24/04/18: Macht Sewing gleich ernst? / DWS: Ups, da war ja noch was / Der Beinah-Deutsche-Bank-Chef

Also doch: Deutsche Bank plant offenbar harte Einschnitte im US-Investmentbanking

Als die Deutsche Bank vor zwei Wochen die „Regierungserklärung“ ihres neuen Vorstandschefs verbreitete, da war es vor allem die Äußerung mit der „Jägermentalität“, die für Aufsehen sorgte. Ein anderer Satz, nämlich der mit den „harten Entscheidungen“, die man treffen und umsetzen werde, wurde hingegen eher als rhetorische Pflichtübung aufgenommen. Denn was hätte Herr Sewing auch anderes sagen sollen? Dass er prassen und zaudern wolle? Jedenfalls: Seit gestern Abend sieht es nun so aus, als wäre die Ankündigung „harter Entscheidungen“ doch mehr als Rhetorik gewesen. Da nämlich berichteten „Bloomberg“ und das „Handelsblatt“, dass die neue Deutsche-Bank-Führung deutliche Einschnitte im US-Investmentbanking diskutiere. Davon soll vor allem, aber offenbar nicht nur das Aktiengeschäft betroffen sein. Beide Medien berichten unisono, dass a) zwar noch keine Entscheidung gefallen sei, b) aber trotzdem schon in dieser Woche eine Entscheidung fallen könne. Widersprüchlich sind die Angaben zu der Frage, inwiefern sich bis dahin auch der Aufsichtsrat mit den Plänen befassen soll. Bloomberg, Handelsblatt (Paywall)

 

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News

Deutsche Bank wurde (noch) weniger DWS-Aktien los als gedacht: Wie erst gestern bekannt wurde, musste die Credit Suisse als sog. Joint Bookrunner beim Börsengang des Blaubank-Asset-Managers merkliche Stützungskäufe vornehmen – weshalb aus der sog. Platzierungsreserve statt 4,5 Millionen Aktien nur 1 Million Aktien übrig blieben, um sie an neue Aktionäre auszugeben. Folge eins: Die Deutsche Bank 79,5 Prozent an der DWS (statt 77,75 Prozent). Folge zwei: Statt 2 Mrd. Euro (wie ursprünglich erhofft) bzw. 1,65 Mrd. Euro (wie zwischenzeitlich erhofft) bzw. 1,45 Mrd. Euro (wie zuletzt kommuniziert) nahm die Deutsche Bank bei dem IPO letztlich nur 1,33 Mrd. Euro ein. Börsen-Zeitung (Paywall), Handelsblatt, Finanz-Szene-Archiv (Dichtung und Wahrheit beim DWS-Listing)

Dazu passt, … dass der grundsolide chinesische Großaktionär HNA seinen Anteil an der Deutschen Bank abermals runtergefahren hat, und zwar von 8,8 Prozent auf nur mehr 7,9 Prozent. Hatte es nicht bei der letzten Reduzierung im Februar noch geheißen, eine weitere Reduzierung sei nicht geplant? FAZ

Drei deutsche Banken beteiligen sich am „Fintech Europe“-Programm des Frankfurter Tech-Quartiers und des internationalen Startup-Inkubators „Plug and Play“: … nämlich die Deutsche Bank, die DZ Bank und die Aareal. Daneben sind fürs erste die BNP Paribas sowie der dänische Zahlungsdienstleister Nets mit von der Partie. Insgesamt will „Plug and Play“ 10 bis 15 Finanzfirmen für „Fintech Europe“ gewinnen. Pressemitteilung

Bundesbank lobt Fortschritte bei PSD2: In ihrem Monatsbericht schreiben die Notenbanker, die großen deutschen Institute hätten offenbar erkannt, „dass die PSD 2 durchaus Chancen bietet, das Serviceniveau des Zahlungskontos für die eigenen Kunden und damit auch die eigene Attraktivität zu erhöhen“. Börsen-Zeitung (Paywall), Monatsbericht (PDF, S. 53 ff)

Deutsche Bank bringt „Zinsmarkt“ in die Filialen: Das hat Andreas Kramer, Chef der Digitalplattform der Blaubank, via LinkedIn verkündet. Der Slogan auf den entsprechenden Plakaten lautet: „Damit beides möglich ist: gute Zinsen und ein gutes Gefühl.“ (wobei das Gefühl sicherlich noch ein bisschen besser wäre, wenn die Einlagenplattform endlich um ein paar weitere Zielbanken erweitert würde. Zurzeit besteht der „Zinsmarkt“ nämlich weiterhin nur aus Angeboten der Deutschen Pfandbriefbank und der französischen MyMoney Bank). LinkedIn, Zinsmarkt

Eine Ära geht zu Ende …, oder wie soll man sonst beschreiben, dass sich Friedrich von Metzler aus der Geschäftsleitung jener Bank, die so heißt wie er selbst, zurückzieht? Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall)

Und eine News, die außerhalb Frankfurts nun wirklich niemanden interessiert, ebendort aber vermutlich mehr als 50 Prozent unserer Leser: Der Ex-Goldman-Deutschland-Manager Philip Holzer und der auch nicht unschillernde Stephen Orenstein steigen im großen Stil bei der Eintracht ein. Frankfurter Rundschau

Beyond .de

Obacht, Deutsche Bank, die UBS … hat ihren Gewinn im ersten Quartal um 19 Prozent auf 1,5 Mrd. Franken gesteigert, und zwar nicht zuletzt aufgrund des guten Abschneidens des Investmentbankings (genauer: des Aktienhandels). Trotzdem zeigten sich die Investoren nicht wirklich begeistert. Finews.ch, Finanz und Wirtschaft

Globale VC-Investitionen in Fintechs erreichten in Q1 einen neuen Rekord: Laut den zumeist mehr oder weniger genauen Researchern von CB Insights flossen von Januar bis März insgesamt 5,4 Mrd. Dollar in Finanz-Startups, wobei die Investitionen in Europa (trotz des Booms in Deutschland) zurückgingen. Business Insider

Linktipps

Das ist der Mann, der (angeblich) Deutsche-Bank-Chef werden sollte …, und mit dem die Blaubank (und die Commerzbank) es nun aber trotzdem zu tun bekommen, weil Matt Zames nämlich künftig für die Banken-Beteiligungen des US-Finanzinvestors Cerberus verantwortlich zeichnet. (Sorry für die unsägliche Satzkonstruktion, uns fallen die Augen zu …) Manager Magazin

Warum Instant Payments immer noch auf sich warten lässt: … erklärt der Computop-Chef im Interview mit dem Bank-Blog

Wie geht es bei Savedroid weiter? Eine locker-flockig aus dem Ärmel geschüttelte Prognose von Finanz-Szene.de

Wäre der von Savedroid inszenierte Fake-Exit-Scam in echt überhaupt möglich gewesen? …  fragen die Kollegen von Gründerszene

Und um den „Fall Savedroid“ dann auch für heute Morgen abzuhaken … hier nochmal der öffentliche Brief der deutschen Fintech-Community zu der Affäre. Finanz-Szene.de

Huch, der junge Herr Niroumand von Finleap … wird ja wirklich immer politischer. Süddeutsche

Klickfavorit

… war am Freitag ungelogen die Pressemitteilung zur 2017er-Bilanz der Sparkasse Münsterland Ost (wir sind schon ein ziemliches Nerd-Medium, aber ist ja nicht schlimm). PDF