23/01/19: Raisin paktiert mit O2 Banking, Die Payment-Inkasso-Ehe, NordLB

Beginnt jetzt die Vermählung des deutschen Payment-Sektors mit der Inkasso-Branche?

Es ist auf den ersten Blick ein völlig unbedeutender Deal, der da gestern vermeldet wurde: Die Heidelpay Group GmbH (deren Stammgesellschaft zuletzt auf Erträge in Höhe von rund 10,7 Mio. Euro kam) übernimmt den Frankfurter Inkasso-Spezialisten Universum Group (Rohergebnis der Universum Inkasso GmbH in 2017: rund 13,9 Mio. Euro; Jahresfehlbetrag: rund 240.000 Euro). Der Eindruck allerdings täuscht – denn der Deal spiegelt mindestens drei relevante Trends wider: 1.) Die in Teilen immer noch ziemlich mittelständisch anmutende deutsche Payment-Branche (Heidelpay, Computop…) bekommt durch Konsolidierung allmählich neue Strukturen. 2.) Dabei geben Ausländer den Ton an, nicht nur bei Concardis (diverse PE-Fonds) und BS Payone (Ingenico), sondern auch bei der Heidelpay, die 2017 von einem britischen Finanzinvestor namens Anacap gekapert wurde. Und 3.) Payment und Inkasso verschmelzen. Wie und warum das passiert und was die Folgen sind, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Ad-hoc: Wenn stimmt, was die „BÖZ“ schreibt, dann steht die NordLB kurz vor der Rettung

Huch, das klingt ja wie ein Durchbruch: Während sich das „Handelsblatt“ („NordLB soll nicht untergehen“) und die „FAZ“ („Sparkassen ringen um Stützungsgeld für NordLB“) heute Früh eher vage äußern, liest sich die „Börsen-Zeitung“ so, als hätten sich die beteiligten Länder, die Sparkassen und die Landesbanken zumindest im Grundsatz auf eine Rettung der NordLB verständigt – und zwar a) mit dem Plazet der EZB und b) unter Ausschluss der noch im Prozess befindlichen Finanzinvestoren (darunter Cerberus). Konkret sieht die Lösung laut „BÖZ“ so aus: 1.) Den größten Teil der notwendigen 3,5 Mrd. Euro Eigenkapital stemmen Niedersachsen und  Sachsen-Anhalt. 2.) Ein kleinerer Teil kommt von den an der NordLB beteiligten Sparkassen. 3.) Den Rest teilen die Sicherungseinrichtungen der Landesbanken und der Sparkassen unter sich auf. So einfach? Ja, so einfach. Jedenfalls wenn man der „BÖZ“ glaubt, die immerhin einschränkt, dass die Aufseher der Sache noch nicht so richtig trauen würden (wir hier übrigens auch nicht). Börsen-Zeitung

News

Exklusiv – O2 Banking verbündet sich mit dem Berliner Groß-Fintech Raisin („Weltsparen“): Um die 2016 gestartete Finanz-App des Telefonkonzerns war es zuletzt ein bisschen ruhiger geworden. Nun jedoch integriert Onach Informationen von „Finanz-Szene.de“ die ersten externen Angebote in sein mobiles Girokonto – und zwar die Spar- und Investmentprodukte von „Weltsparen“. Damit folgt O2 Banking dem Beispiel der Berliner Challenger-Bank N26, die ebenfalls kaum eigene Finanzprodukte einsetzt, sondern auf Bündnisse mit diversen Fintechs setzt. „Gerade in Zeiten der niedrigen Zinsen bieten wir unseren Kunden gemeinsam mit Weltsparen eine attraktive Anlagemöglichkeit“, meinte O2-Banking-Chef Markus von Böhlen gegenüber „Finanz-Szene.de“. Wie viele Nutzer sein Angebot mittlerweile hat, wollte er nicht sagen. O2 war 2016 (wir meinen: als erster und bislang einziger Telefonanbieter hierzulande) mit eigener Banking-Applikation an den Start gegangen. Die notwendige Infrastruktur kommt von der Münchner Fintech-Bank Fidor.

Dürfen wir nochmal kurz auf die NordLB zu sprechen kommen? Ist Ihnen auch aufgefallen, dass sich in die Berichterstattung mancher Ihnen bekannter Zeitungen in den letzten Tagen eine neue Zahl eingeschlichen hat – nämlich „10 Mrd. Euro“. So viel würde es angeblich kosten (und dies wird dargestellt wie ein Fakt), die NordLB abzuwickeln. Woher stammt diese Zahl? Wer hat sie in die Welt gesetzt? Der DSGV (im sog. Off)? Der Münchner Bankenprofessor Fleischer (der mit der Zahl bei Bloomberg zitiert wird)? Hat das mal irgendjemand durchgerechnet? Hat das mal irgendjemand kontrolliert? Könnten es nicht auch 8 Mrd. Euro sein? Oder 5,7 Mrd. Euro? Man wundert sich, man wundert sich.

Kurzmeldungen: Die EU-Kommission hat Mastercard wegen unzulässig hoher Interbankenentgelte (die Vergehen stammen aus der Zeit vor der Deckelung von 2015) zu einer Strafe von 570 Mio. Euro verurteilt (dpa/Welt) +++ Als gäbe es nicht schon genügend Bankenverbände da draußen, wollen die Förderbanken innerhalb des VÖB nun laut „BÖZ“ ihren eigenen Verein gründen (Börsen-Zeitung) +++ Der semi-staatliche Hightech-Gründerfonds und der börsennotierte Frankfurter Venture-Capital-Spezialist Finlab haben einen (mutmaßlich niedrigen) siebenstelligen Betrag in den ebenfalls in Frankfurt ansässigen Krypto-Asset-Manager Iconiq Lab investiert (Selbstverlag)

Ignoriert

Auf die Verlinkung der „News“, dass ein (schwäbischer?) Teppichhändler die Deutsche Bank und Hauck & Aufhäuser unter Zuhilfenahme des Zeugen Donald Trump auf 11 Mrd. Euro verklagt (-> siehe „Handelsblatt“, „BÖZ“ heute Früh) haben wir verzichtet, weil wir der Meinung sind, nicht über jedes Stöckchen springen zu müssen, dass einem von namhaften Anwaltskanzleien hingehalten wird. Sollte die Klage wider Erwarten dazu führen, dass die Deutsche Bank und hernach das globale Finanzsystem zusammenbrechen, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

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Linktipps

Äh, warum nochmal will das Finanzministerium, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank fusionieren? Weil andernfalls zumindest das größere der beiden Institute zu einem gefundenen Fressen für die Ratingagenturen werden könne, glaubt der Spiegel (Paywall).

Dass der geschätzte Standeskollege Joachim Jürschick unseren kleinen Newsletter als „bissig“ bezeichnet, freut uns natürlich: Allerdings, so wie der Kollege selbst sich gestern zu Paydirekt und dem „Payxit“ der Poolbanken geäußert hat … dagegen sind wir ja zahme Kätzchen! Lesenswert: IT-Finanzmagazin

Wieder mal ein sehr hübscher Fund, den der Blogger Ralf Keuper da aufgetan hat:  The Code of Banking – als die Sparkassen Vorreiter bei der Digitalisierung waren. Bankstil

Mehr Frauen, mehr Unternehmertum, mehr Kundenfokus, mehr Esprit: Friedrich-W. Kersting hat einen Wunschzettel an die Banken verfasst. Finletter

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop, dass der Finanz- und Risikochef der N26 Bank das Unternehmen verlassen wird. Finanz-Szene.de

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