22/01/19: N26 verliert Finanzchef, Dt. Bank steigt bei Zeitgold ein, Fintech-Regulierung

Keiner will sie wirklich haben. Aber trotzdem wird die NordLB (wohl) gerettet werden

Gestern der Sparkassen-Gipfel in Berlin (bei dem keine Entscheidungen getroffen wurden), heute der Canossa-Gang der öffentlichen-rechtlichen Spitzenfunktionäre zur EZB. In Sachen NordLB geht es ans Eingemachte. Zeit für ein kurzes FAQ. 1.) Was ist mit dem Land? Das will bzw. darf die NordLB nicht alleine retten. 2.) Was ist mit den PE-Buden? Die wollen die NordLB zwar haben, aber am liebsten geschenkt [laut „Wiwo“ (Paywall) reichen die bisherigen Angebote nur bis maximal 250 Mio. Euro]. 3.) Was ist mit der Helaba? In Hessen hat sich eine „Mourir pour Dantzig?“-Stimmung breitgemacht, wobei „Danzig“ in diesem Fall „Hannover“ ist. 4.) Was ist mit den beiden Süd-LBs? Die sind froh, dass sie nicht in der Haut der Helaba stecken. 5.) Was ist mit den Sparkassen? Die hätten mit der ganzen Sache am liebsten gar nichts zu tun, weshalb sie gestern in Berlin und heute in Frankfurt mal ein bisschen auf den Pott gesetzt wurden/werden. 6.) Was ist mit dem DSGV? Der hat vielleicht den Willen, aber als Verband nicht das Geld. 7. Was nun? Die Conclusio aus Punkt 1-6 hieße eigentlich Abwicklung. Aber das wollen die meisten Beteiligten offenbar noch viel weniger.

Sponsored Content

Fitness für Ihr Forderungsmanagement: Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz revolutionieren die Themen digitale Bezahlung sowie Forderungsmanagement. Erfahren Sie im kostenlosen Whitepaper, wie Sie durch den Einsatz neuester Technologien Ihr Mahnwesen optimieren und dabei die Kundenzufriedenheit steigern. now.collect.ai

News

Exklusiv – N26 Bank verliert ihren Finanz- und Risikochef: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat Matthias Oetken schon vor einiger Zeit intern seinen Rückzug angekündigt. Der Risikoexperte wolle sich einer neuen beruflichen Herausforderung widmen, heißt es. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Oetken in jedem Fall im Amt bleiben, womöglich sogar noch weit ins Jahr hinein – eine Verabredung, die darauf hindeutet, dass der Abgang tatsächlich keinen delikateren Grund hat als den oben genannten. Lesen Sie hier, warum die Personalie bislang nicht öffentlich kommuniziert wurde – und was Oetken sowie N26-Chef Valentin Stalf gestern auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“ offiziell zur Protokoll gaben. Finanz-Szene.de

Ist dies das bislang größte Investment der Deutschen Bank in ein einheimisches Fintech? Könnte sein, auch wenn wir uns nicht ganz sicher sind (bzw. die exakten Summen auch nicht kennen). Jedenfalls: Das 2015 gegründete Berliner Buchhaltungs-Startup Zeitgold hat gestern eine Finanzierung über 10 Mio. Euro bekanntgegeben, wobei zu den Investoren neben den handelsüblichen VCs auch die Axa und eben die Deutsche Bank gehören (die ihre einstige „Wir investieren nicht direkt in Fintechs“-Doktrin ja bekanntlich längst in die Mülltonne geschmettert hat). Dass die Beteiligung nicht rein finanziell zu verstehen ist, erkennt man daran, dass die Frankfurter Großbank die Anwendung ihren kleinen Firmenkunden als Buchhaltungs-Lösung empfehlen will. Noch zwei weitere interessante Aspekte der Meldung: 1.) Zeitgold scheint ganz ambitioniert zu sein, hat jetzt schon insgesamt 24 Mio. Euro gefunded und will die Zahl der Mitarbeiter von aktuell 110 auf 200 aufstocken. 2.) Uns erinnert dieses Deutsche-Bank-Investment so ein bisschen an die Investments, wie sie sonst die Commerzbank tätigt, was man auch daran erkennt, dass letztere am Zeitgold-Wettbewerber Candis beteiligt ist. t3n

Laut „efinancialcareers“ hat die Deutsche Bank eine Reihe von neuen Managing Directors ernannt: Zu den Auserwählten gehört demnach auch die Frankfurter Sales-Spezialistin Sabine Nass, der die FAZ vor ein paar Monaten mal ein größere Porträt widmete (Paywall) und die ihren Aufstieg zur MD korrekterweise auch schon bei Linkedin vermerkt hat. Hier die übrigen Namen: efinancialcareers

Und hier noch die Kurzmeldungen, in die wir – weil wir montags bekanntlich immer ausschlafen – die wichtigsten Nachrichten des langen Wochenendes kurz eingepflegt haben (also nicht wundern, wenn Sie hier über 2-3 „News“ stolpern, die streng genommen gar keine sind): Die deutsche HSBC lässt sich von ihrer britischen Mutter mit 200 Mio. Euro Kernkapital pimpen (Adhoc-Meldung) +++ Die Wirecard-Aktie hat erstmals seit Mitte November einen Handelstag wieder bei mehr als 150 Euro beendet und allein in den zurückliegenden knapp drei Wochen gut 20% zugelegt (Aktienkurs) +++ Von den großen Stellenstreichungen bei Blackrock sind hierzulande nur eine Handvoll Mitarbeiter betroffen (Fondsprofessionell) +++ Bei Berenberg neigt sich die Zeit der Zwei-Mann-Show Riehmer/Peters offenbar dem Ende zu. Laut „Wirtschaftswoche“ soll die Chefetage auf „Empfehlung“ der Bafin um eine dritte Kraft erweitert werden (Wiwo/Paywall) +++ Eigentlich sollte die BNP Paribas ja die Depot- und Verwahrservices für die DWS übernehmen. Nun ist der fette Deal jedoch nach HB-Informationen geplatzt. Der „neue“ Depotverwalter der DWS ist stattdessen der alte: State Street.  (Handelsblatt/Paywall)

Sponsored Content

Sie verspüren Wissensdurst rund um das Thema PSD2? Dann holen Sie sich das Whitepaper von NDGIT: „Guidelines für die PSD2-Einführung – Strategien und Optionen für Banken bei der Implementierung der PSD2.“
Hier geht’s zum Whitepaper: https://nextdigitalbanking.com/psd2-whitepaper

Linktipps

Falls Ihnen die Suppe, die wir weiter oben aufgetischt haben, zu dünn gewesen sein sollte – hier noch ein paar weiterführende Lese-Empfehlungen zur NordLB: Dass das „Handelsblatt“ immer noch größer ist als wir selber, erkennen Sie daran, dass die Kollegen selbstverständlich auch ein größeres FAQ angefertigt haben (HB) +++ Mit ein paar Insiderkenntnissen zur NordLB  wartet, wie oben schon angedeutet, die „Wirtschaftswoche“ auf (Wiwo/Paywall) +++ Die „Süddeutsche“ erklärt, warum sich der DSGV  so schwer mit der Abwicklung tut (SZ) +++ Und für alle, die weder eine moralische noch eine sonstwie geartete Scheu an den Tag legen, hier noch eine Anleitung, wie man als Anleger auf die Rettung der NordLB spekulieren kann (FAZ)

Eine lesenswerte Einordnung des Falls Orcel, aus der wir selber den Schluss ziehen, dass es in der ganzen Affäre immerhin einen Gewinner gibt – nämlich den Buba-Chef a.D. Weber, dem offenbar Treue gegenüber dem Aktionär wichtiger ist als Kulanz gegenüber dem Spezl Orcel. Manager Magazin

Manche Fintech-Verantwortliche hierzulande bedauern ja, dass die Bafin ihnen damals keine regulatorische Sandkiste hingestellt hat, anders als in Großbritannien die FCA den dortigen Finanz-Startups: Doch war das mit der Sandbox wirklich eine so gute Idee? Dieser Frage sind die Blogger der „Financial Times“ nachgegangen. FT Alphaville (nicht bezahlpflichtig, aber Sie müssen sich registrieren)

Selber Blog, selbes Thema: Welchen regulatorischen Risiken unterliegt (wenn nicht heute, dann ja vielleicht morgen) die Fintech-Branche? FT Alphaville

Klickfavorit

… war am Freitag unser Überblick über die deutschen Fintechs, die tatsächlich schon profitabel arbeiten. Finanz-Szene.de

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!