21/08/18: Nächster Sparkassen-Hammer, Solaris paktiert mit Crosslend, Deposit expandiert in die Schweiz

Exklusiv: Sparkasse Düsseldorf weist 102 Mio. Euro Gewinn aus – macht aber nur 47 Mio. Euro

Wer dachte, nach unserer Story über das gigantische (und geheime) Private-Equity-Portfolio der Sparkasse Düsseldorf könne nicht mehr viel kommen … Doch! Denn neue Recherchen von „Finanz-Szene.de“ fördern nun den nächsten Klopper zutage. Und zwar: Das rheinische Geldinstitut hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet als öffentlich behauptet. Bei der Bilanz-Pressekonferenz im März hatte Vorstandschefin Karin-Brigitte Göbel laut Redemanuskript wörtlich gesagt: „Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt 102,5 Mio. Euro; es liegt um 30,4 Mio. Euro über dem Vorjahr.“ Im inzwischen einsehbaren Einzelabschluss findet sich von den 102,5 Mio. Euro allerdings rein gar nichts. Stattdessen ist dort von einem „Betriebsergebnis vor Bewertung“ von 47,4 Mio. Euro die Rede; und im Konzernabschluss sind es sogar nur 32 Mio. Euro. Wie das sein kann und warum es rein operativ betrachtet sogar noch bescheidener aussieht: Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

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News

„Die Solarisbank wird  zur Bilanzsummen-Bank“, lautet eine der Lieblingsthesen von „Finanz-Szene.de“. Entsprechend erfreut vernahmen wir gestern Früh die Meldung, das Berliner Fintech umwerbe Sparer jetzt mit „Sommerbonus“. Denn: Welche deutsche Bank lobt heutzutage schon eine Prämie auf Festgeld aus, es sei denn, man will die Bilanz aufpumpen?! Blöderweise ging gestern Abend dann jedoch eine weitere Meldung der Solarisbank bei uns ein. Thema diesmal: ein Bündnis mit dem Verbriefungs-Fintech Crosslend. Und das soll so funktionieren: Die Kredite, die die Solarisbank (zunächst finanziert mit dem Geld der Sparer) an Mittelständler (via Compeon) oder Verbraucher (via Smava) vergibt, gehen zwar zunächst mal auf die eigene Bilanz … allerdings nur bis zu einer bestimmten Höhe, die in der Pressemitteilung als „optimaler ‚Return on Equity‘-Wert“ bezeichnet wird. Ist der erreicht, sollen die Kredite dann in verbriefter Form via Crosslend eben doch an Investoren weitergereicht werden. Von einem „Balance Sheet Light“-Modell ist in der PR-Mitteilung die Rede. Klingt dann doch nicht nach Bilanzsummen-Bank. Sondern eher nach Bilanzsummen-Optimierungs-Bank. Hier die Dokumentation der PR-Mitteilung: Finanz-Szene.de

Eine Meldung für die armen Back-Office-Tröpfe unter Ihnen: Wie die „Börsen-Zeitung“ heute Morgen berichtet, droht den deutschen Banken ein „Debakel im Meldewesen“. Der Grund: Beim marktbeherrschenden Dienstleister Bearing Point gebe es große Probleme bei der Einführung der neuen Software „Abacus 360“. Alle Kapazitäten würden nun auf das Kreditregister Anacredit konzentriert – denn hier steht (eigentlich) im September der nächste wichtige Meldetermin an. BÖZ

Deutschbanker sollen weniger reisen (und wenn doch, dann bitte billiger): So steht es laut „Bloomberg“ zumindest in einem Memo, dass Finanzchef James von Moltke am Freitag an die Belegschaft verschickt habe. Um die Kostenziele zu erreichen, sollen die Mitarbeiter demnach bis Jahresende ihre Reisetätigkeit nach Möglichkeit begrenzen. Bloomberg

Warum nicht mal die Chinesen wollen, dass die Chinesen bei der NordLB einsteigen: Am Freitag hatten wir uns unter der Überschrift „Der Ausverkauf der deutschen Banken“ mit dem (angeblichen) Interesse chinesischer Investoren an der Hannoverschen Landesbank beschäftigt. Einen unserer Leser umtrieb das Thema so sehr, dass er uns einen freundlichen Brief schrieb – und der ist deutlich fundierter als das, was wir uns am Freitag selber auf den Fingern gesogen haben. Voilà: Finanz-Szene.de

That’s not news

Für die Nicht-alles-Leser unser kurzer Rückblick, was am Newsletter-freien Wochenende so passiert ist:

  • Die BayernLB wandelt sich zum Online-Spezialisten mit angeschlossener Landesbank. Oder anders ausgedrückt: Im ersten Halbjahr hat die Tochter DKB 45 Prozent zum Vorsteuergewinn beigetragen. Reuters
  • Was macht Deposit Solutions jetzt eigentlich mit den frisch eingeworbenen 88 Mio. Euro VC-Geld? Erstmal in die Schweiz expandieren, dem Margenhimmel auf Erden.  Forbes
  • Europas nächster Fintech-Unicorn-IPO nimmt Gestalt an: Der schon länger geplante Börsengang von Funding Circle soll Ende dieses oder Anfang des nächsten Monats stattfinden. Bloomberg
  • Einmal Samwers und zurück: Der frühere Goldman-Banker Peter Kimpel gibt seinen Job als Rocket-Internet-Finanzchef auf (ob freiwilig oder nicht, sei mal dahingestellt) und wird Deutschland-Chef von Barclays. Bloomberg

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Linktipps

  • Überall in der Republik verschwinden die Bankerjobs: … nur nicht in Frankfurt am Main, dem dezidiert uncoolen Paradies für Regulierer, Aufseher, sonstige Freaks sowie selbstverständlich für alle „Wir wollen nicht, müssen aber“-Brexitbanker. Börsen-Zeitung
  • Die Evolution der Challengerbanken: Der Blogger (und „DZ Bank Senior Manager Innovation“) Dirk Elsner analysiert den Aufstieg von N26, Monzo, Revolut und Co. Capital
  • Erinnern Sie sich noch an unseren kleinen Scoop neulich über den Umbau der Commerzbank (also die Geschichte mit den 15 Key Areas und den 53 Clustern)? Jedenfalls: Der FAZ-Kollege Mußler hat sich die Pläne jetzt mal genau erklären lassen und vergleicht die „neue“ Coba (was die „neue“ Coba freuen wird) mit Spotify. FAZ
  • Und zum Schluss noch eine kleine Prise Trash: Wie ein Teenager der Sparkasse Göttingen Falschgold im Wert von (angeblich!) 300.000 Euro andrehte. Hannoversche Allgemeine

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Pseudo-Analyse „Welche deutschen Fintechs haben schon Traction?“ Finanz-Szene.de

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