21/06/18: Trading-GAU bei der Deutschen Bank?, Die Coba-Kette, Neues vom Lenny-Fischer-Fonds

Strafe, Stresstest, Trading-GAU: Geben die Amerikaner der Deutschen Bank jetzt den Rest?

Geben die Amerikaner der Deutschen Bank jetzt den Rest? Naja – ganz so dramatisch wird es schon nicht kommen. Allerdings: Die Nachrichtenlage, die sich da gestern Abend über dem wichtigsten Geldhaus des Landes zusammenbraute, lässt wieder einmal Schlimmes erahnen. Der Reihe nach: Gegen 17 Uhr kam zunächst die News, dass die US-Aufseher die Deutsche Bank wegen Manipulationen am Devisenmarkt zu einer Strafe von gut 200 Mio. Dollar verdonnert haben (was eine ganz schön hohe Summe ist, finden Sie nicht? Denn gefühlt dachte man ja irgendwie, die größten Rechtsfälle seien inzwischen abgearbeitet). Damit nicht genug, platzierte „Bloomberg“ kurz darauf eine Geschichte, wonach Deutsche-Bank-Händler in den USA im ersten Quartal einen horrormäßigen Ein-Tages-Verlust (für die Connaisseure: 12x VaR) produziert hätten. Nun liest sich der Artikel zwar so, als seien sich die „Bloomberg“-Leute selbst nicht ganz sicher, ob der Skandal, den sie da ausgegraben haben, wirklich ein Skandal ist (achten Sie bei der Lektüre bitte auf den London-Satz …). Trotzdem, das D-Day-Karma könnte weißgott besser sein. Denn, nur zur Erinnerung: Am heutigen Freitag sollen ja die ersten Ergebnisse des für die Blaubank angeblich schicksalhaften US-Stresstests veröffentlicht werden. Bloomberg, Zerohedge, Wirtschaftswoche (Millionenstrafe), Handelsblatt (Stresstest, hinter Paywall)

Sponsored Content

Wenn Sie so sind, sind Sie bei uns richtig: Willkommen bei targens, dem Expertenhaus für Banking, Compliance und Digital Finance. Wir suchen Menschen, die Lust und Energie haben, die Dinge anzupacken. Mit fachlicher Expertise, aber vor allem auch einer großen Portion Gestaltungswillen und dem Wunsch, Entscheidungen aktiv herbeizuführen und umzusetzen. Dazu wünschen Sie sich flache Hierarchien, flexible Arbeitszeitmodelle und viel Freiraum für Kreativität und selbständiges Arbeiten? START WORK HERE.

News

Exklusiv – Noch ein kleiner Nachtrag zu den Investoren des Lenny-Fischer-Kai-Diekmann-Fonds: Wie Sie sich vielleicht erinnern, hatten wir knapp 2 Mio. Euro der rund 12 Mio. Euro, die im  „Zukunftsfonds“ liegen, ursprünglich einem Dachfonds der Rhein Asset Management zugeordnet. In Wirklichkeit allerdings wird besagter Dachfonds seit einigen Monaten  nicht mehr von der Rhein Asset Management betreut – sondern (und das ist jetzt kein Witz) von ebenjener Greiff AG, die über einen anderen Dachfonds ohenhin schon knapp 2 Mio. Euro in den „Zukunftsfonds“ investiert hat und deren Chef Volker Schilling auch den „Zukunftsfonds“ managt. Halten wir also fest: 1.) Der „Zukunftsfonds“ verharrt jetzt seit mindestens acht Wochen bei rund 12 Mio. Euro. 2.) Davon lassen sich knapp 4 Mio. Euro zuordnen. 3.) Diese knapp 4 Mio. Euro entfallen komplett auf die Firma des eigenen Fondsmanagers.

Sehen Sie es uns nach – aber irgendwo zwischen unseren Recherchen zu Hauck & Aufhäuser, Zukunftsfonds und irgendwelchen Fintechs haben wir den Themenkomplex Bankenunion/Edis irgendwie völlig aus den Augen verloren …

Wenn wir uns trotzdem an einer Zusammenfassung der Lage versuchen dürfen: Die gemeinsame europäische Einlagensicherung kommt nicht, ist aber genauso wenig vom Tisch. Derweil werkeln Deutsche und Franzosen an einem Plan, die faulen Kredite in den (südeuropäischen) Bankbilanzen zu deckeln. Das riecht zwar für den unbefleckten Beobachter wieder mal nach einem Junktim (reduziert Ihr Eure NPLs, dann denken wir nochmal über Edis nach …).  Glaubt man jedoch der „Börsen-Zeitung“, dann hat das eine mit dem anderen nicht viel zu tun. BÖZ

Wussten Sie eigentlich, dass bei der Commerzbank rund 20 Leute nichts anderes machen als Blockchain? Wir jedenfalls wussten es nicht, bis es uns gestern zu unserem Erstaunen erzählt wurde. Vor diesem Hintergrund fanden wir dann auch die Meldung, dass die Gelbbank dem weltweiten Distributed-Ledger-Konsortium „Enterprise Ethereum Alliance“ beitritt, einigermaßen interessant. Denn auch wenn es sicher übertrieben wäre, jetzt gleich von einer „Blockchain-Offensive“ zu sprechen – uns scheint, dass die Coba das Thema zumindest offensiver angeht als die meisten anderen deutsche Banken. Pressemitteilung

Deposit Solutions hat jetzt schon 8 Mrd. Euro Spareinlagen vermittelt: Diese Zahl findet sich seit ein paar Tagen auf der Homepage des Hamburger Fintechs, wurde aber (was uns entgangen war) auch schon letzte Woche bei einem Vortrag auf der Noah-Konferenz verkündet. Was man zur Einordnung vielleicht sagen sollte: Die 8 Mrd. Euro sind keine Bestandsgröße im Sinne von „Assets under Administration“, sondern beziehen sich auf sämtliche Gelder, die seit der Gründung vermittelt wurden. Und doch: Bemerkenswert erscheint uns die Zahl trotzdem, zumal nur die beiden hauseigenen B2C-Plattformen Zinspilot und Savedo einbezogen wurden, nicht das B2B-Geschäft (zur Erinnerung: Deposit Solutions steht ja als Dienstleister u.a. hinter dem „Zinsmarkt“ der Deutschen Bank).

Uiuiui, da haben sich aber zwei gefunden: Das neue Super-Duper-Insurtech Wefox hat sein „Advisory Board“ um den altbekannen Super-Duper-Influencer Spiros Margaris erweitert – was beide Seiten zum Anlass nehmen, sich gegenseitig mit solchen Lobhudeleien zu überziehen, dass nur Ketzer fragen würden: Sind Wefox und Herr Margaris eigentlich wirklich so super-duper? Pressemitteilung 

Und noch eine etwas bodenständigere Personalie: Oliver Wyman hat einen Nachfolger für Deutschland-Chefin Finja Carolin Kütz gefunden. Manager Magazin

Linktipps

Und noch mehr Fintech-Zahlen: Kollege Hüsing vom „Deutsche Startups“-Portal hat sich die Abschlüsse von N26 noch einmal ein bisschen näher angeschaut. Zwar sind nicht alle Erkenntnisse neu (siehe „Finanz-Szene.de“ vom 23. Februar), trotzdem gibt das Stück einen ganz guten Überblick. Deutsche Startups

Haben wir denn heute gar nichts für unsere Payment-Leser im Angebot? Doch: Zum einen verlinken wir pflichtschuldig auf den neuen Podcast des Paymentandbanking-Blogs. Thema: „Payment auf Marktplätzen“. Und falls Sie jetzt sagen: „Haben wir schon längst gehört, habe Ihr nichts Frischeres?“ … Wie wäre es hiermit: Warum zahlt Paypal satte 400 Mio. Dollar für ein Fintech namens Hyperwallet?  Marketwatch

Einer unserer Lieblingsblogger, nämlich Ralf Keuper, hat sich das digitale Manifest der Bafin (siehe unser Newsletter vom vergangenen Freitag) noch einmal ganz genau durchgelesen – und mit ein paar interessanten Interpretationen versehen. Bankstil

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse „Wie viel Geld hat Rocket Internet mit Lendico verbrannt?“. Finanz-Szene.de