22/06/18: Das Mindset der deutschen Banken, Warum Fintechs scheitern, Wo N26 keine Lizenz braucht

Was die E&Y-Studie über das Mindset der deutschen Banken verrät

Es ist dann doch erstaunlich, zu welch unterschiedlichen Grundaussagen die diversen Studien über den deutschen Bankenmarkt immer wieder kommen. Während beispielsweise Bain im Dezember (mal wieder) den Untergang der deutschen Kreditwirtschaft ausrief, liefert Ernst &  Young nur sechs Monate später die Antithese: Alles halb so wild! Das operative Geschäft? Positiv bis sehr positiv, berichten 97% der von E&Y befragten Banken und Sparkassen.  Die Aussichten im Retailgeschäft? Gut oder eher gut, sagen 92%.  Krise? Welche Krise?! Nun sollte man solche Studien natürlich nicht zu ernst nehmen. Bemerkenswert finden wir allerdings schon, dass in der E&Y-Studie von 2016 noch drei von fünf Banken berichteten, den Personalbestand reduzieren zu wollen. Und jetzt? Tut dies nur mehr eines von acht Instituten. Zugleich misst lediglich jede zwölfte Bank dem Thema „Kooperationen mit Fintechs“ eine gesteigerte Bedeutung bei. Mal vorausgesetzt, die E&Y-Befragung war methodisch einigermaßen valide: Kann es sein, dass manche Banken, nachdem sie die Kosten ein wenig gesenkt und die Gebühren ein wenig erhöht haben, jetzt erst mal wieder ein wenig durchschnaufen wollen? Finanz-Szene.de (mit den wichtigsten Grafiken), Studie im Original (PDF)

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News

Insurtechs im Funding-Rausch, nächste Folge: Die Deutsche Familienversicherung (nach eigenen, naturgemäß eher subjektiven Angaben der „erste digitale Versicherer“ hierzulande) will zur weiteren Expansion 100 Mio. Euro auftreiben – womöglich sogar mittels IPO, sagt der Chef. Bloomberg

Der Trend zum Online-Banking hält unvermindert an: Auch wenn zuletzt wieder mal diverse Studien die Runde machten, die irgendwas von „Renaissance der Filiale“ oder „Millennials entdecken Filialen“ oder so ähnlich  faselten – die Realität sieht offenkundig anders aus. Laut den neuesten Zahlen von BdB und GfK nutzen inzwischen 50% der Bundesbürger Online-Banking; bei den 18- bis 49-Jährigen sind es sogar 70%. Die meisten Kunden ziehen dabei den Desktop weiterhin dem Smartphone vor. Umfrage-Ergebnisse

Und wenn es noch eine Beweises bedurft hätte: Die Kreissparkasse Köln schließt man eben 45 Filialen. General-Anzeiger

Die Deutsche Bank hat die erste US-Stresstest-Runde erwartungsgemäß überstanden – übrigens genauso wie die anderen 34 untersuchten Geldhäuser. Das heißt freilich noch nicht viel. Denn als eigentliche Hürde gilt die sogenannte umfassende Kapitalanalyse, bei sich die Blaubank in den letzten Jahren immer schwertat und deren Ergebnisse erst kommende Woche veröffentlicht werden. Financial Times (Paywall), Fed (die Ergebnisse im Original)

Einer unserer liebsten und kundigsten Leser schrieb uns (wenn auch nicht in diesen Worten), dass wir bei der Einordnung der „HSH Nordbank finanziert wieder Schiffe“-Meldung dieser Tage einen ziemlichen Schmarrn verzapft hätten. Lesen Sie hier, wie der Leser die Sache sieht: Finanz-Szene.de

Beyond Banking

Auch wenn Sie es vermutlich schon irgendwo gelesen haben: Die Münchner Rück erwägt, sich von ihrem Vermögensverwalter MEAG (und damit von Assets under Management im Wert rund einer Viertel Billion Euro …) zu trennen. Manager Magazin

Beyond .de

Auch wenn es den deutschen Markt nur indirekt tangiert: Die ING Groep und BNP Paribas stehen an der Spitze eine Investorengruppe, die 16 Mio. Dollar in das britische Blockchain-Startup TradeIX pumpt. Finextra

Linktipps

Von „Underfunding“ bis „Ich versuchs mal mit Payments“: Acht Gründe, weshalb Fintechs scheitern. Fintechnews.sg

Mal mit, mal ohne: Warum N26 in den USA – anders als in Europa – auf eine eigene Banklizenz verzichtet. Bank Innovation (Podcast)

Die Renaissance von Bancassurance: Schafft die Digitalisierung, was der Allianz und der Dresdner Bank einst misslang – nämlich Bankgeschäft und Versicherungsgeschäft zu vereinen? Robin Kiera ist davon überzeugt. Finletter

Wie viele Depotbanken bleiben am Ende übrig? Nicht sehr viele, glaubt der Chef der V-Bank. Bloomberg/Welt

Bringt Google Pay den Durchbruch für Mobile Payment in Deutschland? Könnte durchaus sein, glaubt die Süddeutsche Zeitung.

Falls Sie das Positionspapier von BdB, Banken und Fintechs zum Thema „Outsourcing“ noch nicht gelesen haben, es trotz des schönen Sommers aber tun wollen und sei es nur aus der Motivation heraus, dass Sie damit vor Ihrem Team mal wieder so richtig gut dastehen („Wow, was der Chef alles weiß …“): Voilà. BdB

Und dann noch (wie immer freitags) die ultimative „Was wir lesen“-Liste für alle „Chief Digital Officers“ und natürlich auch für die, die es werden wollen: DZ-Innovationsblog

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter eine echte Rarität ist: aktuell, ausgeschlafen, lesbar und unbestechlich. Weil er zeigt, welche Geschäftsmodelle jenseits der üblichen Verlagsstrukturen heute möglich sind. Und weil ich meinen Ex-Kollegen Heinz-Roger Dohms über alle Maßen schätze und weiß, mit welcher Anstrengung er es trotz widriger Umstände schafft, jeden Tag ein hochwertiges Produkt zu liefern.“

Tim Bartz ist Frankfurt-Korrespondent des „Spiegel“ – und einer von mittlerweile mehr als 6500 Abonnenten*

Klickfavorit

… war gestern der (ein bisschen aufgebauschte?) Artikel über den Handelsverlust bei der Deutschen Bank. Bloomberg

*Compliance-Hinweis: Herr Bartz bekommt als Kickback für sein Statement ein Bier in Frankfurts bester Kneipe, dem Backstage.