23/05/18: Die wahre Geschichte der Sparkasse Düsseldorf, Sewings Sondererlöse, Geno-Revolution

Exklusiv: Die unglaubliche Geschichte der Stadtsparkasse Düsseldorf

Dies ist eine wahre Geschichte. Sie beginnt mit dem früheren Sparkassen-Präsidenten Dietrich Hoppenstedt und einem Elementarteilchen-Physiker namens Tom Weidig. Im Geiste dieser beiden Herren fängt die Stadtsparkasse Düsseldorf Mitte der Nullerjahre heimlich an, immer höhere Summen in immer mehr Private-Equity-Fonds zu investieren.  Während der Finanzkrise schwant den wenigen Eingeweihten plötzlich, dass diese Geschäfte womöglich nicht ohne Risiko sind. Das Zittern beginnt. Aber abgesehen von ein paar Wertberichtigungen passiert nicht viel. Bis – ja bis die Private-Equity-Engagements irgendwann zu einem GuV-Doping ungeahnten Ausmaßes mutieren. Beleg: Zuletzt machten die Heuschrecken-Gewinne mehr als 90% des Vorsteuerergebnisses der Stadtsparkasse aus. Die Öffentlichkeit? Sollte davon nie etwas erfahren. Stattdessen tut der Vorstand so, als handele es sich um ganz normale Zinserträge. Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

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Ist das die Revolution des genossenschaftlichen Einlagen-Managements?

Erinnern Sie sich noch an den Artikel „Sparkassen flirten mit dem Tabubruch“ aus dem Oktober? Damals beschrieben wir, wie das auf Zins-Management spezialisierte Hamburger Fintech Deposit Solutions versuchte, seine Einlagen-Plattform im öffentlich-rechtlichen Bankensektor zu platzieren. Ein gutes halbes Jahr später ist Deposit Solutions nun am Ziel – allerdings nicht bei den Sparkassen, sondern bei den Volksbanken, oder genauer gesagt: bei der Münchner Hyp. Die wird nämlich künftig das sogenannte „Geno-Festgeld“ anbieten, jedoch nur den Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken. Wie soll man das nun einordnen? Vielleicht so: a) Die Geno-Variante des Deutsche-Bank-„Zinsmarkts„. Oder b) Verbundinternes Liquiditäts-Management 4.0. Oder c) Genopace für Einlagen. Börsen-Zeitung (Paywall)

News

Sparkassen und Volksbanken führen ihren P2P-Payment-Service endgültig zusammen: … und zwar unter dem Namen „Kwitt“, den bislang die „Roten“ für sich gepachtet hatten. Klingt fast so, als wäre das endlich einmal eine Fintech-Anwendung klassischer Banken, die wirkliche Schlagkraft entfalten könnte (zumal das Bundeskartellamt offenbar mitspielt). Bleibt nur noch zu fragen, was das jetzt für Paydirekt bedeutet. Aber das ist eine andere Geschichte. Pressemitteilung

Deutsche Bank setzt auf Einmalerträge durch den Verkauf von Postbank-Immobilien: Das zumindest berichtet die „Börsen-Zeitung“ – und verweist auf die Veräußerung eines Objekts in München vor wenigen Wochen. Die Transaktion habe der Tochter einen Ertrag von 156 Mio. Euro (!!!) und einen Buchgewinn in zweistelliger Millionenhöhe beschert. Börsen-Zeitung

So sieht also der Deal bei der HV der Deutschen Bank aus: Die großen Investoren verzichten darauf, AR-Chef Achleitner allzu heftig anzugreifen, verlangen aber im Gegenzug, dass sich der Aufsichtsrat ernsthaft daran macht, eine Nachfolge-Planung aufzustellen. Spiegel

Hermann Schulze-Delitzsch versus Vereinigte Staaten von Amerika: Eine Gruppe von sechs südwestdeutschen Volksbanken will trotz der drohenden US-Sanktionen gegen den Iran weiterhin Zahlungen für Firmen abwickeln, die in die Islamische Republik exportieren. Handelsblatt (Paywall), Reuters

Unser Lieblings-Fintech Niiio mit drei „i“ … hat offenbar im Zuge einer richtigen Kapitalerhöhung echte gut vier Millionen Euro von leibhaftigen Investoren eingenommen – darunter bemerkenswerterweise die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg. DGAP

Linktipps

Mal ein anderer Blick auf das Spannungsfeld Banken vs. Tech: Das vielleicht größte Problem der Kreditwirtschaft ist, dass sie sich dem dominanten Design branchenfremder Mitbewerber anpassen muss, schreibt klug wie immer der Blogger Ralf Keuper. Bankstil

Ist von den europäischen Challenger-Banken die Rede … dann geht es zumindest in der deutschsprachigen Debatte meist um N26 (Berlin) gegen Revolut (UK). Dabei ist ein anderer Player womöglich mindestens genauso spannend, nämlich Monzo (ebenfalls UK). Die Zeit

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… mich dieser Newsletter mit seinen Szenenbildern der Comédie humaine jeden Morgen weckt.“

Finja Carolin Kütz ist Deutschland-Chefin von Oliver Wyman

Klickfavorit

… war gestern unser Archiv-Artikel „Elf Beispiele, wie nach dem Retailbanking nun auch das KMU-Geschäft digitalisiert wird“. Finanz-Szene.de

Aus der Szene

Wenn Sie uns versprechen, der PR-Abteilung der Deutschen Bank kein billiges Ablenkungsmanöver zu unterstellen, dann verlinken wir unter größter Freude auch noch diese Schmonzette hier: David Folkerts-Landau (das ist der maximal unabhängige Chefvolkswirt der Deutschen Bank) hat unmittelbar vor der befürchteten „Anti-Achleitner“-Hauptversammlung ein Interview gegeben, in dem er die Schuld für die heutige Misere der Bank quasi 1:1 dem faktischen Achleitner-Vorgänger Josef Ackermann in die Schuhe schiebt (was der natürlich nicht auf sich sitzen lässt, aber egal). Ironischerweise suchte sich Folkerts-Landau für sein Ackermann-Bashing ausgerechnet das „Handelsblatt“ aus – und damit jene Zeitung, die ihr historisches Ackermann-Urteil fast auf den Tag genau vor sechs Jahren wie folgt fällte: In der nächsten Woche tritt Josef Ackermann von der Führung der Deutschen Bank ab. Er ist ein anderer als der, der vor mehr als einer Dekade in Frankfurt anfing. Aus dem Investmentbanker mit der Fixierung auf eine möglichst hohe Rendite wurde ein präsidialer Weltstaatsmann. Er hat der Bank – vor allem in seiner zweiten Halbzeit – gutgetan. Er hat ihr Ansehen und ihr Kapital gemehrt. Im Vorstand sind mehr Talente versammelt als in allen übrigen deutschen Banken zusammen.“