19/12/18: Bain und Sparkassen schließen Frieden, Die Frust-Banker, NordLB vs. Fraspa

Jetzt wird das Schicksal der NordLB sogar schon an den Slogan „Freiheit für die Fraspa“ geknüpft …

Um die Sparkassen zur Räson zu bringen, brauche es keinen Helmut Schleweis (also: keinen rührigen DSGV-Präsidenten), sondern einen Paul Singer (also: einen skrupelarmen Hedgefonds-Manager), sagte uns dieser Tage ein liebgewonnener Feedback-Geber-Leser. Wir fanden den Hinweis zunächst ein bisschen barsch. Aber: Ist er das? Denn: Zumindest zeigt die Posse um die NordLB ja selbst den Naivsten unter uns, welche irrwitzigen Befindlichkeiten sich im öffentlich-rechtlichen Bankensektor regen, sobald irgendwer ein paar Pfründen zu verlieren droht bzw. (und das ist ja sogar noch irrwitziger) zu gewinnen hofft. Konkret: Wenn stimmt, was die FAZ heute Früh berichtet, so wollen die hessischen Sparkassen einem ja immer noch im Raum stehenden Zusammenschluss von Helaba und NordLB nur dann zustimmen, wenn die Helaba die Frankfurter Sparkasse (die ihr seit 2005 gehört) an den Sparkassen-Sektor abtritt. Freiheit für die Fraspa!, sozusagen. Was für eine Forderung! Und wenn es nicht stimmt? Dann bleibt als Lehre der letzten Tage trotzdem zurück: Die Helaba hat sich am Kauf der Dexia schon anderweitig gütlich getan. Apollo ist raus (berichtet die „SZ“). Und die NordLB? Bleibt am Ende, wenn es ganz doof läuft, zurück allein mit dem Verhandlungspartner Cerberus. Höllenhund oder Abwicklung. Frohe Weihnachten. FAZ (Seite 21), Süddeutsche, Rtr/Wiwo

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News

Erinnern sich die Ur-Abonnenten eigentlich noch an unsere kleine Story „Sparkassen und Volksbanken schießen gegen Beraterfirma Bain“ von vor ziemlich genau einem Jahr? Kurzer Rückblick: Die Frankfurter Edel-Consultants hatte den beiden Verbünden damals in einer Studie vorgeworfen, ihre Eigenkapitalkosten nicht zu verdienen – was diese, zornesrot (bzw. im Falle der Volksbanken: zornesblau), mit dem Hinweis zurückwiesen, Bain habe die Reserven nach §340g („Fonds für allgemeine Bankrisiken“) nicht berücksichtigt. Jedenfalls: In der gestern vorgestellten Neuauflage der Studie und sogar in der zugehörigen Pressemitteilung liefert Bain nun ganz brav die sozusagen um den 340er bereinigten Eigenkapitalrenditen. Einmal für  die Sparkassen: 6,5%. Und einmal für die Genos: 7,0% (statt 1,7% und 2,8%, wie es unbereinigt der Fall wäre). Wenn das mal kein weihnachtliches Friedensangebot ist. Spon

Wer wie wir einen beträchtlichen Teil seines Lebens im Handelsregister bzw. im Bundesanzeiger zubringt, für den ist Bescherung immer schon Mitte Dezember – denn: Dann schicken sich auch die letzten Fintechs an, noch schnell ihren Abschluss fürs vergangene Jahr zu veröffentlichen. Und was sieht man dort? Dass es im Grunde zwei Arten von Fintechs hierzulande gibt. Stellvertretend für die Gattung der braven B2B-Frondienstleister steht zum Beispiel die Fincite GmbH, die laut ihres am 10. Dezember publizierten Abschlusses 2017 einen Überschuss von 368.207,94 Euro erwirtschaftet hat. Und die andere Gattung? Das sind die Berliner „Was geht ab?!“-Fintechs wie Crosslend. Erst halb am Markt, hat der hochgewettete Verbriefungs-Spezialist laut seines am 11. Dezember veröffentlichten Abschlusses einem Verlustvortrag von 12.805.777,67 Euro mal flott noch einen Fehlbetrag von 5.339.279,95 Euro hinzugefügt. Muss natürlich nicht heißen, dass Crosslend irgendwas verkehrt macht. Im Gegenteil: Wer Investoren findet, die das finanzieren, sollte irgendwas Cooles in petto haben (siehe auch weiter unten).

Liebe Leser aus der Payment-Branche, können Sie sich eigentlich einen Reim drauf machen, was die Creditreform da vorhat? Um die übrigen Leser kurz ins Boot zu holen: Seit 2015 gibt es eine Firma namens „Crefo Payment GmbH“, die vor gut anderthalb Jahren erstmals kleinere Ambitionen offenbarte, als sie den (eher den Insidern bekannten) Berliner Payment-Dienstleister UPG Technology übernahm. Wenn nun jedoch nicht alles täuscht, dann sind aus den kleinen längst ziemlich üppige Ambitionen geworden. Lesen Sie hier unter „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen: Die Schweizer Bezahl-App Twint hat einen juristischen Etappensieg gegen Apple Pay errungen – vielleicht ja ein Mutmacher für die deutschen Sparkassen (NZZ) +++ Der bereits erwähnte Verbriefungs-Spezialist Crosslend lässt sich sein zu verbriefendes Rohmaterial künftig u.a. über den Frankfurter KMU-Kreditvermittler Creditshelf anliefern (Pressemitteilung) +++ Die Sache mit den neuen Regeln für Non Performing Loans (Stichwort: Mindestdeckungsquoten) scheint auf europäischer Ebene jetzt soweit durch zu sein (Börsen-Zeitung) +++ Die EZB hat bei Bewerber-Tests angeblich jahrelang die immer gleichen Fragen gestellt, auch wenn sich das bis zu den neuen Bewerbern längst herumgesprochen hatte (Süddeutsche) +++ Im deutschen M&A-Geschäft hat sich die Deutsche Bank (jedenfalls laut dem einschlägigen Ranking von ehemals Thomson-Reuters) in diesem Jahr auf Platz zwei vorgekämpft. Ganz vorn: nicht mehr Morgan Stanley, sondern Goldman Sachs (FAZ, Seite 23)

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Linktipps

„Privat bezahle ich mit Paypal“: Junge Banker über den Frust, im digitalen Zeitalter in einer klassischen Bank zu arbeiten. Bento/Spiegel Online

Kein Zweifel, N26 ist eine Bank. Aber gilt das gleiche auch für, sagen wir, Monzo? Und überhaupt: Wann ist eine Bank (k)eine Bank? Ein sehr lesenswerter Artikel zur richtigen Klassifikation sogenannter und oft selbsternannter Challenger-Banken: FT Alphaville (nicht bezahl-, aber anmeldepflichtig)

Unter allen nerdigen Grafiken der Kollegen vom „Paymentandbanking“-Blog ist das hier unser Favorit: Die Übersicht über die Betreiber von Kernbanksystemen im deutschen Markt (aktualisierte Fassung): PAB

Nach der PSD2 ist vor der PSD2 – schließlich treten einige Spezifikationen erst im kommenden Jahr in Kraft: Bundesbank-Vorstand Balz erklärt, worauf Banken und Sparkassen achten müssen. Der Bank-Blog

Welche deutschen Banken werden von Apple Pay eigentlich am stärksten promotet? Dieser Tweet hier verrät’s: Twitter

Und noch ein Pflichtlink: Die Bafin und die Bundesbank haben gestern ihre aufsichtsrechtlichen Schwerpunkte für die sogenannten „Less Significant Institutions“ (spricht: für alle Banken, die nicht von der EZB beaufsichtigt werden) bekanntgegeben. Voilà: Bafin.de

Klickfavorit

… war gestern die Polemik von Hanno Bender, der Apple Pay „Wegelagerei“ vorwirft. Bargeldlos-Blog

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