21/03/18: US-Investor für Sparkassen-Tochter?, IPO-Preis der DWS, Coba-Kampagne

Exklusiv: Steigt US-Konzern First Data bei Sparkassen-Acquirer BS Payone ein?

Die deutschen Sparkassen sondieren nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen möglichen Einstieg des US-Konzerns First Data bei ihrem Zahlungs-Dienstleister BS Payone. Dahinter könnte die Idee stehen, dass First Data seine hiesige Tochter Telecash bei BS Payone einbringt und im Gegenzug einen Anteil an der fusionierten Firma erhält. Die Sparkassen hatten letztes Jahr bekanntgegeben, dass sie einen Investor für ihren  Payment-Spezialisten suchen. Um die Attraktivität der Tochter zu steigern, verschmolzen sie zunächst die einstige B+S Card Services mit dem 2015 übernommenen Kieler Finanz-Startup Payone. Als Favorit für einen Einstieg bei BS Payone galten bislang die US-Finanzinvestoren Bain und Advent. Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ dürfte deren Einstieg allerdings daran scheitern, dass die Sparkassen erklärtermaßen nur einen Minderheits-Anteil an BS Payone abgeben wollen – was Bain und Advent vermutlich zu wenig ist. Lesen Sie hier die ganze Geschichte (oder auch nicht, falls Ihnen die Suppe noch zu dünn sein sollte und/oder Payment nicht Ihr Thema ist):

Finanz-Szene.de

News

DWS-Börsengang „deutlich“ überzeichnet: Das zumindest berichteten gestern Abend urplötzlich quasi alle Medien, die für die Causa ein gesteigertes Interesse aufbringen (HB, BÖZ, FAZ, Reuters). Dass der für diesen Freitag geplante IPO noch scheitert, dürfte damit nahezu ausgeschlossen sein – zumal mit Nippon Life und den Franzosen mit dem seltsamen Namen („Tikehau“) ja schon zwei Großaktionäre gefunden scheinen. Indes: Ob der Emissionspreis wirklich am oberen Ende der Preisspanne von 30 bis 36 Euro liegen wird (worauf eine deutlich Überzeichnung ja eigentlich hindeuten sollte), bleibt abzuwarten. So haben die Kollegen der FAZ gestern mal in den vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gelugt und festgestellt, dass die Papiere dort zu nur 33,45 Euro gehandelt wurden. Handelsblatt, Reuters, FAZ (Seite 23)

Fusioniert die Allianz demnächst mit N26? Na – soweit es ist noch nicht und wird es vermutlich auch nie kommen. Aber interessant darf man schon finden, dass der CEO von Allianz X in der offiziellen Pressemitteilung des Versicherers explizit von einem „Zusammengehen zwischen N26 und der Allianz Gruppe“ spricht. Dass es sich lediglich um eine schlecht gewählte Formulierung handelt, erscheint unwahrscheinlich. Immerhin werden solche Pressemitteilung ja x-mal bzw. 26-mal intern abgestimmt. Allianz

Beim Brexit-Banker i.w.S. muss es sich nicht zwingend um einen Brexit-Banker i.e.S. handeln: … was man daran erkennt, dass die kanadische Ratingagentur DBRS gestern angekündigt hat, ein Frankfurter Büro eröffnen zu wollen (nachdem jüngst ja auch schon Fitch mitgeteilt hatte, den Standort FFM wegen des Brexits auszubauen). Und dann hätten wir noch eine Meldung für das Poesie-Album von Frankfurt-Main-Finance-Geschäftsführer Hubertus Väth: Die US-Investment-Boutique Raymond James will ebenfalls eine Frankfurter Dependance eröffnen. FAZ (DBRS), Handelsblatt (Raymond James)

Wo das Provisionswunder der Volks- und Raiffeisenbanken (abgesehen von höheren Kontogebühren) auch herrührt: Die R+V hat 2017 Provisionen in Höhe von 498 Millionen Euro verteilt, wie Kollege Freiberger  aus den gestern vorgelegten Zahlen des genossenschaftlichen Versicherers destilliert hat. Das bedeutete nochmals einen Zuwachs von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. SZ (Seite 18)

Unser aller Bad Bank (also die FMS Wertmanagement) unternimmt einen neuen Versuch, die Depfa zu verkaufen: Die geplante Transaktion sei Teil eines Masterplans (Codewort „Next“), mit dem die FMSW bis 2025 ihre eigene Auflösung sicherstellen wolle, berichtet „Capital“.

Wird Ex-IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter (irgendwann) Aufsichtsratschef der Deutschen Börse? Das zumindest spekuliert das „Manager Magazin“, das dem jetzigen AR-Vorsitzenden Faber übrigens attestiert, er habe „fast alles falsch gemacht“. MM 

Ex-Digitalmanager der Deutschen Bank hat neue Pläne: Baki Irmak startet mit dem Tech-Experten Stefan Waldhauser (der sich als Über-Performer auf der Social-Trading-Plattform Wikifolio einen Namen gemacht hat) einen eigenen Fonds. Dieser soll in Unternehmen investieren, die die Digitalisierung besonders gut meistern. Fondsprofessionell

SumUp gewinnt den Glauben: Die Church of England führt die Mini-Zahlungsterminals des deutschen-britischen Fintechs für ihre 16.000 Mitgliedskirchen ein (wobei SumUp, wenn wir es richtig verstehen, bei dem Deal gemeinsame Sache mit dem schwedischen Konkurrenten iZettle macht). Financial Times (Paywall), Huffington Post

Linktipps

Aus aktuellem Anlass: Das sind die zehn bislang größten Finanzierungs-Runden deutscher Fintechs …  Finanz-Szene.de

Und ebenfalls aus aktuellem Anlass: Wie Smartphone-Banken traditionelle Geldhäuser das Fürchten lehren. Handelsblatt (Paywall)

Und nochmal aus aktuellem Anlass: Versucht die Allianz mit N26 das, was sie mit der Dresdner Bank nicht geschafft hat? Finance Magazin

Lena rennt (nicht mehr): Commerzbank-Markenchef Uwe Hellmann erklärt, was es mit der neuen Werbekampagne seines Instituts auf sich hat. Horizont

Die Zähmung: Dirk Elsner erklärt, warum die härtere Gangart der Aufseher hoffentlich zu einer Professionalisierung der Krypto-Bewegung führen wird. Capital

IoT und die Banken: Wie sich Filialen durch das Internet der Dinge verändern (könnten). Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war gestern so ziemlich alles (die Click-Rate lag bis Redaktionsschluss bei unfassbaren rund 35 Prozent). Letzten Endes setzte sich N26 knapp vor der Volkswagen-Bank durch