26/10/18: Finanzguru geht krass ab, Die 700-Mrd.-€-Sparkasse, Was den neuen DWS-Chef erwartet

Helaba + NordLB + LBBW + Deka + Berlin Hyp: Sparkassen spielen 700-Mrd.-Euro-Fusion durch

Es klingt wahnwitzig – und womöglich ist es das auch: Im Sparkassensektor kursieren Überlegungen, einen Verkauf der NordLB an amerikanische Investoren dadurch zu verhindern, dass man die in Schieflage geratene Landesbank gemeinsam mit der Helaba, der LBBW, der Deka und der Berlin Hyp zu einer öffentlich-rechtlichen Megabank verschmelzt. Bilanzsumme, Pi mal Daumen: 700 Mrd. Euro.  Ein entsprechender Bericht des „Handelsblatts“ wurde gestern vom Sparkassenverband zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Es heißt, was krasser ist, als es klingt: Die Causa NordLB „ist für den DSGV Anlass, mögliche Optionen […] für die Sparkassen-Finanzgruppe aufzubereiten.“ Wenn dazu drei bescheidende Gedanken erlaubt seien: 1.) Dass DSGV-Chef Schleweis die Konsolidierung seines Sektors forciert, spricht eindeutig für ihn. 2.) Dass es eines Tages eine deutsche Supra-Sparkassen-Landesbank nach Vorbild der DZ Bank geben wird, erscheint angesichts der langfristigen strukturellen Probleme ebendieses Sektors plausibel. 3.) Und trotzdem: Das aktuelle Szenario klingt ein bisschen zu sehr nach Hurra-Katharsis, als dass man ihm allzu große Chancen einräumen sollte. Handelsblatt (Paywall), Süddeutsche

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Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist

Auf den Tag neun Monate ist es her, dass die Fassade der DWS zu bröckeln begann. Der Börsengang der Deutsche-Bank-Tochter ging damals in die heiße Phase, Journalisten und Investoren bekamen eine 132-seitige Präsentation vorgesetzt („DWS – Positioned for the Future“), die von der immensen Schlagkraft des Fondsdienstleisters zeugen sollte. Indes: Wer sich ein bisschen tiefer in das Dokument hineinlas, der entdeckte dort genau jene Probleme, die bald darauf zum missglückten IPO führten – und die nun, ein dreiviertel Jahr später, sogar im Rauswurf von CEO Nicolas Moreau münden: 1.) eine träge Geschäftsentwicklung; 2.) zu hohe Kosten; und 3.) eine riesige Baustelle namens US-Geschäft.  Eigentlich hatte man gedacht, dem Franzosen würden noch ein paar Monate Zeit eingeräumt, um das Blatt womöglich doch noch zu wenden. Indes: Nachdem der Abfluss von Kundengeldern auch in Q3 anhielt, zog die Deutsche Bank gestern die Notbremse.  Anstelle von Moreau rückt der altgediente DWS’ler Asoka Wöhrmann an die Spitze des Asset Managers. Was erwartet ihn?

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Was bedeutet der DWS-Chefwechsel denn für das Personaltableau bei der Mutter? Nicolas Moreau soll dem Vorstand der Deutschen Bank noch bis Jahresende angehören, wird dann allerdings nicht durch Asoka Wöhrmann ersetzt (der nämlich kein Deutsche-Bank-Vorstand wird), sondern durch IT-Chef Frank Kuhnke (der also dann endlich in den Vorstand darf). Nebenbei unterstreicht die Personalrochade, dass der neue CEO Christian Sewing tendenziell lieber auf einheimische Vertraue (Kuhnke, Wöhrmann, Hoops) denn auf ausländische Nicht-Vertraute (Hammonds, Gibbons, Moreau) setzt. Manager Magazin

Bleibt noch die Frage, wer Herr Wöhrmann als Deutsche-Bank-Privatkundenchef ersetzt. Das macht Philipp Gossow, der zuletzt das internationale Privatkundengeschäft verantwortete. FAZ

So, jetzt hammer (oder genauer: jetzt haben die Kollegen von „Reuters“) die sechs Bieter für die NordLB endlich komplett beisammen: Zu Commerzbank, Helaba, Apollo und Cerberus gesellen sich noch zwei weitere Namen, nämlich Advent und ein Kreditspezialist namens Christofferson, Robb & Company. Reuters

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Aus der Szene

Wenn stimmt, was uns der „Finanzguru“-Chef gestern ganz aufgeregt erzählt hat (und wir gehen in diesem Fall guten Glaubens davon aus, dass es stimmt), dann geht die Finanz-App des Frankfurter Fintechs (das eigentlich Dwins heißt) jetzt aber mal so richtig durch die Decke: Stand Mittwoch sei man bei 250.000 „registrierten Kunden“ angekommen, so CEO Alexander Michel. Und damit seien nicht Downloads oder so gemeint – sondern Kunden, die tatsächlich „mindestens ein Bankkonto bei uns registriert haben“. Zur Einordnung: Bevor die „Finanzguru“-Jungs Anfang des Monats mit ihrer Vertragsmanager-App in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auftraten, hatten sie nach eigenen Angaben gerade mal 25.000 Kunden. Damit bestätigt sich unsere Vermutung, dass der Werbeeffekt für das Startup (an dem auch die Deutsche Bank beteiligt ist) ungleich wertvoller war als die 1 Mio. Euro, die DHDL-Jurymitglied Carsten Maschmeyer dem Fintech versprach. CEO Michel drückt es so aus: „Wir haben quasi über Nacht relevante Größe gewonnen.“ Wozu das gute, alte Fernsehen doch manchmal gut ist.

Linktipps

Wie ein (im Bankenbereich sehr angesehener) Schweizer IT-Berater vom (ebenfalls auf den Bankenbereich spezialisierten) indischen Giganten Infosys übernommen wurde … und danach, jedenfalls laut Darstellung des (renommierten, aber auch immer maximal zuspitzenden) Schweizer Szene-Blogs „Inside Paradeplatz“, angeblich regelrecht auseinanderbrach. Inside Paradeplatz

Gleich zwei hiesige Versicherer (nämlich die zum Ergo-Konzern gehörende Europäische Reiseversicherung und die Deutsche Familienversicherung) haben diese Woche mitgeteilt, dass sie bestimmte Policen jetzt auch über Amazons Spracherkennungs-Dienst Alexa verkaufen. Doch macht das wirklich Sinn? Hierzu ein interessantes Hintergrundstück, das neulich in der „FAZ“ erschienen ist: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Klickfavorit

… war gestern das Überblicksstück zu den Q3-Zahlen der Deutschen Bank. Manager Magazin

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