25/01/19: Der nächste DZ-Bank-Schock, Das Jöbchen von Herrn Merz, Deutsche Bank

Der nächste Schock: DZ Bank muss Firmenwert der Private-Banking-Tochter korrigieren

Kaum ist der langjährige DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch mit allen Ehren verabschiedet, dürfen seine Nachfolger erst mal die Bilanzen aufräumen: Wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet, muss bei der Luxemburg-Tochter „DZ Privatbank“ der Unternehmenswert um 128 Mio. Euro nach unten korrigiert werden (nach HGB ist sogar von 220 Mio. Euro die Rede). Ob das Ganze „überraschend“ kommt, wie die Kollegen urteilen, ist fraglich. Denn 1.) Die „BÖZ“ selbst hatte jüngst skizziert, wie meilenweit die „DZ Privatbank“ ihren Zielen hinterherhinkt. Und 2.) Unser eigener kleiner Newsletter hatte im Zuge seiner großen DZ-Bank-Bilanzrecherche neulich bereits eine 274-Mio.-Euro-Abschreibung auf die Private-Banking-Tochter in 2015 publik gemacht. Fazit: Beim DZ-Bank-Konzern mag es sich nach 12 Jahren Wolfgang Kirsch um eine gut geölte Verbund-Organisation mit profitabler Versicherung und bockstarkem Asset-Manager handeln. Aber alles, was Bank im engeren Sinne ist, macht entweder Sorgen (die DZ Bank AG), große Sorgen (die DZ Privatbank) oder ganz, ganz, ganz, ganz große Sorgen (die DVB Bank).  BÖZ (Kurznews), BÖZ (Langfassung/Paywall), Finanz-Szene.de (Archiv)

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Exklusiv: Blackrocks fette Wette auf den deutschen Robo-Advisor-Markt

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist in viel stärkerem Maße beim führenden deutschen Robo-Anbieter Scalable Capital engagiert als bislang bekannt. Diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ im britischen Handelsregister Companies House gemacht. Scalable Capital hatte 2017  eine Funding-Runde über 30 Mio. Euro veröffentlicht,“angeführt“ von Blackrock, wie es damals hieß. Wie nun aber aus dem Jahresabschluss einer britischen Blackrock-Tochter hervorgeht, steckte der Asset-Management-Riese damals nicht nur 24 Mio. Euro direkt in den Münchner Robo Advisor, sondern sicherte für weitere 28,5 Mio. Euro (!!!) die Alt-Anteile bestehender Investoren. Insgesamt hält Blackrock seitdem rund 35% an Scalable, was (siehe unsere gestrige Ausgabe) die Vermutung zulässt, dass es auf dem europäischen Robo-Markt mittelfristig zu einem Giganten-Duell zwischen Blackrock (mit Scalable) und Goldman Sachs (mit Nutmeg) kommen könnte. Lesen Sie hier, wie hoch Scalable durch Blackrock bewertet wird und welcher deutsche VC immerhin gut 20% an dem Startup hält: Finanz-Szene.de

News

Mit einer eigentlich ganz interessanten Info zur Deutschen Bank wartet das „Handelsblatt“ heute Morgen auf (auch wenn Herr von Moltke so was in die Richtung neulich schon mal angedeutet hatte): Demnach hat die jüngste Großrazzia das Institut im vierten Quartal „einen signifikanten dreistelligen Millionenbetrag an Einnahmen gekostet“. Weil: Besonders in den USA hätten große Kunden die Durchsuchungen als Misstrauensvotum gegen den neuen CEO gedeutet. Nun mag es der Deutschen Bank zupass kommen, dass sich das Ganze liest wie: „Bereinigt um Großwetterlage und Altlasten ist Q4 eigentlich völlig okay gelaufen“ … Bloß: Vielleicht ist an dieser Lesart ja wirklich was dran. Handelsblatt (Paywall)

Exklusiv – Nachdem wir Anfang der Woche ja bereits mit der Meldung, dass die N26 Bank ihren Finanzchef verliert, für Aufsehen gesorgt hatten, erlauben wir uns, Sie heute mit einer weiteren hochrangigen Personalie aus der Berliner Fintech-Szene zu versorgen: Nach unseren Informationen wird Deutschland-Chef Thorsten Seeger den milliardenschweren britischen Marketplace-Lender Funding Circle in Kürze verlassen. Das Unternehmen teilt uns mit, Seeger und seine Familie würden aus Berlin fortziehen und sich „neuen Herausforderungen widmen.“ Unter Seeger hatte Funding Circle im vergangenen Jahr hierzulande KMU-Kredite in Höhe von gut 100 Mio. Euro vermittelt.

Kurzmeldungen: Die EZB erwägt die Vergabe neuer Langfristkredite für die Banken (SZ) +++ Die Dt. Bank gerät in den USA wegen ihrer Trump-Geschichten immer tiefer in den innenpolitischen Konflikt (Reuters) +++ Der Südwestbank kommen nach der Übernahme durch Cerberus/Bawag ihre Private-Banking-Spezialisten abhanden (PBM) +++ Die größte deutsche Crowdinvesting-Plattform Exporo strebt noch im ersten Halbjahr eine „signifikante Finanzierungsrunde“ an  (BÖZ) +++ Und Wirecard stellt Boon in Österreich nun vorerst doch nicht ein (siehe der gestern Nacht korrigierte Artikel bei den Kollegen von „Heise“)

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Aus der Szene

Da schreiben wir ein einziges Mal was über Friedrich Merz – nämlich dass er auf seinen Posten als Aufsichtsratschef von Blackrock in Deutschland zurückkehre, wie letztes Wochenende überall zu lesen war. Und schon: Kriegen wir von einem unserer Leser eins auf den Deckel. Denn: Das mit dem Aufsichtsratschef von Blackrock in Deutschland sei nun wirklich übertrieben. Das klinge ja so, als habe Merz da eine wichtige Position inne. Was aber gar nicht der Fall sei!, so der Leser. Und in der Tat: Wenn man sich das Ganze mal genauer anschaut, dann scheint Herr Merz der Aufsichtsratschef von Blackrock in Deutschland  eher in dem Sinne zu sein wie, sagen wir, der Obmann der vereinseigenen Tischtennis-Abteilung der Chef des FC Bayern München ist. Hier die Details: Finanz-Szene.de

Linktipps

Oha, wussten Sie, welche Dimensionen die Wiedereingliederung von Jobs inzwischen bei der UBS annimmt? Laut diesem Bericht hier sind bei der eidgenössischen Großbank durch „Insourcing“ im vergangenen Jahr 5600 „neue“ Jobs entstanden: efinancialcareers

Das neue Frankfurt? Die Kollegen der „FAZ“ sind der Frage nachgegangen, ob sich die Bankenmetropole wirklich zum „KI“-Hub wandelt. FAZ

Klickfavorit

… war gestern unsere Recherche zur Wahnsinns-Rendite der Targobank. Finanz-Szene.de

Back-End

Wow, so viel Vertrauen, wie Peter Altmaier in die Deutsche Bank hat, hatte ja nicht mal, wenn dieser Vergleich erlaubt ist, Rudi Völler in Heiko Herrlich: Twitter

In diesem Sinne, bleiben Sie uns gewogen, empfehlen Sie uns (wenn Sie mögen) weiter, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

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