23/02/18: Der Cash-burn von N26, Helaba im Fokus der EZB, Union Investment

Exklusiv: Wie N26 mit nicht mal 20 Mio. Euro eine Direktbank mit 300.000 Kunden aufbaute

Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 hat für den Aufbau einer Direktbank mit eigener IT-Infrastruktur, Bafin-Lizenz, 150 Mitarbeitern und 300.000 Kunden noch nicht einmal 20 Mio. Euro gebraucht. Diese spektakuläre Rechnung lässt sich aufmachen, nachdem das Berliner Startup dieser Tage im Bundesanzeiger seinen 2016er-Abschluss veröffentlich hat. Addiert man den Fehlbetrag jenes Jahres mit den Verlusten aus 2013 bis 2015, so zeigt sich, dass N26 in den ersten knapp vier Jahren seines Bestehens gerade einmal 19,6 Mio. Euro verbrannt hat. Das heißt, runtergebrochen auf den einzelnen in dieser Zeit gewonnenen Kunden lag der Cash-burn bei lediglich rund 65 Euro. Zwar lässt sich daraus nicht automatisch auf die Akquisitionskosten pro Kunde schließen, plausiblerweise dürften diese allerdings deutlich unter den 65 Euro liegen. Zum Vergleich: Etablierte Banken lassen sich die Gewinnung eines Kunden nach Schätzungen aus der Branche grob gesagt zwischen 100 und 300 Euro kosten, teils angeblich sogar mehr. Lesen Sie hier die komplette Analyse:

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News

Union Investment hängt DWS ab: Der Fondsanbieter der Genobanken hat im vergangenen Jahr einen Nettozufluss von 25,1 Mrd. Euro generiert – und damit fast zehn Mrd. Euro mehr als der Asset Manager der Deutschen Bank (15,8 Mrd. Euro). Soll aber jetzt nicht heißen, dass wir schon wieder an der IPO-Reife der DWS zweifeln wollen. Pressemitteilung, Börsen-Zeitung

Helaba muss ihren 36(!!!)-köpfigen Verwaltungsrat verkleinern: Darauf jedenfalls drängt die EZB-Bankenaufsicht, die argumentiert, die Größe des Gremiums verhindere zielführende Diskussionen und effiziente Entscheidungen. Ähnlich kritisch sieht die EZB laut „Handelsblatt“ den Verwaltungsrat der Rentenbank. Grund: Unter den 18 Mitgliedern befinden sich nur Leute vom Fach. Handelsblatt  (Paywall)

Wolf Schumacher, Ex-Chef der Aareal und „Deutschlands bestbezahlter Banker 2016“ wird Aufsichtsratschef bei der BayernLB. Süddeutsche

Die Sparkassen sind jetzt Kwitt: Paydirekt? Yomo? Ach, Schnee von gestern. Stattdessen scheint nun das P2P-Payment-App Kwitt zum digitalen Lieblings-Tools des öffentlich-rechtlichen Bankensektors zu avancieren. „Wir wollen das Bezahlsystem zum Marktstandard machen“, sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis gestern bei einer „Handelsblatt“-Veranstaltung. Der erste Schritt: Kwitt soll mit dem P2P-Payment-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken verknüpft werden. Handelsblatt

Und noch mal die Sparkassen: Bei der gleichen Veranstaltung hat der gleiche Herr Schleweis gesagt, dass das Zinsergebnis der kommunalen Banken 2017 besser ausgefallen sei als erwartet (Zahlen allerdings gibt es erst im März). Zu den Gründen meinte der Sparkassen-Präsident, die  Vorstände der Sparkassen-Finanzgruppe hätten „entschlossen und unternehmerisch erfolgreich gehandelt“. Wenn wir übersetzen dürfen: Sie haben Volumina und Risiko hochgefahren. Handelsblatt (Paywall)

Zwei üppige Einzelwertberichtigungen beflecken das Ergebnis von HSBC Trinkaus: … wobei der Gewinn vor Steuern dank noch üppigerer Beteiligungsverkäufe letztlich doch um 9,3 Prozent auf 251 Mio. Euro zulegte. Reuters 

Lesetipps

Wie das B2B-Fintech Gini dem Kredit-Vergleichsportal Smava hilft, die Bearbeitung von Konsumentenkrediten möglichst vollständig zu digitalisieren. IT-Finanzmagazin

Und je dürrer unsere eigenen Lesetipps ausfallen (sorry, wir wollten diese Woche wenigstens einmal vor 3 Uhr ins Bett …), desto dankbarer sind wir, dass die DZ Bank einen Gutteil ihres sicherlich auch in 2017 wieder extrem üppigen Jahresgewinns darauf verwendet, immer neue, sehr ausgeruhte  Digitalisierung-Experten anzuheuern, die dann Woche für Woche die weltweit umfangreichste Linkliste zum Thema „Zukunft des Bankings“ zusammenstellen. DZ Innovationsblog

Klickfavorit

… war gestern mit weitem Abstand unsere Exklusivgeschichte über das Ende des Frankfurter Fintechs Fintura. Finanz-Szene.de