26/02/18: Check24 mit Frontalangriff auf Smava, Niemand kennt N26, Was ist los bei Savedroid?

Exklusiv: Check24 provoziert mit „Minus 1,5 %“-Kredit die deutsche Bankenbranche

Die sonntägliche Fußball-Talkshow „Doppelpass“ bei Sport 1 steht normalerweise für eher abgestandene Kost. Gestern allerdings förderte sie eine krachende News zutage – wenn auch nicht in der eigentlichen Sendung, sondern in den Reklamepausen. Da nämlich warb das Vergleichsportal Check24 plötzlich mit einem „Minus 1,5 Prozent“-Kredit. Dass das Angebot ernst gemeint ist, bekräftigte ein Sprecher exklusiv gegenüber „Finanz-Szene.de“: Die Offerte gelte zunächst bis Mitte März, die Anzahl der Kredite sei unbegrenzt – „sofern es sich um Kunden mit sehr guter Bonität handelt“. Der Darlehensnehmer stottert den Kredit demnach in zwölf monatlichen Tranchen zu jeweils 82,65 Euro ab, so dass der Kunde de facto 1000 Euro erhält, aber nur rund 992 Euro zurückzahlt. Was das soll? Zunächst dürfte es sich bei dem scheinbar irrationalen Angebot um die ultimative Kampfansage an den Rivalen Smava handeln. Darüber hinaus hält der „Minus 1,5 Prozent“-Kredit aber auch eine Botschaft an die Banken parat: Check24 vergleicht den Markt nicht mehr nur, sondern macht ihn mittlerweile selbst. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, wieviel Geld Check24 mit der Aktion verbrennen dürfte):

Finanz-Szene.de

News

Sparkassen setzen bei „Voice Banking“ auf Google statt auf Amazon: Wie kürzlich berichtet, zeigt sich Amazon sehr restriktiv, wenn es darum geht, den Sprachassistenten Alexa für deutsche Banken zu öffnen. Trotzdem können erste Sparkassen-Kunden jetzt ihren Kontostand abfragen – nämlich mithilfe des Alexa-Pendants von Google. Bei der Sparkasse Stade-Altes Land ist bereits ein Pilotprojekt gestartet, demnächst sollen weitere Sparkassen folgen.  Handelsblatt, Börsen-Zeitung (Paywall)

Nicht mal fünf Prozent der Deutschen wissen, wer oder was „N26“ ist: Das hat Gründer Valentin Stalf in einem Interview offenbart. Deshalb werde sein Unternehmen jetzt stärker in die Markenbildung investieren (die entsprechende Meldung haben wir der Vollständigkeit halber zwar verlinkt, sie enthält ansonsten allerdings nichts wirklich Neues). dpa/Welt

Kann es sein, dass der seit Wochen überall im Internet (und nicht nur dort) beworbene und teils euphorisch gefeierte Token-Sale des mit staatlicher Anschubhilfe gepamperten Frankfurter Finanz-Startups Savedroid in Wirklichkeit immer schleppender verläuft? Denn, wenn wir das richtig verstehen: Nach einer halben Stunde waren eine Milliarde Token verkauft,  fünf Tage später wurde die Drei-Milliarden-Grenze geknackt, und gestern Abend (nochmals elf Tage später) waren es 3,65 Milliarden. Sehr fraglich, ob das Ziel von sechs Millionen Token bis zum Ende des ICOs in elf Tagen noch erreicht wird. Aber vielleicht verwechseln wir da ja auch einfach nur was.

Die Deutsche Asset Management a.k.a DWS wirft noch eine Jubelnachricht in die Manege, bevor diese Woche vermutlich die heiße Phase des Börsengange beginnt … und zwar: Im europäischen ETF-Geschäft hat die Fondstochter der Deutschen Bank Platz zwei von Lyxor zurückerobert. Nachdem 2016 mehr oder weniger desaströs verlaufen war, verbuchte die DeAM 2017 ETF-Nettozuflüsse, die doppelt so hoch waren wie im Jahr zuvor die Abflüsse. Börsen-Zeitung

Ex-Händler der Deutschen Bank kommen im Euribor-Skandal um eine Auslieferung herum: … weil ihre Taten mittlerweile verjährt sind. Bloomberg, Reuters

Linktipps

Gut beraten? Bei der Hamburger Sparkasse können sich Online-Kunden neuerdings per Fintech-Tool ihren Wunschberater aussuchen. IT-Finanzmagazin

Welcher der großen Tech-Konzerne wird den Banken am gefährlichsten werden? Es ist Amazon, glaubt der Fintech-Blogger Tobias Baumgarten und erklärt warum. About Fintech

Wie weit ist eigentlich die deutsche Versicherungswirtschaft bei der Digitalisierung vorangekommen? Das erläutern Torsten Oletzky vom InsurLab-Germany und der R+V-Manager Stefan Cahill im Fintech-Podcast von Paymentandbanking.

Karriere

Würden Sie Ihren Kindern Ihren eigenen Job empfehlen? Banken und Sparkassen werden in den nächsten Jahren allein in Deutschland Zehntausende Jobs streichen. Wie fühlt sich das für junge Menschen an, die gerade eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen? Handelsblatt Orange

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse, wie wenig Geld (nämlich knapp 20 Mio. Euro) N26 gebraucht hat, um die erste deutsche Fintech-Bank aufzubauen. Finanz-Szene.de