20/09/18: Wer da draußen verliert Girokunden?, DWS baut um, Trick 17 bei der BayernLB

Wenn nicht alles täuscht, muss irgendwer da draußen Kunden verlieren. Sie vielleicht?

Wie stark steigt die Zahl der Girokonten pro Jahr? Zwei Prozent, hätten wir aus dem Bauch heraus gesagt, wenn uns vor einer Woche jemand gefragt hätte. Dann aber rüttelte uns (siehe der Newsletter vom Dienstag) ein Tweet des Kollegen Kirchner wach. Inhalt: Die Anzahl der Zahlungskonten habe 2017 laut Bundesbank stagniert. Heute Morgen entnehmen wir nun einem sehr interessanten Bericht im „Handelsblatt“ (Paywall), dass auch der längerfristige Trend eher trist sei. So belaufe sich das Plus für die gesamten vergangenen drei Jahre auf gerade mal ein Prozent (wobei die Statistik fehleranfälliger sei als man vermutet). Da die Kollegen zugleich  ermittelt haben, dass die üblichen Verdächtigen wie die ING Diba  (von 1,7 auf 2,3 Mio. Kunden binnen  18 Monate) immer noch stark wachsen, muss also irgendwer Kunden verlieren. Obwohl ja  jeder behauptet, er würden Kunden gewinnen. Da wiederum fällt uns ein (siehe Newsletter vom 4. September): Selbst die DKB, die unterm Strich zulegt, findet ihr eigene Wachstum so mau, dass sie lieber die Brutto- als die Nettowerte kommuniziert (also die verlorenen Kunden schlicht verschweigt). Kann es sein, dass manche Sparkassen und Volksbanken dies genauso handhaben? Mit dem kleinen Unterschied, dass deren saldierte Zahlen tatsächlich negativ sind?

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News

Wie sich der DWS-Chef im Amt zu halten versucht: Und noch ein interessanter Bericht im „Handelsblatt“ heute Früh. Demnach hat Nicolas Moreau zuletzt deutliche personelle Veränderungen vorgenommen und unter anderem für Großbritannien und Nordeuropa neue Vertriebschefs ernannt. Besonders spannend: eine Umbesetzung in Asien. Dort führt dem Artikel zufolge nun ein früherer Morgan-Stanley-Manager namens Alex Prout den Vertrieb – er berichte aber nicht nur an Vertriebsvorstand Thorsten Michalik, sondern parallel auch an Moreau selber. Ein Misstrauensvotum gegen den eigenen Vorstandskollegen? Nein, nein, heißt es bei der DWS. Handelsblatt (Paywall)

Sparkassen rollen „Vermögensverwaltung light“ aus: Das Angebot trägt den Namen „VVS“, gehört bei mittlerweile zehn kommunalen Instituten zur Produktpalette – und dahinter steckt die Frankfurter Bankgesellschaft, also die Privatbanktochter der Helaba. Die Idee: Während die Bankgesellschaft bei den „Assets under Management“ normalerweise eine Untergrenze von 1 Mrd. Euro zieht, gibt es „VVS“ schon ab 250.000 Euro. Laut „Bloomberg“ läuft die Pilotphase ganz hervorragend, schon jetzt kommen die zehn Sparkassen zusammen auf ein verwaltetes Vermögen von 250 Mio. Euro. Gleichwohl bleibt die Frage: Lässt sich mit solchen Angeboten wirklich ein großes Rad drehen? Oder gehört die Zukunft im „Mass Affluent“-Segment nicht doch eher den digitalen Modellen? Zumal: Einen Robo führen viele Sparkassen ja auch schon im Angebot, er heißt Bevestor und kommt von den Deka. Bloomberg/Welt

Herr Fitschen ist weg, Herr Schenck ist weg, und Herr Sewing kann nicht in London/Mailand/New York sein und gleichzeitig auch noch in Stuttgart/Hamburg/Düsseldorf … oder anders gewendet: Irgendwie hat die Deutsche Bank nicht mehr den einen, natürlichen Ansprechpartner für große, hiesige Corporates. Durch eine Reihe von personellen Veränderungen versucht das wichtigste Geldhaus des Landes nun aber offenbar, dieses Vakuum (wiederum: irgendwie) zu füllen. Finance Magazin, Handelsblatt (Paywall), Financial Times (Paywall)

Ist das jetzt der Ausweg, damit BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler doch noch Chef der BayernLB bleiben kann? So liest es sich jedenfalls heute in der „Süddeutschen“, die sich u.a. auf den „Platow Brief“ beruft. Demnach hat der AR-Vorsitzende Wolf Schumacher ein Gutachten in Auftrag gegeben, das helfen soll, den Gehaltsstreit zwischen dem selbstbewussten Vorstandsvorsitzenden (der sein Gehalt von 750.000 Euro auf 1,5 Mio. Euro verbessert sehen möchte) und den Eigentümern (denen das zu üppig ist) zu lösen. SZ (Seite 18)

Schon klar, die Commerzbank sollte man auf ihre blöde Iran-Geschichte besser nicht ansprechen – genauso wenig, wie man die Begriffe „Deutsche Bank“ und „Russland“ zusammen bei Google eingeben sollte. Aber: Kann es sein, dass das alles beinahe Kinkerlitzchen sind im Vergleich zum Geldwäscheskandal der Danske Bank (Verdächtige Transaktionen im Umfang von bis zu 200 Mrd. Euro …)? Jedenfalls, gestern ist der Vorstandschef zurückgetreten: Börsen-Zeitung

Der Berliner Company-Builder Finleap gründet sein erstes eigenes Venture außerhalb Deutschlands – und wildert dafür bei N26: Das „Beesy“ genannten Italo-Fintech geht mit einer Finanzmanagement-Lösung für Selbständige und Kleinunternehmer an den Start (also quasi eine Mischung aus Kontist und Fastbill, wenn wir das Ganze nicht völlig falsch verstehen, was uns freilich ab und an passiert). CEO der neuen Unternehmung wird ein gewisser Herr Concas, 31 Jahre, pikanterweise bislang Italien-Chef von N26. „Matteo Concas ist der Wechsel zu Beesy leicht gefallen“, heißt es in der Pressemitteilung. Eine schöne Art, dem Berliner Fintech-Konkurrenten einfach mal den Mittelfinger entgegenzustrecken. Finanz-Szene.de (Auszüge aus der PM).

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Gästeblog

Wie die Bank zum Datenschutz-Beauftragten ihrer Kunden wird: Natürlich, dass es jetzt Apps gibt, die unser finanzielles Leben ordnen, ist einerseits eine feine Sache. Andererseits: Was passiert mit den Daten? Liegen die dann auf der App? Oder in einer offenen Cloud?  Und wer hat Zugriff darauf? Es sind genau solche Fragen, die sich viele Kunden stellen. Warum schlagen Banken daraus nicht mehr Kapital?, fragt unser Gastautor Sebastian Fritz-Morgenthal: Finanz-Szene.de

Linktipps

Ein kluger Banker meinte dieser Tage zu uns, der Umstand, dass es sich beim einzigen deutschen Fintech-Multimillionär um einen Mann handelt, der Ratenkredite vertreibt (die Anspielung galt dem Finanzcheck-Gründer), sage doch einiges, wenn nicht alles über die deutsche Finanzbranche aus. Stimmt das? Keine Ahnung. Jedenfalls mussten wir an den Hinweis denken, als wir bei „Paymentandbanking“ über die hübsche Beobachtung stolperten, dass das große Fintech-Thema hierzulande nicht länger „Payment“ sei, sondern „Lending“. Paymentandbanking-Blog

Ein hübscher Link für alle Bankenhistoriker (und nicht nur für die): Wie der Datenguru Peter Barkow errechnet hat, machten die Sparkassen in den späten 60ern/frühen 70ern noch dreimal so viel Vorsteuergewinn wie die Volks- und Raiffeisenbanken. Inzwischen haben die Genos diese Lücke weitgehend jedoch geschlossen (jedenfalls bei relativer Betrachtung): Twitter

Okay, okay, dass Quirin-Chef Karl-Matthäus Schmidt über die etablierten Banken hierzieht, ist so neu nicht. Vielleicht ja trotzdem nicht uninteressant, was er zu sagen hat: Welt/Bilanz

Und auch diese Woche wieder eine kleine Geschichte aus dem Spannungsfeld von Finance und Automotive: Wie das britische Insurtech Wrisk zum Versicherungspartner von BMW wurde. Techworld

Klickfavorit

… war gestern der Gastbeitrag von Hans Kraus zu den „vier nicht-validen Prämissen einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank“. Finanz-Szene.de

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