackel, alles für den Club. Financial Times (Paywall), p2pkredite.com

Das Tinder für Banker: Bei einer Regionalbank in den USA können Kunden mithilfe einer App aus verschiedenen Profilen nun ihren persönlichen Banker auswählen. FinanceFwd, Finextra

Und bevor jetzt böse Lesermails kommen, in denen uns vorgeworfen wird, wir sollten mal vor die Haustür gehen, statt ständig übern Teich zu gucken: Ja, wir wissen, dass zum Beispiel der „Beraterfinder“ der Hamburger Sparkasse im Grunde der gleichen Idee folgt („Finder statt Tinder“, hätte der sehr heimatverbundene Jürgen Rüttgers gesagt): Haspa-Homepage, Abendblatt

Wird die Digitalisierung deutlich weniger Jobs kosten, als immer wieder vorhergesagt wird? Diese Ansicht vertritt zumindest Mark Carney, der Chef der Bank of England. Hier seine entsprechende Rede im Original: BoE (PDF)

Klickfavorit

… waren gestern unsere zehn Grafiken zum Zustand der deutschen Bankenbranche. Finanz-Szene.de

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