23/10/18: Schock für deutsche Fintech-Branche, Oddo verkauft Seydler, Neuer WP für Dt. Bank

Exklusiv: Angebliche „100-Mio.-Runde“ von Deposit Solutions war in Wirklichkeit kleiner

65 Mio. Dollar für Smava, 57 Mio. Euro für die Solarisbank, 160 Mio. Dollar für N26, 100 Mio. Dollar für Deposit Solutions: Seit Monaten sorgt die deutsche Fintech-Branche für immer neue Funding-Bestmarken. Folge: Allein von Januar bis September seien mit insgesamt 778 Mio. Euro schon mehr Gelder in hiesige Finanz-Startups geflossen als im gesamten Rekordjahr 2017, vermeldete dieser Tage die Comdirect. Nun allerdings wecken Recherchen von „Finanz-Szene.de“ erstmals Zweifel an einigen der kolportierten Zahlen. Denn: Zumindest die angebliche 100-Mio.-Dollar-Finanzierung  des Hamburger  Vorzeige-Startups Deposit Solutions war in Wirklichkeit merklich kleiner. Ein  Teil der verkündeten Summe floss unseren Recherchen zufolge nämlich gar nicht ins Unternehmen, sondern auf die Konten von Altinvestoren, die ihre Anteile an neue Gesellschafter veräußert haben. Lesen Sie hier, was Deposit-Chef Tim Sievers zu unseren Recherchen sagt, was mit anderen Fundings ist – und was mögliche Lehren aus dem Fall sein könnten: Finanz-Szene.de

Sponsored Content

Banking-APIs sind das technische Fundament für digitale Finanzinnovationen. Wie Banking-APIs funktionieren, welche Geschäftsmodelle durch API-Banking entstehen und welche Möglichkeiten sie Banken und FinTechs konkret bieten, erfahren Sie im neuen Whitepaper von FinTecSystems! Jetzt kostenlos herunterladen!

News

Oddo reicht Seydler an den Selfmade-Unternehmer Rolf Elgeti weiter: … was kurz gesagt bedeutet, dass 1.) die Frankfurter Wertpapierhandelsbank ihren dritten Eigner binnen fünf Jahren bekommt, dass 2.) die Franzosen, denen ja auch (und auch weiterhin) die BHF gehört, allmählich merken dürften, dass der deutsche Bankenmarkt kein Ponyhof ist, und dass 3.) das ewige Wunderkind Elgeti, das zuletzt ja bereits das Finanzierungs-Fintech Creditshelf an die Börse komplimentiert hat, immer noch Opportunitäten sieht, wo wir Normalsterblichen sie nie vermuten würden. Wiwo, Süddeutsche Zeitung (Porträt Elgeti)

Gut, dass drunter keiner wohnt – so laut wie bei der Hamburger Warburg-Bank gestern die Stuhle gerückt wurden: Der für den Kapitalmarktbereich zuständige Partner Eckhard Fiene verlässt das Traditionshaus, sein Nachfolger (sowohl inhaltlich als auch, was den Partnerstatus angeht) wird Peter Tessmann, bis vor Kurzem noch Chef der Oldenburgischen Landesbank. Zudem geht nach fast 30 Jahren bei Warburg der zuletzt für Sales und Trading verantwortliche Generalbevollmächtigte Thomas Schult. Pressemitteilung

Dachte man nicht eigentlich, dass die Sparkassen und Ingenico jetzt ziemlich beste Freunde seien, wo unsere öffentlich-rechtlichen Banker doch neulich ihren Acquirer BS Payone in ein 48:52-Joint-Venture mit dem französischen Payment-Konzern eingebracht haben? Nun denn, so kann man sich täuschen. Denn auf der Suche nach einem Online-Payment-Partner ist Ingenico jetzt beim skandinavischen Fintech Trustly fündig geworden – und dass, obwohl die Sparkassen mit Paydirekt und Giropay gleich zwei Anbieter in ihren Reihen haben, die über eine ähnliche bis sehr ähnliche Genetik wie Trustly verfügen. Tja. Pressemitteilung, IT-Finanzmagazin

Und falls Sie heute Morgen zufällig eine FAZ zur Hand haben: Auf Seite 17 steht eine Geschichte, wonach die Bundesbank für ihre Mitarbeiter neue Insider-Regeln erlassen hat, die für manche Beschäftige (wenn wir es richtig verstehen) zur Folge haben, dass sie keine Bankaktien mehr kaufen dürfen oder entsprechende Transaktionen zumindest offenlegen müssen.

That’s not news

Wie gewohnt fassen die Montagsausschläfer von „Finanz-Szene.de“ am Dienstag nochmal kurz die Ereignisse des Wochenendes für Sie zusammen:

PwC ist Favorit für WP-Mandat bei der Deutschen Bank: Das zumindest berichtet der „Spiegel“ – und findet das Ganze „heikel“, weil Norbert Winkeljohann, bis vor wenigen Monaten Deutschland-Chef von PwC, beim wichtigsten Geldhaus des Landes im Aufsichtsrat sitzt. Spiegel (Print)

Von den acht deutschen Banken, die am Stresstest der europäischen Bankenaufsicht teilnehmen, hat die NordLB nach übereinstimmenden Medienberichten am schlechtesten abgeschnitten: … was natürlich eine gute Nachricht ist. Denn sollte es eine Bank geben, die noch schlechter abgeschnitten hat als die NordLB (bei der man von einem sehr schlechten Abschneiden ja ausgehen muss), dann wäre das nicht nur für die betreffende Bank ein ziemlicher Schock. FAZ, NDR

Für das Team des insolventen Berliner Payment-Fintechs Cringle hat sich eine Anschlussverwendung gefunden: Die jungen, neuerdings nach dem  Vorbild ihres künftigen Chefs Arnulf Keese offenbar mehrheitlich bärtigen Männer, kommen, was uns freut, bei der DKB unter. Pressemitteilung

Die DZ Bank kommt angeblich mit dem Verkauf der Luftfahrt- und Eisenbahnportfolien ihrer Krisentochter DVB Bank voran: Mögliche Bieter seien die australische Macquarie-Gruppe sowie zwei japanische Geldhäuser, berichtet „Reuters“.

Sponsored Content

Wo Insurtech nicht draufsteht – aber drinsteckt! Die Deutsche Familienversicherung ist der volldigitale Versicherer hierzulande. Hier mehr erfahren:
deutsche-familienversicherung.de/ueber-uns/unternehmen/

Linktipps

Kann es sein, dass wir alle miteinander (Medien, Konkurrenten, Twitter-Menschen etc. pp.) die Sache mit N26 und dem Foto-Ident-Verfahren ein bisschen zu hoch gehängt haben? … fragen die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog.

Wenn Banken und Fintechs wirklich gut zusammenarbeiten wollen, … dann erfordert das einen Kulturwandel auf beiden Seiten. Finletter

Klickfavorit

… war am Freitag unser „ultimatives Lehrstück über die Schlacht zwischen Banken und Fintechs“. Finanz-Szene.de

In eigener Sache

„Finanz-Szene.de“ ist am Wochenende mit dem „Sonderpreis der Jury“ beim bankenunabhängigen „Comdirect Finanzblog Award 2018“  ausgezeichnet worden. Unsere Freude hierüber war eine durchaus diebische. Denn bei besagtem „Sonderpreis“ handelte es sich um den „Newcomer Award“  – nachdem wir der Jury verschwiegen hatten, dass unsere Redaktion (rechnet man den wunderbaren Teilzeit-Analysten Thomas Borgwerth und die cheflektorierende Frau Mama ein) auf ein Durchschnittsalter von Anfang, Mitte 50 kommt. Hoffentlich müssen wir das Preisgeld nicht zurückzahlen, nachdem wir das jetzt offenbart haben. Und hoffentlich hat die Frau Mama diese Nacht aus „Finanzblog“ nicht „Finanzblock“ gemacht. Den Preis bei den Erwachsenen gewann ein Blog namens „Talerbox“, der Publikumspreis ging an den Blog „Tim Schäfer Media“. Herzlichen Glückwunsch den Kollegen! Und Dankeschön für die Gratulationen, die uns selbst  u.a. via Twitter erreicht haben.

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!