24/01/19: Die irren Renditen der Targobank, Alle gegen die „Deutsche“, NordLB: „PE“ gibt nicht auf

Exklusiv: Die Targobank erwirtschaftet seit Jahren eine Vorsteuerrendite von rund 40% (!!!)

Liebe Leser*innen, vergessen Sie für einen Moment bitte alles, was sie über den deutschen Bankenmarkt zu wissen glauben. Denn: Im Zuge unserer Bilanz-Schnüffeleien sind wir auf ein Geldinstitut gestoßen, das trotz der oft beschriebenen Branchenkrise seit Jahren eine Eigenkapitalrendite von rund 40% vor Steuern erwirtschaftet. Und nein, wir reden hier nicht von einer provisionsgeschwängerten Spezialbank wie Berenberg. Sondern von einem der großen, scheinbar stinknormalen „Einlagen rein, Kredite raus“-Player hierzulande – von der Targobank. Auf Basis eines Eigenkapitals von 1441 Mio. Euro hat der Ratenkredit-Spezialist 2017 einen Vorsteuergewinn von 664 Mio. Euro erwirtschaftet. Macht: eine Rendite von 46% (zur Einordnung: Die ING Diba kam zuletzt auf 17%). Wie ist das möglich? Hier unsere Analyse (mit noch einigen weiteren Zahlen, bei denen Sie sich verwundert die Augen reiben werden): Finanz-Szene.de

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News

Wie auch immer der „Fall Danske“ für die Deutsche Bank ausgehen mag – bis auf Weiteres ist das größte Geldhaus des Landes jedenfalls wieder im Abwehrmodus: Exemplarisch zeigte sich dies gestern, als „Bloomberg“ berichtete, die US-Fed prüfe „offiziell“, ob die Deutsche Bank verdächtige Transaktionen, die sie als Korrespondenzbank für die estnische Danske-Filiale abwickelte, ausreichend überwacht habe. In Frankfurt wurde diese Darstellung zwar zurückgewiesen. Zugleich räumte die Deutsche Bank jedoch ein,  mit „Anfragen von Regulierungs- und Strafverfolgungs-Behörden auf der ganzen Welt“ konfrontiert zu sein. Das klingt nicht so, als könne man sich endlich wieder voll aufs Geschäft konzentrieren. Dabei wäre ja gerade das bitter nötig. Bloomberg, Reuters, Financial Times (Paywall)

… und um die These vom Abwehrmodus noch ein bisschen zu untermauern: Wie gestern Abend bekannt wurde, muss die Deutsche Bank am 4. April ebenfalls in Sachen „Danske“ zum Rapport vor dem „Ausschuss für Finanzkriminalität, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung“ (was es nicht alles für Ausschüsse gibt …) des EU-Parlaments antreten. Am liebsten, so lesen wir, hätten die europäischen Abgeordneten Herrn Sewing persönlich vorfahren lassen. Der aber schickt Herrn Wilken (also den neuen Geldwäsche-Beauftragten der Blaubank). SZ, Bloomberg

Was die britische Smartphone-Bank Revolut für das Berliner Fintech N26 ist (sprich: der wichtigste internationale Wettbewerber), das ist der britische Robo-Advisor Nutmeg für das Münchner Fintech Scalable Capital: In Großbritannien selbst stehen sich die beiden Rivalen im B2C-Geschäft direkt gegenüber, anderswo in Europa kämpfen sie verbissen um die B2B-Mandate großer Banken. Insofern wird man in München nicht nur  registriert haben, dass Nutmeg diese Woche eine Funding-Runde über umgerechnet 52 Mio. Euro verkündet hat – sondern dass zu den Investoren interessanterweise auch Goldman Sachs gehört. Was man hierzu wissen muss: Goldman breitet in UK momentan sein in den USA erfolgreich angelaufenes Retailangebot „Marcus“ aus. Gut denkbar, dass „Marcus by Goldman Sachs“ demnächst auch nach Deutschland kommt, womöglich ja mit integriertem Nutmeg-Robo. Dann hätten wir hierzulande einen neuen Wettbewerber 1.) für Scalable, 2.) für N26 und 3.) selbstverständlich auch für die Banken. Viel Spaß allen Beteiligten. The Telegraph (Nutmeg-News)

Kurzmeldungen: Auch wenn eine „staatlich-öffentlich-rechtliche“ Rettung der NordLB immer wahrscheinlicher wird, wollen Cerberus und Centerbridge laut „Börsen-Zeitung“ trotzdem verbindliche Angebote für die leckgeschlagene Landesbank abgeben (BÖZ) +++ Viermal hat sich Finanz-Staatssekretär Kukies im zurückliegenden halben Jahr mit Vertretern von Cerberus getroffen – man darf vermuten: Es ging dabei auch um den Komplex „Deutsche Commerzbank“ (FAZ/Paywall) +++ Die Deutsche Börse hat (auch dank der allgemeinen Kursturbulenzen in der zweiten Jahreshälfte) ihre Gewinnprognose für 2018 deutlich übertroffen (FAZ) +++ Die Quirin-Bank verstärkt sich mit Christian Ohswald, bislang Leiter des Wealth Managements der Deutschen Bank in Österreich (Welt/Bloomberg) +++ Wirecard stellt seine Boon-App in Österreich ein – obwohl es dort, anders als hierzulande, noch keine Google-Pay-Lösung gibt, mit der die Kunden Boon ersetzen können (Heise Online) +++ Das Berliner Auto-Leasing-Startup Vehiculum erhält von Investoren (darunter Smava-Chef Alexander Artopé) 7 Mio. Euro (Gründerszene)

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Linktipps

Wann beginnt die Konsolidierung des europäischen Bankensektors? Nun, fürs erste wird über selbige nur weiter philosophiert, zum Beispiel auf dem Gipfel in Davos, wo sich UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber wie folgt geäußert hat: „Das Einzige, worauf es im Banking ankommt, ist Größe.“ Manager Magazin

Woran kranken Deutschlands Retailinstitute? Unter anderem daran, dass viele Banker (und Verdi) immer noch meinen, auch mal samstags zu arbeiten sei einem Banker nicht zuzumuten, so der Blogger und Banker (Hamburger Sparkasse) Tobias Baumgarten. IT-Finanzmagazin

Die Liste der gescheiterten GAFA-Projekte ist lang. Allerdings lernen die großen amerikanischen Tech-Konzerne aus ihren Fehlern – und so kommt es vor, dass aus einem dieser gescheiterten Projekte (dem Amazon Fire-Phone) im zweiten Anlauf eine erfolgreiche Anwendung erwächst (in diesem Fall: der Sprachassistent Alexa), die dann irgendwann die Welt und vielleicht ja auch das deutsche Banking verändert. Paymentandbanking

Klickfavorit

… war gestern die Analyse zur Zukunft des deutschen Payment- und Inkasso-Markts. Finanz-Szene.de

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