20/11/18: Volksbank mit wilden Deals, Beginnt das Fintech-Sterben?, Chinesen kapern Finleap

Erst Moneymap, dann Lendstar, nun Vaamo: Beginnt jetzt die große Fintech-Konsolidierung?

Das große Fintech-Sterben ist oft prophezeit worden – und kam dann doch nicht. Indes: Wenn der Eindruck nicht täuscht, dann verdichten sich zumindest die Anzeichen für eine Marktkonsolidierung. Fintura und Cringle sind verschwunden; Moneymap, Lendstar und partiell auch Getsafe haben Unterschlupf gefunden – und nun tut sich der Frankfurter Robo-Advisor Vaamo mit dem britischen Widersacher Moneyfarm zusammen und könnte auf Sicht als eigenständige Marke verschwinden, berichtet das „Handelsblatt“ (S. 28). Die Gründe für die Konsolidierung? 1.) Fintechs gibt es zu viele; 2.) Speziell der Payment-Drops scheint ausgelutscht; 3.) Wer sich in B2B flüchten will, muss bisweilen feststellen, dass die Banken lieber kopieren als kaufen; 4.) Bei manchen Fintechs geht das Geld zur Neige. 5.) Die Fundings werden zwar immer größer, verteilen sich aber auf immer weniger Fintechs. Siehe auch: weiter unten die nächste Meldung.

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Erst Solarisbank, dann N26, nun Finleap: Asiatische Investoren kapern deutsche Fintechs

An große Finanzierungsrunden für deutsche Finanz-Startups hat man sich mittlerweile gewöhnt – insofern verwundert nicht, dass die 41,5-Mio.-Euro-Runde, die der Berliner Fintech-Inkubator Finleap gestern verkündet hat, den meisten Zeitungen heute Früh nur eine kleine Meldung wert ist. Zugegeben: Auch bei uns löst der schiere Betrag keine Schnappatmung aus. Was wir indes bemerkenswert finden, das ist der Absender des Geldes. Die Millionen kommen nämlich (fast komplett!) vom chinesischen Versicherer Ping An. Und das, nachdem auch schon bei N26 (Tencent) und bei Solaris (SBI) Asiaten eingestiegen sind. Damit geben bei den großen deutschen Fintechs nun drei Gruppen von Investoren den Ton an: 1.) Besagte Asiaten. 2.) Angelsächsische VCs. Und 3.) Westliche Strategen (darunter Aegon bei Auxmoney, Paypal bei Weltsparen, Blackrock bei Scalable sowie BBVA, ABN Amro & Visa bei Solaris). Und aus Deutschland? Sind zwar Versicherer am Start (Allianz, Talanx, Signal Iduna …). Aber nach allem, was wir wissen, keine einzige Bank. Seltsam? Seltsam! Finanz-Szene.de (Dokumentation der Pressemitteilung); Finanz-Szene.de (Liste der größten Fundings)

News

Es gibt ja durchaus Zeitgenossen da draußen, die glauben, dass die Super-Landesbank wirklich kommt (das „Handelsblatt“ z.B. hält das Thema seit Wochen tapfer am köcheln): Was uns hier allerdings irgendwie skeptisch stimmt, das ist z.B. der Umstand, dass die vier großen LBs nicht mal bei einem eng umrissenen Thema wie dem Schuldscheinmarkt gemeinsame Sache machen, sondern auf nunmehr drei separate Lösungen setzen (womöglich ja aus guten Gründen, das wollen wir gar nicht in Abrede stellen …). So hat nach der LBBW („Debtvision“) sowie der Helaba und der BayernLB („VC Trade“) jetzt auch die NordLB ihre eigene digitale Schuldscheinplattform gegründet, sie heißt „Finpair“. Wie sich dieser Ansatz von den anderen abheben will, erklärt das Finance Magazin.

Dass die deutschen Banken mit ihren Bezahllösungen (Giropay, Paydirekt) nur eine untergeordnete Rolle im hiesigen Onlinehandel spielen, mag ja für sich genommen noch verkraftbar sein – aber was, wenn die bankenfremden Payment-Parvenüs ihre Stellung bei den Händlern nun auch noch anderweitig ausspielen? Jedenfalls: Ein halbes Jahr nach Wirecard und zwei Wochen nach Paypal hat gestern auch Klarna (also die schwedische Mutter des deutschen Fintechs Sofortüberweisung) mitgeteilt, in die Händlerfinanzierung für kleine Shopbetreiber einzusteigen. Das Kreditvolumen? Angeblich bis zu 100.000 Euro. (auf Nachfrage von „Finanz-Szene.de“ räumt Klarna übrigens ein, dass das Produkt in Wirklichkeit schon seit Sommer verfügbar ist, auch wenn dies nie öffentlich gemacht wurde) Pressemitteilung

Und noch drei Kurzmeldunden vom gestrigen Tage: Die Deutsche Bank wird angeblich in den Danske-Skandal hineingezogen (Bloomberg); die Wirecard-Aktie ist um weitere 6,9% auf 137,60 Euro gefallen (Kursverlauf); die Deutsche Bank will eigene Anleihen im Wert von 1 Mrd. Euro zurückkaufen (Reuters); und das Hamburger Fintech Deposit Solutions („Zinspilot“) will in die USA expandieren (Börsen-Zeitung).

That’s not news

Wie immer dienstags die wichtigsten Nachrichten vom Wochenende:

  • Die Deutsche Bank bleibt systemgefährdend. Börse Online
  • ING-Chef prognostiziert Job-Massaker im Bankensektor. Tagesspiegel
  • Die HSH Nordbank hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Verlust von gut 100 Mio. Euro erlitten. Kieler Nachrichten

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Aus der Szene

Bei der „VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden“ scheint es sich um ein Institut der besonderen Art zu handeln. Im August wurde sie zum Schauplatz einer veritablen Razzia. Kurz darauf geisterte das (falsche) Gerücht durch die Branche, ein sehr prominenter (Ex)-Banker werde bei dem thüringischen Geldhaus anheuern. Und nun: Hat es die thüringische Kleinbank sogar in die „Football Leaks“-Enthüllungs-Serie des „Spiegel“ geschafft, weil sie dem spanischen Verein Atletico Madrid ein Darlehen in Höhe von 10 Mio. Euro gewährt haben soll. Getoppt wird das Ganze nur noch dadurch, dass das „Internationale Bankhaus Bodensee“ laut demselben Artikel allein zwischen 2004 und 2014 Fußball-Darlehen in Höhe einer Viertelmilliarde Euro ausgereicht haben soll. Verrückt? Wir würden es anders ausdrücken: Unsere Banken sind umsichtige Förderer des Sports. Und tapfere Kämpfer gegen den Passivüberhang. Spiegel International

Linktipps

Braucht die Deutschland AG die Deutsche Bank überhaupt noch? Dieser Frage sind die Kollegen von „Bloomberg“ nachgegangen – und kommen zum Schluss: nicht unbedingt. Bloomberg

Wohin entwickelt sich der Robo-Advisory-Markt? Darüber haben die Paymentandbanking-Blogger mit Erik Podzuweit (CEO Scalable Capital) und Kai Bald (Digitalchef des DWS) gesprochen. Soundcloud (Podcast)

Klickfavorit

… war am Freitag (als hätten wir es geahnt, was wir vielleicht ja auch haben) der erste Teil unserer großen Analyse „Wie gut ist Finleap wirklich?“. Die weiteren Teile folgen in den nächsten Tagen.

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