22/05/18: Der nächste Coup der Solarisbank?, Klarnas deutsche Shopping-Tour, Verimi-Interview

Beginnt jetzt das Rennen um den rein digitalen Firmenkunden-Kredit?

An Ratenkredite von der Stange („Sofortauszahlung in x Minuten“) hat man sich ja längst gewöhnt. Und klar dürfte sein, dass auch die Baufinanzierung (zumindest beim verbeamteten Lehrer-Ehepaar mit zwei Kindern und >20% EK-Quote) allmählich zur Standard-Ware mutiert. Beim Firmenkundenkredit hingegen dachten wir, dass es mit der Automatisierung dann doch noch ein wenig dauern wird. Insofern ist erstaunlich, dass die Berliner Solarisbank offenbar mit dem „ersten volldigitalen KMU-Kredit“, „bis zu einer Höhe von 750.000 Euro“ und „ausgezahlt binnen drei Tage“ an den Start gehen will. So zumindest behauptet es der Vertriebspartner Fincompare via Linkedin (während man sich bei Solaris selbst noch zurückhält). Nun muss man beim Fintech-Sprech ja manchmal ein wenig aufpassen. „Fully digital“ ist zum Beispiel, stellen wir immer wieder fest,  ein erstaunlich dehnbarer Begriff. Und „bis zu 750.000 Euro“ kann ja auch heißen, dass es sich in 98% der Fälle um Losgrößen unter 250k handelt). Trotzdem: Der Wettlauf um den ersten digitalen KMU-Instand-Kredit hat offensichtlich begonnen. Hintergrund („Elf Beispiele für die Digitalisierung des KMU-Geschäfts“)

Sponsored Content

Mit unseren White-Label-Lösungen bieten Sie Ihren Kunden in kürzester Zeit innovative Robo-Advisory-Services oder ein komplettes Financial Home unter Ihrer Marke. Unsere flexiblen und modularen Angebote unterstützen Sie dabei, die Kundenbindung zu stärken und neue Ertragsquellen zu erschließen. Jetzt mehr erfahren unter https://www.moneymeets.com/corporate/

News

Postbank schließt in diesem Jahr „deutlich mehr“ als 100 Filialen: Das hat Vorstandsmitglied Susanne Klöß der „BamS“ gesagt. Zugleich sollen bis Mitte nächsten Jahres allerdings 50 der neuen „Vertriebscenter“ entstehen, in denen auch Beratung für Wertpapiere und Baufinanzierung angeboten wird. Reuters

Hatten Sie eigentlich mitbekommen, dass Goldman Sachs inzwischen einen „Nachfolger light“ für Jörg Kukies gefunden hat? An uns war das irgendwie vorbeigegangen, dabei ist die Personalie im „Handelsregister“ schon seit ein paar Wochen aktenkundig. Der Neue heißt Thomas Degn-Petersen, ist Däne, spricht Deutsch und war für die US-Investmentbank zuletzt in Indien tätig. Und warum „light“? Weil er, anders als Kukies, der kürzlich als Staatssekretär ins Finanzministerium wechselte, nicht als Co-Chef, sondern bloß als einfacher Vorstand amtiert. Linkedin

Deutsche Bank will Restrukturierungskosten ab 2019 deutlich runterfahren: Das zumindest hat Finanzchef James von Moltke in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ angekündigt. Wörtlich meinte er: „Größere Beträge wie im Zusammenhang mit der Postbank-Integration oder für die Investmentbank sollten 2019 nicht mehr anfallen.“ Nun kann man natürlich sarkastischerweise denken, „Kunststück …“, nachdem die Blaubank die 2018er-Kosten für den Umbau des Investmentbankings gerade erst um 300 Mill. auf 800 Mill. Euro raufgesetzt hat. Andererseits: Wenn es tatsächlich so kommt, wie von Moltke sagt, wäre das ja zumindest mal ein Fortschritt. Börsen-Zeitung

Klarna akquiriert Düsseldorfer Checkout-Spezialisten Shop.co: … wobei die werten Kollegen uneins sind, ob es sich um einen fetten Exit handelt (so liest es sich t3n) oder nicht doch eher um dürres Exitchen (so liest es sich bei Gründerszene). Fest jedenfalls steht: Nach den Übernahmen von Sofortüberweisung, Billpay und Cookies (bzw.: bei Cookies war es ja nur das Team) setzen die Schweden ihre Shopping-Tour in Deutschland fort.

Linktipps

Das Ende der Banken wird greifbar: … weil sich die traditionelle Kreditwirtschaft immer schwerer tut, ihre beiden einstigen USPs zu verteidigen, nämlich Vertrauen und Informationen. FAZ

Warum ist Verimi mit so wenigen Partnern livegegangen? Finanzchef Torsten Sonntag erklärt die Strategie der Identitäts-Plattform. Bankstil

Was plant Deutschlands erstes Islam-Fintech eigentlich genau? Die „Zeit“ hat mit den Machern von „Insha“ gesprochen. Zeit

Paypal/iZettle, Nachlese I: Die Übernahme des schwedischen Unicorns ist kein Coup des US-Riesen – sondern die 2,2 Mrd. Dollar teure Korrektur eines schweren Strategiefehlers. Paymentandbanking

Paypal/iZettle, Nachlese II: Was bedeutet der Deal eigentlich für Square, jenes US-Fintech, das einst Vorbild für iZettle war? CNBC

Paypal/iZettle, Nachlese III: Wie der US-Zahlungskonzern die Banken zu bloßen Dienstleistern degradieren will. Süddeutsche

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …“

… ich die aktuelle und sachlich-kritische, aber auch faire Berichterstattung sehr schätze. Gäbe es diesen Newsletter nicht, müsste man ihn erfinden …“

Josef Christian Kainz ist Deutschland-Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück zu der Frage, wie viele (bzw. wie wenige) Neukunden die Commerzbank im ersten Quartal wirklich gewonnen hat. Finanz-Szene.de