26/07/18: Der Abstieg der DWS, Wie viele „richtige“ Kunden hat N26?, Wealth Manager in der Sinnkrise

Vom Ertragsgaranten der Deutschen Bank zu deren Problemfall: Das DWS-Drama in fünf Akten

Hieß es nicht immer, das stärkste Argument gegen einen Börsengang der DWS sei, dass die Deutsche Bank damit ihren stabilsten Ertragsbringer aus der Hand gebe? Und hieß es nicht immer, das stärkste Argument für einen Börsengang sei, dass die Fondstochter erst so richtig durchstarten werde, wenn man sie aus den Fesseln des Deutsche-Bank-Konzerns befreit? Aus heutiger Perspektive klingen beide Argumente etwas schräg. Denn vier Monate nach dem DWS-Börsengang ist von einem „Durchstarten“ nichts zu sehen. Stattdessen hat sich der einstige Ertragsgarant zum Problemfall für die Deutsche Bank (die ja immer noch knapp 78% der Anteile hält) entwickelt. Nachdem von Januar bis März bereits 7,8 Mrd. Euro aus den DWS-Fonds abflossen, waren es von April bis Juni nochmals 4,9 Mrd. Euro, kam bei der Präsentation der Q2-Ergebnisse gestern heraus. Folge: Seit dem – ohnehin enttäuschenden – IPO hat sich die Aktie inzwischen um rund 15% verbilligt. Eine Überraschung? Nicht wirklich, wenn man die Entwicklung der vergangenen Monate noch einmal nachzeichnet. Ein Drama in fünf Akten: Finanz-Szene.de

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VÖB-Service Kongress 20.18 – das exklusive Treffen der Kreditwirtschaft: Am 19. und 20. September sind Vertreter, Führungskräfte und Mitarbeiter der deutschen Kreditwirtschaft zu Gast in Köln. Sie erwarten zwölf Top-Veranstaltungen zu brandaktuellen Branchenthemen, eingerahmt von tollen Events und einer Abendveranstaltung im Brauhaus „Früh am Dom“. Weitere Informationen finden Sie auf www.voeb-service.de/kongress2018/.

Analyse: Eine Million Kunden – doch wie viele davon haben bei N26 ihr Erstkonto?

Was wissen wir wirklich über N26, das prominenteste und vermutlich auch höchstbewertete deutsche Finanz-Startup? Klar, die Kundenzahlen der 2013 gegründeten Berliner Smartphone-Bank sind imposant, mehr als eine Million sollen es mittlerweile sein. Dann findet sich auf der Website eine Angabe über die bislang eingeworbenen Fundingmittel, 215 Millionen seien es alles in allem, in Dollar gerechnet. Und schließlich verrät N26 noch, wie viele Mitarbeiter man mittlerweile habe, nämlich rund 430 (bis Jahresende sollen noch weitere 200 hinzukommen, hat Gründer Valentin Stalf neulich in einem Interview erzählt). Aber sonst? Erträge, Gewinne, Verluste oder irgendetwas anderes Greifbares? Fehlanzeige, mal abgesehen von den kargen Angaben, die sich einmal jährlich aus dem Bundesanzeiger herausklauben lassen. Dabei gibt es ja genügend Fragen, die sich die Branche schon seit Langem stellt. Zum Beispiel: Wie hoch ist der Anteil jener Kunden, die N26 tatsächlich als Hauptbankverbindung nutzen? Versuch einer Annäherung: Finanz-Szene.de

Gästeblog

Schafft sich das (deutsche) Wealth Management selbst ab? In wem sieht der durchschnittliche Vermögensverwalter hierzulande seinen ärgsten Rivalen. In der Deutschen Bank? In den Sparkassen? In der UBS? In Julius Bär? Alles falsch! Als stärkste Bedrohung für ihr Geschäftsmodell empfinden viele Wealth Manager inzwischen die Direktbanken und deren kleinen Brüder, die Robo-Adviser. „Das ist fast so, als würde sich ein Sternekoch vor der Pommesbude fürchten“, sagt unser Gastautor Karsten Junge – und kommt zu einer drastischen Schlussfolgerung: Viele deutsche Wealth Manager seien mit der Digitalisierung schlichtweg überfordert: Finanz-Szene.de

News

Und wie sah es bei der Deutschen Bank sonst so aus im zweiten Quartal (also jenseits der DWS)? Besser, als man es noch vor zehn Tagen für möglich gehalten hätte. Aber nicht ganz so gut, wie es die Optimisten nach der Verkündung der vorläufigen (und detailarmen) Q2-Zahlen vor einer Woche vielleicht gedacht haben. Wie das „Handelsblatt“ (Paywall) heute Morgen herausarbeitet, sind die Erträge, wenn man sie um sämtliche Einmaleffekte bereinigt, dann doch um 8% hinterm Vorjahr zurückgeblieben. Dafür sieht es auf der Kostenseite unerwartet gut aus. Das 23-Mrd.-Ziel dürfte Vorstandschef Sewing in diesem Jahr vorraussichtlich erreichen, auch die angestrebten 22 Mrd. Euro in 2019 erscheinen realistisch. Die Krux allerdings, so „Breakingsviews“: Selbst wenn die Deutsche Bank diese Kostenvorgaben einhält, sei keineswegs sicher, dass sie das Renditeziel von 4% erreicht.

Die Deutsche Bank löst ihre Strategieabteilung auf: … was nicht ganz unerwartet kommt, nachdem neulich bereits durchgesickert war, dass deren Leiter Ali Almakky vor dem (unfreiwilligen) Absprung steht (siehe „Manager Magazin“ vom 15. Mai). Stattdessen lässt sich Sewing laut „Wirtschaftswoche“ künftig von Alexander von zur Mühlen beraten, dem bisherigen Co-Leiter für Global Capital Markets. Wiwo

Ein hübscher Beleg für unsere gestrige These, wonach der harte Wettbewerb die Margen bei privaten Immobilienkrediten momentan drastisch sinken lässt: Der Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse beklagt heute Früh in einem „Börsen-Zeitung“-Interview „Nahe-null-Margen“ bei plattformgetriebenen Baufinanzierungen. Gleicht man dieses Zitat mit den vor wenigen Tagen veröffentlichten Halbjahreszahlen der MBS ab, dann sieht man, dass das Potsdamer Institut im privaten Wohnungsbau folgerichtig 14% (!) weniger Kreditzusagen gemacht hat als vor einem Jahr. Krass. BÖZ (Paywall), Pressemitteilung (PDF)

Wirecard drängt mit aller Macht in den Dax: … und untermauert diesen Anspruch mit wieder mal verblüffend guten Zahlen. Manager Magazin

Sparkassen geben Traditionsnamen „B+S“ auf: Stattdessen soll das neue Gemeinschaftsunternehmen mit Ingenico (sprich: der Zusammenschluss aus BS Payone und Easycash) auf den Namen „Payone“ hören, wie aus einer gestern Abend herumgereichten Pressemitteilung hervorgeht. Manchem Mitarbeiter der ursprünglichen Payone (die erst 2017 von B+S übernommen worden war) wird es freilich eher darum gehen, den Job zu behalten als den Namen.

Und dafür, lieber Herr Grandke, brauchen Sie fast sieben Monate? Die hessischen und thüringischen Sparkassen haben gestern ihre Zahlen, nein: nicht fürs erste Halbjahr, sondern fürs vergangene Jahr vorgestellt. Zum Vorsteuerergebnis von gut 1,4 Mrd. Euro trug vor allem der um 5,9% gestiegene Provisionsüberschuss bei. Pressemitteilung (PDF)

Das Frankfurter Fintech Creditshelf ist mehr oder weniger ordentlich an die Börse gestartet. Zum Handelsschuss notierte die Aktie 30 Cent (nicht: Prozent) über dem Ausgabepreis von 80 Euro.

Linktipps

Die Losung von den „Baukasten-Banken“ ist zwar gut und schön, findet der Edel-Blogger Dirk Elsner – allerdings bergen die Schwärmereien von Ökosystemen und Plattformen für die klassischen Kreditinstitute auch Gefahren. Capital

33 Hinweise, dass Ihre Bank die Zeichen der Zeit nicht verstanden hat: … zusammengetragen vom Kollegen Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

 Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse „Wie der harte Wettbewerb die deutschen Banken ins Kreditrisiko treibt“. Finanz-Szene.de