21/11/18: Der ICO-Wahnsinn, Diese Volksbank ist der Hammer, Das sagt Vaamo

Exklusiv: Das endcoole Kreditbuch einer kleinen thüringischen Volksbank

Sorry, dass wir Ihnen heute schon wieder mit der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden (das ist die mit dem 10-Mio.-Euro-Kredit für Atletico Madrid) kommen – aber: Dieses Geldhaus ist echt der Hammer! Wie wir diversen Mitgliederbriefen des Instituts entnehmen, war die Sache mit dem spanischen Europapokalsieger nämlich kein One-Off. Stattdessen hat die thüringische Kleinbank das „nationale und internationale Fußballgeschäft“ inzwischen zu einem ihrer Kernfelder erklärt (Mitgliederbrief Sommer 2018); zu den Kunden gehört unter anderem der 1. FC Köln (Mitgliederbrief Herbst 2018). Im kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss ist zudem zu lesen, dass der Bereich „Organisationen ohne Erwerbszweck/Fußball“ per Ende 2017  bereits für 13,4% der Kundenforderungen in Höhe von 432 Mio. Euro gestanden habe. Das wären 57,9 Mio. Euro. Wobei: Natürlich macht die Bank nicht nur Fußball. Auch bei Erneuerbaren Energien mischt sie kräftig mit. Und nebenbei scheint sie auch noch ein genossenschaftliches  N26 gegründet zu haben (Name: „VR-Perfekt: Das perfekte Online-Konto“). Das ist mal eine Bank!

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Erinnern Sie sich noch an den 7. September? Da hatten wir einen „Bloomberg“-Artikel verlinkt, dessen Überschrift in der deutschen Fassung lautete: „Deutsche Bank könnte Danske-Geldwäsche maßgeblich gebremst haben“ ... Man muss sagen, in den zweieinhalb Monaten, die seitdem vergangen sind, hat die Geschichte eine ganz schöne Wendung genommen. Ende letzter Woche kamen erste Gerüchte hoch, dass US-Ermittler in der Causa von der Deutschen Bank Informationen angefordert hätten. Dann folgten am Montag die Kronzeugen-Aussage des früheren Danske-Vorstands Howard Wilkinson, wonach durch die US-Niederlassung einer europäischen Großbank (gemeint war: die Deutsche Bank) verdächtige Überweisungen in Höhe von rund 150 Mrd. Euro gelaufen seien. (Hintergrund: Die Frankfurter sollen den Dänen als Korrespondenzbank gedient haben). Und nun: Beginnt sich laut „Reuters“ auch die Bafin für die Rolle der Deutschen Bank in dem Skandal zu interessieren. Und: Laut „Wall Street Journal“ kommt das Frankfurter Geldhaus in einer internen Untersuchung zu dem vorläufigen Schluss, man sei tatsächlich an Transaktionen im Umfang von 150 Mrd. Dollar (hier ist von Dollar die Rede, in dem „Reuters“-Stück am Montag von Euro) beteiligt gewesen.  Klingt wieder mal nicht gut, das alles.

… finden wohl auch die Investoren. Denn die schickten die Deutsche-Bank-Aktie gestern mit einem Minus von 4,8% in den Feierabend (was übrigens einen desaströsen Schlusskurs von nur mehr 8,15 Euro bedeutete). Nun stehen die Aktienmärkte dieser Tage generell unter Druck und für viele Finanzwerte gilt dies (neben den Techaktien) sogar besonders. Allerdings: Wenn man bedenkt, dass die Commerzbank-Aktie „nur“ um 3,3% fiel und die Aareal-Aktie „nur“ um 2,4%, dann kann man sich ja ungefähr ausrechnen, wie hoch der „Angst vor dem nächsten Skandal“-Zuschlag bei der Deutschen Bank gestern ausgefallen ist.  Welt

Apropos Crash: Bei der Wirecard-Aktie kommt im Moment alles zusammen. Ausverkauf bei den Finanzwerten. Ausverkauf bei den Tech-Werten. Und on top dann noch eine Art Ikarus-Malus, den die Investoren dem langjährigen Highflyer offenbar verpasst haben. Gleichwohl: Der bayerische Zahlungsdienstleister ließ sich vom neuerlichen Kursrutsch (minus 5,8% auf 129,60 Euro) gestern nicht beirren. Stattdessen schraubte Wirecard die Prognose für 2019 auf ein Ebitda von 740 bis 800 Mio. Euro. Zum für 2020 ausgegebenen Milliardenziel wäre es dann nicht mehr weit. Reuters

Apropos Ikarus: Wer einen Bitcoin gebrauchen kann, musste dafür gestern nur mehr 4200 Dollar berappen (die Älteren werden sich erinnern: Es waren mal fast 20.000 Dollar). Allein in den letzten Tagen ist der Kurs der Cyber-Währung um mehr als 30% gefallen. Manager Magazin

Hä, ist der Banken- und Fintech-Newsletter Ihres Vertrauens heute zum Marktbericht mutiert? Upps, irgendwie schon. Sorry. Da sind die Gäule mit uns durchgegangen. Haben wir nix anderes in petto? Nee, leider nicht. Ach doch: Die „Financial Times“ schreibt (und die „BÖZ“ schreibt es so ähnlich), dass das deutsche „Hire and Fire“-Gesetz für die Brexit-Banker bis Mitte März 2019 durch den Bundestag sein soll. Ist das so neu? Na, wenn’s die „FT“ schreibt, dann wird’s schon neu sein. Financial Times (Paywall), Börsen-Zeitung

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Linktipps

Kann es sein, dass wir die Vaamo-Übernahme durch den englischen Wettbewerber Moneyfarm gestern ein bisschen arg negativ eingeordnet haben? Naja, zumindest war unsere Lesart ziemlich eindimensional (jüngster Beleg für fortschreitende Marktkonsolidierung), während Vaamos eigene Sicht auf die Dinge (Zusammenschluss zu einem echten europäischen Vermögensverwalter) unter den Tisch fiel. Darum hier, um das Bild zu ergänzen, die Dokumentation der gestern Vormittag rumgeschickten offiziellen Pressemitteilung von Vaamo: Finanz-Szene.de

Hat sich irgendein Phrasendrescher da draußen eigentlich schon den Satz „Initial Coin Offerings sind der Neue Markt auf Speed“ patentieren lassen? Falls nein, würden wir das hiermit tun, nachdem wir bei den Kollegen von „Gründerszene“ gelernt haben, dass man einem 100-Mio.-Dollar-Skandal (die Rede ist von Envion) locker das nächste 120-Mio.-Dollar-Ding folgen lassen kann. Gründerszene

Dabei war Krypto ja eigentlich mal so ’ne Idealisten-Sache: „In den frühen Tagen waren die politischen Ziele von Bitcoin klar und deutlich erkennbar durch den Wunsch, das existierende Kräfteverhältnis zwischen dem Individuum und dem Staat zu ändern.“ So steht es in einem langen, langen Stück, das der „Deutschland-Funk“ der digitalen Währung dieser Tage aus Anlass „10 Jahre Bitcion“ gewidmet hat. Deutschland-Funk

Gestern hatten wir ja vermeldet, dass sich mit Klarna nun der nächste Payment-Konzern in die Händlerfinanzierung vorwagt: … Kollege Seibel  hat dem Phänomen eine ausführliche Analyse gewidmet. Welt

Klickfavorit

… war gestern das Interview, in dem Herr Hamers von der ING ein Job-Massaker im Bankensektor vorhersagt. Tagesspiegel

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