25/09/18: Die Bloßstellung der Deutschen Bank, HSH-Deal fast perfekt, KfW setzt auf Blockchain-Bank

Exklusiv: KfW-Fonds* und Earlybird investieren Millionen in deutsche Blockchain-Bank Bitwala

Seit dem Platzen der Bitcoin-Blase und dem jähen  Ende des ICO-Hypes halten sich prominente Investoren beim Thema Krypto eigentlich zurück. Nun jedoch senden zwei der wichtigsten deutschen Risikokapitalgeber ein gegenteiliges Signal: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ investieren der Münchner Venture-Capital-Spezialist Earlybird und das KfW-Finanzierungsvehikel* Coparion zusammen 4 Mio. Euro in die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala.  Das Berliner Fintech will mit dem Geld seine Angebotspalette ausweiten – und von November an „Deutschlands erstes vollreguliertes Bankkonto auf Blockchain-Basis anbieten“, wie Bitwala-Chef Jörg von Minckwitz gestern gegenüber „Finanz-Szene.de“ sagte. Was das Konto genau kann und warum das Investment ein dringend nötiger Vertrauensbeweis für den gerupften Krypto-Standort Deutschland ist, erfahren Sie hier: Finanz-Szene.de

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Verbriefung durch Tokenisierung von Vermögenswerten – rechtssicher: Durch Tokens ist es möglich, digitale Assets aller Art auf einer Blockchain abzubilden. Hierdurch lassen sich juristisch einwandfrei, schnell und kosteneffizient verschiedene Aktiva transferieren. Als Tech-Unternehmen, das seit vielen Jahren erfolgreich neue Technologien und Methoden entwickelt, unterstützt Sie targens bei Ihrem Tokenisierungs-Vorhaben. Erfahren sie mehr. Und, by the way – we are hiring!

News

Immer wenn man meint, die Deutsche Bank würde sich vielleicht so ein bisschen berappeln, folgt die nächste kolossale Peinlichkeit. Diesmal: Die Bafin hat angekündigt, einen Sonderbeauftragten zu entsenden, der überwachen soll, ob das wichtigste Geldhaus des Landes die angeordneten Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung auch wirklich umsetzt. Neue Verfehlungen gibt es angeblich zwar keine, ebenso wenig wie eine Verbindung zu den aktuellen Geldwäsche-Skandalen anderer großer europäischer Geldinstitute (Danske, ING) … – und doch: Die Aktion zeigt wieder einmal, dass die Deutsche Bank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise und trotz unzähliger Skandale, Affären und Strafzahlungen ihre Prozesse immer noch nicht im Griff hat. Und ebenfalls bezeichnend: Es ist wieder einmal die Investmentbanking-Sparte, die das Misstrauen der Aufseher auf sich zieht. Welt, Reuters

Mit heimlicher Freude stellen wir fest, dass unser Gastautor Hans Kraus (hier noch mal sein rekordverdächtig geklickter Beitrag vom vergangenen Dienstag) plötzlich nicht mehr der einzige Experte ist, der den Sinn einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank anzweifelt: Fondsmanager Michael Hünseler („Das wäre ein Zeichen der Verzweiflung“) äußert sich im „Handelsblatt“ (Paywall) jetzt genauso, ebenso wie der Frankfurt-School-of-Finance-Prof Sascha Steffen auf Twitter.

US-Wettlauf zwischen N26 und Revolut mutiert zum Schneckenrennen: Der Amerika-Chef der Berliner Smartphone-Bank, Nicolas Kopp, hat gegenüber „Bloomberg“ noch einmal bestätigt, dass es mit dem eigentlich für dieses Jahr angestrebten Marktstart in den USA nichts mehr wird (siehe hierzu auch unsere Meldung aus dem Frühjahr). Stattdessen soll der Launch im ersten Quartal 2019 erfolgen. Dazu passt, dass offenbar auch Rivale Revolut bei seinen Amerika-Plänen mit Verzögerungen zu kämpfen hat: „Wir sind noch nicht in den USA gestartet, hoffen aber für die nächsten Monate darauf. Wir sind sehr nah dran“, sagte CEO Nikolay Storonsky. Das klingt nicht zwingend so, als würden die Briten – wie eigentlich angekündigt – noch in diesem Jahr livegehen. Bloomberg/Welt

Kann es sein, dass Giropay (also das umtriebige, nicht mit Paydirekt zu verwechselnde Online-Payment-Schmuddelkind der deutschen Banken) größer ist als Paypal, zumindest in einem Segment? Dieser Gedanke kam uns gestern, als sich die Pressemitteilung „Giropay zum 3. Mal Gewinner des eGovernment Computing Award“ schon auf halbem Wege Richtung Mülltonne befand, bevor  wir im dritten Absatz über folgenden Satz stolperten: „Mittlerweile nutzen [….] Giropay […] schon über 1.500 Städte und Gemeinden – darunter Städte wie München, Düsseldorf oder Stuttgart.“ Das letzte, was wir erinnern (es war gestern Abend leider schon zu spät, die PR-Leute anzurufen …): Paypal versucht seit 2012, mit Kommunen ins Geschäft zu kommen.  Mitte 2016 hatten 70 Städten und Gemeinden angebissen. Inzwischen dürften es ein paar mehr, aber wohl kaum mehr als 1500 sein. Pressemitteilung

Gibt es eigentlich eine neue Zahl, wie viele Brexit-Banker nach Frankfurt kommen? Nein, gibt es nicht. Aber neu ist immerhin, dass die Helaba ihre alte Zahl (mindestens 8000) in ihrer gestern vorgestellten neuen Finanzplatz-Studie bekräftigt hat. Studie im Original (PDF)

Geno-Fusion 5.0: Im Sauerland bildet sich die „Vereinigte Volksbank HSK eG“ – doch keiner (und schon gar nicht: der Kunde) soll es merken. Fondsprofessionell

Und da unsere Meldungen, wie Sie merken, eh immer kürzer werden, können wir es jetzt auch ganz kurz machen:

  • In Sachen HSH Nordbank scheint die wichtigste Hürde, die dem Verkauf an Cerberus/Flowers noch im Wege stand, weggeräumt (Wiwo)
  • Die BNP Paribas bleibt Deutschlands größte Depotbank (Citywire)
  • Das Berliner Insurtech Coya ist gestern (Abend?) livegegangen (Website)
  • Die Baader-Bank kooperiert mit dem französischen Research-Haus Alpha Value (Citywire)
  • Das An-der-Supermarkt-Kasse-Geld-abheben-Fintech „Barzahlen“ expandiert nach Österreich (Presse/PDF)
  • Hohes Funding für das SME-Buchhaltungs-Fintech Candis (Deutsche Startups)
  • Der Frankfurter Kredit-Marktplatz Debitos hat faule Kredite der Wiener KA Finanz im Umfang von 17 Mio. Euro vermittelt. (BÖZ/Paywall)

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Gästeblog

Wie die deutschen Banken den grünen Megatrend verpassen: Wenn heute in Frankfurt der „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ stattfindet – dann könnte man im ersten Moment meinen, „Green Finance“ sei endlich im Zentrum der deutschen Finanz-Community angekommen ist. Warum dieser Eindruck jedoch täuscht, erklärt unser Gastautor Ralf Breuer: Finanz-Szene.de

Linktipps

Uiuiui, die Kollegen der einstmals nüchtern-distanzierten „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben offenbar am Zaubertrank für gut klickende Überschriften genippt: Nachdem neulich schon die PR-Abteilung der Coba beglückt wurde („Commerzbank nimmt sich Spotify zum Vorbild“), kriegen nun die PR-Leute in den Doppeltürmen ihr Zuckerstückchen ab („Wie die Deutsche Bank von Amazon und Airbnb lernt“). Im Kern handelt der Text davon, wie der MIT-Professor Geoffrey Parker die Deutsche Bank bei ihren Plattform-Plänen inspiriert. Interessant zu lesen allemal: FAZ

Wie verändern Google Pay, Apple Pay und die mobile Girocard das Kräfteverhältnis am Point of Sale? Hierüber hat der Payment-Blogger Rudolf Linsenbarth mit PaySys-Geschäftsführer Hugo Godschalk gesprochen: IT-Finanzmagazin

Wissen Sie noch, als wir im März exklusiv berichteten, dass der frühere 1&1-Manager Robert Hoffmann der neue starke Mann bei Concardis wird? Jedenfalls, inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen, Herr Hoffmann ist längst in Amt und Würden – und er hat nun Zeit gefunden, den „Die Gesichter der Fintech-Branche“-Fragebogen von „Paymentandbanking“ auszufüllen. PAB-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über den „Mythos Kundenwachstum“ am Beispiel der Hamburger Sparkasse. Finanz-Szene.de

* Nachtrag, 25. September, 14.29 Uhr: Bei den Formulierungen „KfW-Fonds“ und „KfW-Finanzierungsvehikel“ handelte es sich wieder mal um grenzwertige Verknappungen der eigentlichen Sachlage. Denn in der Tat ist die KfW nur eine von mehrere Funding-Quellen für Coparion (bei der zweiten Quelle handelt es sich um das sogenannte ERP-Sondervermögen, zudem haben mutmaßlich private, allerdings namentlich nicht bekannte Geldgeber in Coparion investiert]. Sollte also der Eindruck aufgekommen sein, bei Coparion handele es sich um eine Art „Staatsfonds“, dann ist dieser Eindruck falsch, wie er falscher kaum sein könnte. Coparion ist eine privatwirtschaftliche Veranstaltung, wie sie privatwirtschaftlicher kaum sein könne.

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