24/05/18: Macht die Dt. Bank wirklich ernst?, Das D-Problem der Schweizer Banken, Michael Kemmer

Was es bedeutet, wenn bei der Deutschen Bank wirklich 10.000 Stellen wegfallen sollten

An horrende Jobabbau-Programme bei großen Banken hat man sich ja längst gewöhnt – genauso wie daran, dass bei der initialen Verkündung solcher Programme schon laufende Programme gern mal eingerechnet werden. Zum Beispiel weil es (rein fiktiv gesprochen) gilt, einem angeschlagenen AR-Chef den Allerwertesten zu retten oder einem neuen CEO vor den Investoren ein bisschen Street Credibility zu verschaffen. Was hat vor es vor diesem Hintergrund nun mit der Nachricht auf sich, dass die Deutsche Bank angeblich 10.000 Jobs abbauen will? 1.) Wenn wir es richtig verstehen (wir berufen uns hier auf die FAZ), dann sind die 6000 Jobs, die im Zuge der Postbank-Integration wegfallen sollen, in den 10.000 NICHT mit drin. Das hieße 2.), dass die 10.000 i.d.T. gewaltig wären, zumal, wenn die Stellen binnen nur zwölf Monaten abgebaut würden (wäre das  überhaupt vereinbar damit, dass 2019 die Restrukturierungs-Kosten sinken sollen, wie der CFO vor wenigen Tagen verkündet hat???). 3.) Bei dem Programm würde es nicht nur und nicht mal in erster Linie um den Aktienhandel gehen, wie es gestern kurzzeitig hieß. Und auch nicht nur um New York. Sondern 4.) Es würde um das Investmentbanking generell und damit auch um London und also ans Eingemachte gehen. Sind die „10.000 in 12 Monaten“ also ernst gemeint? Und sind sie fix? Oder wird um sie noch gerungen? Antworten vielleicht schon heute.  FAZ , SZ, Bloomberg

Sponsored Content

Mit unseren White-Label-Lösungen bieten Sie Ihren Kunden in kürzester Zeit innovative Robo-Advisory-Services oder ein komplettes Financial Home unter Ihrer Marke. Unsere flexiblen und modularen Angebote unterstützen Sie dabei, die Kundenbindung zu stärken und neue Ertragsquellen zu erschließen. Jetzt mehr erfahren unter https://www.moneymeets.com/corporate/

News

Wow, war das gestern jenseits der Deutschen Bank eine dürre Nachrichtenlage: … was uns allen Ernstes dazu bringt, Ihnen als Top-News zu verkaufen, dass die St. Galler Kantonalbank im Deutschland-Geschäft weiterhin Geld verbrennt. Wenn wir dazu noch eine Pseudo-Meta-Ebene einziehen dürfen: Wieder einmal zeigt sich, welcher der beiden Bankenmärkte der schwierigere ist. Denn, zur Erinnerung: In Deutschland schreibt ja selbst die UBS regelmäßig rote Zahlen, während umgekehrt in der Schweiz sogar die Commerzbank erfolgreich ist. Bloomberg/Welt

Und die nächste „News“ mit Connaisseur-Faktor 10: Die Citigroup will ihre Deutschland-Tochter umbauen, berichtet der nimmermüde Kollege von efinancialcareers.

… und dann noch was, was Ihnen „Google News“ mutmaßlich gestern Abend schon erzählt hat: Der FMS (also der Bankenrettungsfonds) hat u.a. dank des Kursanstiegs der Commerzbank-Aktie im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,46 Mrd. Euro, nun ja, „erwirtschaftet“. Sind natürlich nur Buchgewinne (die zwischenzeitlich und teilweise auch schon wieder pulverisiert sein dürften, da die Coba-Aktie seit Jahresbeginn ja brav wieder fällt). Und ändert wenig daran, dass sich die Gesamtverluste des FMS per Ende 2017 auf rund 21 Mrd. Euro türmten. Reuters/Manager Magazin

Im Grunde gibt es zwei Arten von Fintechs: Die, die man ernst nehmen muss. Und die, bei denen das weniger der Fall ist. Gefühlt hatten wir den (deutsch-)schweizerischen Banking-App-Anbieter Numbrs trotz (oder wegen?) seiner irre hohen Funding-Verlautbarungen irgendwie schon in der zweiten Kategorie abgeheftet. Womöglich war das vorschnell: Finews

Mit welchen Argumenten die Banken sich die Tech-Konzerne vom Leib halten wollen: Unter anderem mit dem, dass eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) ja nichts anderes sei als ein Instrument zur Generierung von Depositen, weshalb jeder, der eine „Wallet“ (ein „Wallet“?) anbiete, gefälligst genauso streng reguliert gehöre wie eine Bank. So (oder so ähnlich) hat es der Chef der BNP Paribas laut „FT“ gesagt. „Financial Times“ (Paywall)

Linktipps

Warum Instant Payment im KMU-Geschäft vielleicht doch Sinn machen könnte: Kaum starten die Banken mit dem neuen Service, erklären ihn die ersten Fintech-Blogger (namentlich: Maik Klotz und Tobias Baumgarten) auch schon für gescheitert. „Finanz-Szene.de“ fragte darum die Leser: Ist das wirklich so? Oder werden sich nicht doch ein paar Anwendungsfälle für Echtgeld-Überweisungen herausschälen – wenn schon nicht im Retail-, dann ja vielleicht wenigstens im Firmenkundengeschäft? Hier eine der spannenden Antworten, die uns erreichten: Finanz-Szene.de

Das sind uns die liebsten: Schwimmen ganz oben auf der Fintech-Welle und kokettieren dann damit, dass sie ihre eigene Firma „gar nicht als Fintech verstehen“ … Aber sei’s drum, trotzdem interessant, was der Deutschland-(und Nordeuropa)-Chef des heimlichen Payment-Riesen Stripe, Felix Huber, so zu erzählen hat. Paymentandbanking

Warum die Leute in den Work-out-Abteilungen der Banken in den nächsten Monaten wieder mehr zu tun bekommen: … erläutern unter Verweis auf drohende Liquiditätsengpässe bei KMUs die Kollegen von Finance

Was macht eigentlich George, die gehypte Online-Plattform der österreichischen Erste Group? Vorstand Peter Bosek hat es „Reuters“ erzählt. Rtr/Futurezone

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter den idealen Einstieg in die Tageslektüre bietet: Interessante Geschichten auch, aber nicht nur aus der Fintech-Szene, sozusagen ein Appetit-Anreger für intensivere Befassung, erleichtert durch die nützlichen Links. Übersichtlich, kurz und knapp, dabei locker und unterhaltsam geschrieben, nicht bierernst und, wo nötig, auch mit einem Schuss Selbstironie. Damit auf seinem Gebiet auch irgendwie disruptiv!“

Michael Kemmer ist der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken

Klickfavorit

… war gestern naheliegenderweise unsere große Recherche zur Stadtsparkasse Düsseldorf (die uns dooferweise mehrere Tage gekostet hat, weshalb wir, siehe obige News-Sektion, heute fast gar nichts für Sie im Angebot haben. Die Cost-Income-Ratio von „Finanz-Szene.de“ dürfte damit diese Woche bei gefühlten 134,8 liegen, was nicht mal die Deutsche Bank schafft).  Finanz-Szene.de