22/03/19: Banken planen „neues Paydirekt“, NordLB-Schock, Dt.-Bank-Aktie kracht

Exklusiv: Die deutsche Kreditwirtschaft werkelt an einem – nun ja – „neuen Paydirekt“

Es ist nur ein verschwommenes Bild. Doch dieses Bild, fotografiert  während eines Vortrags bei der Payment-Konferenz „ProfitCard 19“ diese Woche in Berlin, hat es in sich. Denn auf dem Bild ist unzweideutig zu lesen: „Girocard digital in-App“. Was hat das zu bedeuten? In a nutshell: Die deutschen Banken planen – dies wurde „Finanz-Szene.de“ gestern aus Kreisen der Kreditwirtschaft explizit so bestätigt – eine weitere Online-Bezahllösung. Das Brisante hieran: Eigentlich war es das Ziel der deutschen Kreditwirtschaft, den ursprünglich für das klassische Online-Shopping entwickelten Bezahldienst Paydirekt auch als in-App-Lösung für das Smartphone auszurollen. Wenn nun aber eine in-App-Variante für die Girocard gebaut wird – ist das dann ein Misstrauens-Votum gegenüber Paydirekt? Und weitere Fragen stellen sich: Sind die Pläne ein Angriff auf oder ein Angebot an Apple Pay? Was sagen die Händler? Und: Wie weit ist das Projekt gediehen? Hier alle Antworten: Finanz-Szene.de

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Exklusiv: Staatssekretär Kukies überlässt Elinvar-Chef Bartz den Vorsitz des Fintech-Rats

Der 2017 vom Finanzministerium begründete Fintech-Rat stellt sich nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ neu auf. Wie bei einer mehrstündigen Sitzung gestern in Berlin beschlossen wurde, zieht sich das BMF als ständiges Mitglied aus dem Gremium ebenso zurück wie die Bundesbank und die Bafin; allerdings werden alle drei in Zukunft einen  Beobachterstatus haben. Damit ist auch klar, dass Staatssekretär Jörg Kukies auf den Vorsitz des Rats (den in der vorigen Legislatur der damalige Staatssekretär Jens Spahn innehatte) verzichtet. Stattdessen wählte das Gremium den Chef des Berliner Finanz-Startups Elinvar, Chris Bartz, zu seinem Vorsitzenden. Lesen Sie hier, was die Reform für Gründe hat – und wer die 29 (teils neuen und größtenteils ziemlich namhaften) Mitglieder des „neuen“ Fintech-Rats sind: Finanz-Szene.de

News

Dürfen wir nach einer wieder mal verrückten Woche die „News-Rubrik“ statt mit einer Nachricht mit zwei Fragen beginnen? Und zwar: 1.) Warum lässt die Deutsche Bank das eigentlich mit sich machen? Wir verstehen es nicht. (Mit das meinen wir: sich vom BMF in Fusionsgespräche zwingen lassen, die durch die äußeren Umstände schon kontaminiert sind, bevor sie überhaupt begonnen haben). Und 2.) Was sagt es eigentlich über den Finanzstandort aus, wenn von den ohnehin nur zwei Dax-Konzernen, die im weiteren Sinne der deutschen Bankenbranche zuzuordnen sind, der eine seit Mitte Februar unter dem faktischen Protektorat der Bafin steht (Stichwort: Leerverkaufsverbot), während der andere drauf und dran ist, sich unter ein ähnlich geartetes Protektorat des BMF (Stichwort: implizite Staatsgarantie durch Beteiligung des Bundes) zu begeben?

So, nun zu den eigentlichen Nachrichten, und da würden wir gerne mit den Landesbanken beginnen, über die es heute Früh eine ganze Menge zu berichten gibt (und zwar durchweg interessantes Zeugs). Auf geht’s: 1.) Wie die „Süddeutsche Zeitung“ vermeldet, haben sich das Land Niedersachsen und die Sparkassen über die Details der NordLB-Rettung ordentlich zerstritten. Ein Konfliktpunkt: Wie viele Stellen werden wirklich abgebaut? Und ein zweiter: Hält sich Hannover an die (angebliche) Abmachung, 2,5 Mrd. Euro in die Bank zu injizieren, oder will das Land sich aus dem Deal „rausschleichen“, wie ein Sparkassenfunktionär beklagt. (Süddeutsche) +++ 2.) Edgar Zoller, Interimschef der BayernLB, hat die letzte Woche vom „Handelsblatt“ geäußerten Mutmaßungen, die Tochter DKB könnte ausgegliedert, an die Börse gebracht, international aufgestellt oder was auch immer werden, gestern mehr oder weniger deutlich zurückgewiesen. Wörtlich sagte er unter anderem: „Die DKB wäre zwar über eine eigene Rechtsform separierbar, sie gehört aber zum Konzern.“ Gleichwohl deutete Zoller an, dass sich die BayernLB neu ausrichten wolle. (HB/Paywall, BR) +++ 3.) Ebenjene BayernLB hat 2018 einen ziemlich ordentlichen Gewinn von 869 Mio. Euro vor Steuern verbucht. Dabei kam ein großer Batzen, wie nicht anders zu erwarten, von der DKB. Nämlich: 317 Mio. Euro vor Steuern. Neuer Rekord. (BÖZ) +++ 4.) Und auch die Helaba hat gestern ein in Anbetracht der Gesamtlage einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis vorgelegt, nämlich einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 443 Mio. Euro. (Reuters)

Den vielleicht interessantesten Aspekt an der „Deutsche Commerz“-Analyse des Twitter-Anonymus „JohannesBorgen“ fanden wir die Frage, was eigentlich mit den Fusionsplänen passiert, wenn die Deutsche-Bank-Aktie im Zuge des Prozesses zu fallen beginnen sollte. Vor diesem Hintergrund keine gute Nachricht: Die Deutsche-Bank-Aktie ist zwischen Montagmittag, als sie kurzzeitig bei 8,20 Euro notierte, und gestern Abend (7,44 Euro) um fast 10% gekracht. Damit brauchte es nur dreieinhalb Tage, um die bescheidenen Kursgewinne der vergangenen Wochen gleich wieder zu eliminieren. Denn: Auf Monatssicht liegt die blaue Aktie jetzt rund 3% im Minus. Die gelbe Aktie hingegen: immerhin noch rund 5% im Plus.

Ein bisschen schwer tun wir uns bei der Einordnung der in vielen Medien prominent platzierten Meldung, die Solarisbank werde Alipay zukünftig als Acquirer bei der „Expansion des europäischen Händlernetzwerks“ unterstützen. Denn: Einerseits ist es zweifelsohne ein Erfolg für das Berliner Fintech, einen derart prominenten und ambitionierten Partner gewonnen zu haben. Andererseits haben wir den Eindruck, dass Alipay schon ganz schön viele Helfer in der DACH-Region hat (eine kurze Google-Recherche ergibt: Wirecard, Bluecode, SIX Payment, Concardis, Adyen, Ingenico). Insofern, mal abwarten, wie viel Geschäft bei den einzelnen Partnern dann am Ende wirklich hängen bleibt. Pressemitteilung

Wieder mal kein guter Tag für Wirecard: Nachdem die „Financial Times“ gestern über eine mögliche Verwicklung deutscher Topmanager in die inkriminierten Vorgänge in Singapur berichtet hatte, fiel die Aktie um weitere 5,6% auf 101,10 Euro. Unterdessen sind nun schon fünfviersiebtel Wochen vergangen, seit Wirecard angekündigt hatte, der externe Prüfbericht durch die Anwaltskanzlei Rajah & Tann werde in vier bis sechs Wochen erfolgen. Bis zum Redaktionsschluss von „Finanz-Szene.de“ diese Nacht lag uns zumindest noch nichts vor. Financial Times (Paywall)

Kurzmeldungen: In Sachen „Deutsche Commerz“ nimmt jetzt erst mal alles seinen Gang, sogar die Due Diligence hat angeblich schon begonnen (Börsen-Zeitung) +++ Der auf EU-Ebene eigentlich längst ausgehandelte Kompromiss über die Reform der Derivateverordnung Emir wackelt plötzlich wieder (Börsen-Zeitung) +++ Der in Aschheim bei München beheimatete Payment-Dienstleister Wirecard sucht einen Investor-Relations-Manager (Stellenausschreibung)

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Leser-Blog

Aus Anlass der für heute geplanten Veröffentlichung des Geschäftsberichts würden wir uns gerne einen kleinen Spaß auf Kosten der Deutschen Bank erlauben. Wobei: Genau genommen sind es nicht wir selber, sondern der Leser K., der sich einfach mal spaßeshalber angeschaut hat, wie sich die drei Kenngrößen „Zahl der Mitarbeiter“, „Personalaufwand“ und „Erträge“ über die letzten knapp zehn Jahre entwickelt haben. Voilà: Finanz-Szene.de

Linktipps

„Es ist eine Schande, was Scholz da macht“: Der Ressortleiter Wirtschaft der „Süddeutschen Zeitung“ ist von der Bankenpolitik des Ressortleiters Finanzen der Bundesregierung eher nicht so begeistert. SZ

Von A wie Achleitner bis Z wie Zames: Diese 14 Herren entscheiden über die Zukunft von Blaubank und Gelbbank. Manager Magazin

Was würde ein Zusammenschluss von Deutscher und Commerzbank eigentlich für die Deutschbanker in New York bedeuten – denn von denen fürchten ja auch jetzt schon viele um ihre Jobs. Reuters

Schwer einzuschätzen, wie groß die Probleme im Kundenservice der DKB wirklich sind – aber: Dass nicht alles rundläuft, zumindest das scheint offensichtlich. Süddeutsche

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zum Für und Wider einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. Finanz-Szene.de

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