26/09/18: Große Fintech-Funding-Grafik, 33 Mio. Euro für Liqid, Marcus Mosen, Investify

33 Mio. Euro für Berliner Robo Advisor: Liqid steigt in die Scalable-Capital-Liga auf

Die deutschen Robo Adviser ließen sich bislang grob gesagt in zwei Kategorien unterteilen. Nämlich einmal Scalable Capital (> 30 Mio. Euro Funding, > 1 Mrd. AuM). Und dann die anderen (also Liqid, Cominvest, Quirion, Robin, Investify etc. pp.). Nun allerdings steigt der Berliner Anbieter Liqid  am Funding gemessen auf einen Schlag in die Scalable-Liga auf: Stolze 33 Mio. Euro spült die neue Finanzierungsrunde in die Kasse des 2015 gegründeten digitalen Vermögensverwalters (hier Auszüge aus der Pressemitteilung). Angeführt wird die Runde von einem britischen Finanzinvestor namens Toscafund (und übrigens nicht von der UBS, wie zuletzt in der Fintech-Szene gemunkelt worden war); das Geld soll u.a. der internationalen Expansion dienen. Ein vielleicht nicht ganz uninteressanter Nebenaspekt: Mit dem Funding für Liqid zeigt sich bei den Robo Advisern ein Muster, dass auch in einigen anderen deutschen Fintech-Segmenten erkennbar ist: Aus der Masse der Anbieter schälen sich irgendwann exakt zwei heraus, auf die sich ein beträchtlicher Teil des Segment-Fundings fokussiert. Glauben Sie nicht? Dann hier für insgesamt acht Segmente der grafisch untermauerte Beleg: Finanz-Szene.de

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Lustig, das liefe dann also auf eine von Axel Weber kontrollierte Doppelspitze Blessing/Sewing hinaus

Liebe Leserinnen und Leser, sehen Sie uns die  Prise Sarkasmus bitte nach. Denn die Fusionsspekulationen rund um die Deutsche Bank werden immer skurriler: Wie das „Handelsblatt“ heute Morgen berichtet (und der Artikel liest sich vollkommen glaubwürdig), haben Vorstand und Aufsichtsrat des wichtigsten hiesigen Geldhauses bei ihrer jüngsten Strategiesitzung nicht nur einen Zusammenschluss mit der Commerzbank, sondern auch einen Merger mit der UBS durchgespielt. Nachdem man in den letzten Wochen also lesen durfte, wie viel zwingende Logik hinter einer Fusion von Blau und Gelb steht, liest man nun, dass hinter einer Fusion von Blau und Rot sogar noch eine viel zwingendere Logik steht, jedenfalls und offenbar aus Sicht der blauen Strategen. Denn, O-Ton „Handelsblatt“ unter Verweis auf die beim Strategietreffen aufgetischten Argumente: „Deutsche Bank und UBS würden sich mit ihren unterschiedlichen Stärken im Investmentbanking beziehungsweise in der Vermögensverwaltung gut ergänzen.“ Fehlt bloß noch das Plazet der Bundesregierung. Ist aber vermutlich nur Formsache. Handelsblatt (Paywall), Reuters

News

Die deutsche Industrie brauche „ein starkes deutsches Bankinstitut“, hat BDI-Chef Dieter Kempf gestern beim „Tag der  Industrie“ in Berlin gesagt. Vermutlich meinte er die Commerzbank, die ja stand-alone so richtig durchstarten wird, sobald die Deutsche Bank erst einmal in der UBS aufgegangen ist. Finanzen.net

Apropos Durchstarten: Die verrückte Kursrally der Wirecard-Akie geht nach dem Dax-Aufstieg unvermindert weiter. Allein gestern betrug das Kursplus 4,9%, womit der bayerische Zahlungsdienstleister sich an einem einzigen Tag mal eben die halbe Marktkapitalisierung der Aareal-Bank auf die Rippen gepackt hat. Muss man nicht verstehen. Aktienkurs

Was macht ein Finanzinvestor wie Cerberus eigentlich mit einem Regionalinstitut wie der Südwestbank? Er kehrt  (wie nicht anders zu erwarten) mit eisernem Besen. Und er richtet (was dann doch aufhorchen lässt) angeblich das Geschäftsmodell aus: Mehr Ratenkredite, weniger Unternehmensfinanzierung. Vielleicht macht das Beispiel ja Schule: Nachdem sich am Beginn des Jahrzehnts alle auf die Firmenkunden stürzten, sind nun die Verbraucher dran. FAZ (Print, Seite 19), Südwest-Presse

Exklusiv: Was wurde eigentlich aus Marcus Mosen, dem (hinter Wirecard-Chef Braun) wichtigsten deutschen Payment-Manager der letzten fünf Jahre? Also, wenn wir aus den sog. „Payment-Kreisen“ nichts völlig Falsches hören, dann tritt der ehemalige Concardis-Chef ins europäische Advisory Board der US-Investmentbank Raymond James ein. Aus drei miteinander verknüpften Gründen finden wir das vermeldenswert. 1.) Raymond James verfolgt in Deutschland/Europa ehrgeizige Ziele, war neulich zu lesen; 2.) Mosen ist nicht nur in der Payment-, sondern auch in der Fintech-Branche gut verdrahtet, so sitzt er z.B. im Beirat von N26; und 3.) ergibt sich aus 1.) und 2.) der Schluss, dass aus Investmentbanker-Sicht im hiesigen Payment-/Fintech-Bereich in den nächsten Jahren offenbar noch einiges zu holen sein wird, M&A-mäßig ohnehin, aber vielleicht ja auch IPO-mäßig …

Apropos: Concardis hat einen neuen CFO, und zwar Carsten Höltkemeyer, den langjährigen Chef von Barclaycard Deutschland. Auch keine ganz unspannende Personalie. Finance Magazin

Nach der Scheidung von der Hamburger Sparkasse hat der Robo Advisor Investify nun mit der Pax Bank angebandelt – bemerkenswert, dass ausgerechnet ein katholisches Geldinstitut diese Form der Wiederverheiratung ermöglicht. Extra-Funds

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Linktipps

Welche (traditionellen Finanz-)Technologieunternehmen haben im vergangenen Jahr das meiste Geschäft mit Finanzdienstleistern gemacht? Hier das entsprechende Ranking von IDC Financial Insights (wenn wir uns nicht verguckt haben, kommt der beste deutsche Anbieter auf Platz 40, nämlich GFT Technologies). PDF

Wie konnte es eigentlich so weit kommen, dass die Deutsche Bank jetzt schon wieder die Bafin am Hals hat? Hier ein Erklärungsansatz in der SZ heute Morgen:  „[Vize-Chef] Ritchie wollte offenbar ungestört seinen Geschäften im Investmentbanking nachgehen, [und CEO] Sewing hat ihn fröhlich machen lassen.“ Süddeutsche (Kommentar), Süddeutsche (Analyse)

Und wie kann es eigentlich sein, dass die Finanzaufsicht ausgerechnet KPMG damit beauftragt, die Deutsche Bank zu überwachen, wo KPMG doch schon seit Jahrzehnten die Bücher des wichtigsten Geldhauses prüft? Nochmal die Süddeutsche.

Im Bitcoin-Quellcode werden immer wieder gefährliche Fehler gefunden: … einer dieser Fehler hätte vergangene Woche fast zu einem neuerlichen Kursrutsch führen können, schreiben die Kollegen von Gründerszene.

Was genau ist gemeint, wenn Paydirekt (also der Online-Bezahldienst der deutschen Banken) jetzt einen „Relaunch“ plant? Die Antwort gibt der oberste Paydirekt-Beauftrage der deutschen Sparkassen, Henning vorm Walde, in der natürlich nicht komplett unabhängigen Sparkassen-Zeitung.

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusiv-Geschichte über das Millionenfunding für die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala. Finanz-Szene.de

Nachtrag

Die Frühaufsteher unter Ihnen werden gemerkt haben, dass wir heute Morgen etwas später dran waren als sonst. Der Grund: IT-Probleme. Wenn man so will, ging es uns diese Nacht also mal so, wie es dem armen Martin Zielke regelmäßig geht. Wenn unsere Commerzbank-Berichterstattung in Zukunft eine mitfühlende Note bekommen sollte, wissen Sie, warum.

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