19/10/18: Vier Fintechs gegen die Dt. Bank, 850 Kooperationen, Coba-Boni, „Loff ya“

Die Mission der Dt. Bank – oder: Ein Lehrstück über die Schlacht zwischen Fintechs und Banken

Viel öfter, als Sie hoffentlich merken, schreiben wir in unserem Newsletter über Themen, von denen wir nun wirklich gar keine Ahnung haben. So war das auch, als am Mittwochabend die ersten Meldungen über die Pläne der Deutschen Bank aufpoppten, einen internationalen Marktplatz für Handelsforderungen zu gründen. Natürlich haben wir das Ganze vermeldet (so dass Sie gestern Früh gleich informiert waren). Und natürlich waren wir dreist genug, uns ein schmissiges Motto auszudenken („Internationale Anti-Fintech-Allianz“). Ehrlicher wäre es indes gewesen, hätten wir über die Story einfach die Headline „Hä?“ gesetzt. Jedenfalls: Um heute nicht wieder ahnungslos vor Ihnen zu stehen, haben wir gestern einen Crashkurs in Sachen „Handelsfinanzierung anno 2018“ absolviert. Dabei lernten wir, dass es 1.) in diesem Beritt extrem spannende Fintechs gibt (darunter: deutsche, von Deutschen gegründete und von Deutschen finanzierte). Und dass 2.) der Versuch der Deutschen Bank, hiergegen anzustinken, zwar nicht der erste seiner Art ist – aber der ambitionierteste: Lesen Sie also hier unser Lehrstück über den Kampf zwischen Fintechs und Banken am Beispiel der Handelsfinanzierung: Finanz-Szene.de

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News

So ist das in Zeiten des Überflusses – da packt die „Deutsche Presseagentur“ gleich mal zwei Fintech-Studien in einen einzigen Text. Oder anders ausgedrückt: Die Comdirect hat gestern eine Erhebung veröffentlicht, wonach in den ersten neun Monaten dieses Jahre satte 778 Mio. Euro in deutsche Fintechs geflossen sein sollen. Und PwC hat eine Untersuchung veröffentlicht, wonach Deutschlands Banken und Versicherer sehr viel mehr Fintech-Kooperationen unterhalten als bislang bekannt – nämlich satte 850. Mehr Details zu beiden Befunden hier: dpa/FAZ, Pressemitteilung (PwC)

Ach, herrlich, da haben die Commerzbanker mal wieder ein Thema, über das sie sich mittags in der Fressgass oder nach Dienstschluss im „Sullivan“ so richtig schön echauffieren können. Und zwar: Für alle hierzulande außertariflich Beschäftigten ändern sich die Boni-Regeln dahingehend, dass die Prämien nur noch nach Gruppenleistung und nicht mehr auf Basis individueller Performance vergeben werden (wie Personalchefin Orlopp heute Früh im „Handelsblatt“-Interview sagt, machte die individuelle Komponente bislang noch rund 30% aus). Betroffen sind rund 20.000 Mitarbeiter. Für die Risk-Taker gilt der Coba-Sozialismus, wenn wir es richtig verstehen, allerdings nicht (und müssten es nicht eigentlich die Risk-Taker sein, bei denen das Gros der Boni ankommt?). FinanzNachrichten.de, Handelsblatt (Paywall)

Gibt es bei der Deutschen Bank überhaupt noch ausländische Spitzenmanager? Ach ja, klar, Frau Matherat und Herrn Lewis. Und natürlich Garth Ritchie, den Chef des Investmentbankings. Und was macht der noch so, nachdem sein Vertrag kürzlich verlängert wurde? Wie gestern bekannt wurde, hat er in einer internen Mail verkündet, dass der gefühlt viertletzte ausländische Spitzenmanager, nämlich John Gibbons, Chef der Transaction-Banking-Sparte, das Institut verlassen wird. Sein Nachfolger? Natürlich ein junger Deutscher: Stefan Hoops, bislang Co-Vertriebschef der Kapitalmarktsparte. Nicht mehr lang, und alles ist wieder so heimelig wie weiland unter Abs und später unter Herrhausen. Ist Herr Moreau eigentlich noch da? Handelsblatt (Paywall), Reuters

Wer unsere gestrige Ausgabe gelesen hat, wird festgestellt haben, dass wir die Ertragsentwicklung der deutschen Retailbanken deutlich besser beurteilen als die Strategieberatung zeb das tut (wobei wir uns frecherweise auch noch auf die Zahlen von zeb berufen). Jedenfalls: Ulrich Hoyer, Chef der Praxisgruppe Retailbanking bei zeb, merkt dazu Folgendes an: Ja, auf den ersten Blick stimme unsere Betrachtung. Schaue man jedoch genauer hin, dann sehe man, dass es sich 1.) um stabile Erträge „auf niedrigem Niveau“ handele und dass diese Stabilität 2.) ein „Ergebnis günstiger Umstände“ sei, womit er vor allem auf den privaten Bauboom anspielt. Hier Hoyers Argumentation: Finanz-Szene.de

Wie die „Zeit“ berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Köln „ihre Ermittlungen gegen Verantwortliche der Warburg-Bank […] deutlich ausgeweitet“. Inzwischen verdächtige sie auch Bankchef  Olearius, im Rahmen von Cum-Ex-Geschäften Steuern hinterzogen zu haben. Auch der Schaden sei  offenbar größer als bisher bekannt: insgesamt 330 Mio. Euro … Und was hält man jetzt davon? Inhaltlich beurteilen können wir den Fall nicht. Zumal ein Verdacht keine Anklage und schon gar kein Urteil ist. Aber es gilt, was wir auch schon im März (nach der damaligen großen Razzia) angemerkt haben: Ob Warburg wirklich gut beraten war, die Konfrontation mit den Staatsanwälten zur suchen? Die Zeit 

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„Der Coup des Jahrhunderts“: So ist eine lange Reportage in der aktuellen „Zeit“ überschrieben. Der nachrichtliche Kern des Stücks (das wir ehrlicherweise gestern nur angelesen habe): Die Cum-Ex-Schäden (siehe auch oben) für den Steuerzahler sollen viel höher sein als bislang vermutet: Die Zeit

Die Fintech-CEOs unter unseren Lesern schätzen wir ja so ein, dass Sie sich nicht verkneifen können, auf eine „Bilderstrecke“ zu klicken, in der sie ihr eigenes Konterfei vermuten. Drum hier als kleiner Service: Diese Fintech-Unternehmer mischen den deutschen Bankenmarkt auf. Manager Magazin

Nun mischt sich auch „Mr. Platform“ persönlich, nämlich Markus Pertlwieser von der Deutschen Bank, in die Plattform-Banking-Debatte ein: Schusseligerweise hat er seinen lesenswerten Gastbeitrag allerdings nicht an „redaktion@finanz-szene.de“ geschickt, sondern an die Kollegen der „BÖZ“. Wieder mal ganz blöd gelaufen für uns hier. Börsen-Zeitung (Paywall)

Unser Artgenosse Hansjörg Leichsenring vom „Bank-Blog“ lässt das „Finanzwort des Jahres 2018“ suchen: Wenn Ihnen was Originelleres einfällt als „Plattform-Banking“, dann können Sie hier Ihren Vorschlag einreichen: Der Bank-Blog

Klickfavorit

… waren gestern die Schlampereien beim (letztlich fehlgeschlagenen) Versuch, die Eba nach Frankfurt zu holen. Süddeutsche

Back-End

Dass wir an diesem Wochenende vermutlich unseren 9500. Abonnenten begrüßen dürfen (Stand gestern Abend: 9477), liegt daran, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Newsletter morgens immer ganz brav an ein paar Nicht-Abonnenten weiterleiten, von denen dann viele im Laufe der Zeit auch zu Abonnenten werden. Manchmal drücken Sie, liebe Leserinnen und Leser, statt auf „Weiterleiten“ jedoch versehentlich auf „Antworten“. Das hat dann zur Folge, dass wir hier unseren Newsletter zurückkriegen, meist versehen mit einem Kommentar, der nicht uns gilt, sondern demjenigen, den Sie den Newsletter eigentlich weiterleiten wollten. Jedenfalls, diese Woche kam wieder eine dieser fehlgeleiteten Mails bei uns an, und der Kommentar lautete: „Abonnier ihn dir mal selber. Ist wirklich gut. Loff ya.“ Eine Nachfrage ergab, dass das „Loff ya“ in der Tat nicht uns galt, sondern „meiner Freundin“, wie uns der Leser umgehend antwortete. Die unschuldige Offenheit, mit der er dies tat, ebenso wie seine erfrischend jugendliche Ausdrucksweise („Loff ya“), lassen uns vermuten, dass es sich bei besagter „Freundin“ um die Art von „Freundin“ handelt, wie Frankfurt-Finance-School-Studenten sie haben, bevor man dann irgendwann, wenn der Vertrag bei der Deutschen Bank in der Tasche ist, gemeinsam in den Hafen der Ehe segelt – und nicht um die Art von „Freundin“, wie etablierte Taunus-Banker, die sich anderweitig längst im Hafen befinden, sie eigentlich nicht haben sollten.

Alles gut also. Schönes Wochenende!, Heinz-Roger Dohms

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