27/03/19: Was wirklich Sache ist bei Wirecard, Finanzcheck knickt ein, Apple – jetzt aber

Aktie plus 26 Prozent – aber was genau ist gestern in Sachen Wirecard eigentlich passiert?

Was für ein denkwürdiger Tag, wieder einmal: Wirecard veröffentlicht zwei Ad-hoc-Meldungen, die Aktie steigt um bis zu 32% – und maßgebliche Medien wie „Reuters“ oder das „Handelsblatt“ erklären die Affäre rund um den bayerischen Zahlungsdienstleister faktisch für beendet („Anwälte finden bei Wirecard nur wenig Verdächtiges“;„Anwaltskanzlei findet keine Anhaltspunkte für größere Verfehlungen“). Aber ist es wirklich so einfach? Zu den Erkenntnissen des gestrigen Tages gehört jedenfalls auch: Wirecard hat die Veröffentlichung seines 2018er-Abschlusses um drei Wochen auf den 25. April verschoben, ein höchst ungewöhnlicher Vorgang für einen Dax-Konzern. Oder: Wirecard räumt plötzlich ein, es könnte in Singapur durchaus zu strafbaren Handlungen gekommen sein. Und dann noch ein Punkt: Der angekündigte externe Untersuchungsbericht der Kanzlei Rajah & Tann ist gestern gar nicht veröffentlicht worden. Ebensowenig wie die Wirecard offenbar vorliegende Zusammenfassung dieses Berichts. Was also ist wirklich Sache? Das große FAQ: Finanz-Szene.de

Sponsored Content

Warum wachsen manche Banken stark und andere gar nicht? Seit Jahren untersucht MOONROC die Geschäftsmodelle aller deutschen Retail-Banken. Finden Sie heraus, was die Wachstums-Champions vom Rest des Marktes unterscheidet. Hier geht’s zu Deutschlands größter Retail-Banking Studie: RBK2019

Exklusiv: Wachstum des Kredit-Vergleichers Finanzcheck knickt nach fettem Exit ein

Was passiert eigentlich, wenn eines der größten deutschen Finanz-Startups einen fetten Exit hinlegt – und plötzlich nicht mehr die wachstumsgeilen Venture-Capital-Investoren die Richtung vorgeben … (sorry, haben wir „geil“ gesagt? Wir meinten natürlich: „hungrig“)? Sondern ein börsennotierter Konzern, dem es zwar ebenfalls ums Wachstum geht, der nebenher aber auch auf so unzeitgemäße KPIs wie „Kosten“, „Profitabilität“ oder „Cashburn“ zu achten hat? Wir glauben: Am Beispiel des Hamburger Kredit-Vergleichsportals Finanzcheck, das vergangenen Sommer für rund 275 Mio. Euro an Scout24 verkauft wurde, lässt sich die Frage beantworten. Denn die 2018er-Zahlen (die wir dem Scout24-Geschäftsbericht entnommen haben) scheinen dann doch nicht mehr ganz der „Wachstum geht über alles“-Prämisse der Vorjahre zu entsprechen. Aber sehen Sie selbst: Finanz-Szene.de

News

Dass die Hypo-Vereinsbank 2018 ein eher schlechtes Ergebnis eingefahren hat, hatten wir neulich ja schon unter Verweis auf die Deutschland-Zahlen im Konzernbericht der italienischen Mutter Unicredit nahegelegt. Indes – dass die Zahlen sooooo schlecht ausfallen, konnte ja keiner ahnen. Denn: Wie die „Börsen-Zeitung“ heute Morgen exklusiv berichtet, ist das Vorsteuerergebnis der HVB im vergangenen Jahr von 1,6 Mrd. Euro auf nur noch 392 Mio. Euro regelrecht eingebrochen. Dafür verantwortlich seien in erster Linie (vor allem im zweiten Halbjahr angefallene) Rückstellungen für Rechtsfälle. Gesamthöhe: 919 Mio. Euro. Uff. Börsen-Zeitung, Geschäftsbericht (PDF)

Um ehrlich zu sein: Über die Frankfurter Sparkasse wussten wir bis gestern eigentlich nur, dass sie 1.) zur Helaba gehört, dass ihr 2.) die 1822 gehört und dass 3.) ihr Chef (also Herr Restani) mal Bundeskanzler werden sollte (oder so ähnlich). Animiert durch die tendenziell positiv gewendeten Bilanz-PK-Artikel unserer beiden Lieblings-Konkurrenz-Postillen („Frankfurter Sparkasse sieht sich auf Kurs“, „Helaba-Tochter stemmt sich Zinstief vor allem auf der Kostenseite entgegen“), haben wir uns gestern Abend dann aber doch mal kurz die Zahlen angeschaut. Und da fiel uns auf, dass die Fraspa im vergangenen Jahr nur 82,3 Mio. Euro Betriebsergebnis vor Bewertung aus 19,1 Mrd. Euro Bilanzsumme geschlagen hat (was, wenn man die eine Zahl durch die andere teilt, einen – mit Verlaub – ziemlich unterirdischen Wert von 0,43% ergibt).

So richtig erklären können wir uns das nicht. Was uns allerdings auffiel: Der Zinsüberschuss (und nicht etwa: der Zinsertrag) der Fraspa ist binnen der vergangenen fünf Jahre einigermaßen stetig um erstaunliche 20,4% zurückgegangen, während z.B. die Haspa ihren Zinsüberschuss im gleichen Zeitraum sogar gesteigert hat. Konsequenz: Das Betriebsergebnis vor Bewertung bei der Frankfurter Sparkasse ist in den letzten fünf Jahren von 131 Mio. Euro auf besagte 82 Mio. Euro brutalstmöglich runter. Liegt das an irgendwelchen Sonderfaktoren/bilanziellen Verzerrungen, die wir nicht kennen? Liegt es daran, dass die Fraspa braver unterwegs als z.B. die Haspa? Liegt es daran, dass die Konkurrenz in der Bankenstadt FFM nochmal eine andere ist als anderswo in der Republik? Oder hat Herr Restani womöglich ein Problem, über das wir mal berichten sollten? Für sachdienliche Hinweise sind wir wie immer dankbar. Pressemitteilung (PDF)

Sponsored Content

Intelligent Vermögen aufbauen mit dem ETF-Sparplan von quirion: Deutschlands beste digitale Geldanlage und Testsieger bei Stiftung Warentest • Überragende Portfolio-Qualität mit den besten ETFs bei geringsten Kosten • Die ersten 10.000 € kostenfrei anlegen • Rendite-Sieger im 3-Jahres-Test (Brokervergleich.de: Echtgeld-Test: Mai 2015 – April 2018) • Jetzt persönlichen ETF-Sparplan einrichten: www.quirion.de

Linktipps

Wie Sie vielleicht gemerkt haben, hat die Server-Probleme-Newsletter-Chaos-Produktion in der Nacht zu Dienstag dazu geführt, dass wir Apples Kreditkarte zwar gestern in der Betreffzeile fett angeteasert haben … die eigentliche Nachricht jedoch im Zuge entwürdigender Hin-und-Her-Kopierereien zwischen Word, WordPress, Mailchimp, Gmail, zwei Rechnern und einem Smartphone irgendwie verloren gegangen ist. Jedenfalls: Weil nix wegkommen soll, liefern wir die wichtigsten Links einfach nach, auch wenn wir natürlich wissen, dass Sie sich, untreu wie Sie sind, längst anderweitig informiert haben. CNET, Mobilegeeks, Heise

Und für alle, die sich für die beiden BNP-Paribas-Deutschland-Stücke gestern interessiert haben, aber dann, von den langen Ladezeiten unserer Homepage genervt, den Ladevorgang abgebrochen haben – hier nochmal die beiden Links: Finanz-Szene.de (die deutschen BNP-Zahlen), Finanz-Szene (alle deutschen BNP-Einheiten auf einen Blick)

Bevor Sie denken, wir hätten ausschließlich abgestandene Ware für Sie im Angebot – ganz so ist es nicht. Interessant finden wir zum Beispiel einen „Welt“-Artikel, der erklärt, welche mobilen Bezahlmöglichkeiten sich für Android-Nutzer bieten – und zwar auch für solche, deren Banken bei  neumodischem Firlefanz wie Google Pay nicht mitmachen: Welt

Und was macht Deutschlands oberster Verbraucherjournalist, also Herr Tenhagen? Der merkt – nicht zu Unrecht, wie wir finden – an, dass im neu formierten Fintech-Rat zwar in insgesamt 29-facher Ausfertigung der Entrepreneur Hinz und der Techie Kunz sitzen (und natürlich auch ein paarmal Frau Hinz und Frau Kunz) – aber kein einziger (und keine einzige) Verbraucherschützer*In. Twitter

Klickfavoriten

… waren gestern, trotz der langen Ladezeiten (wobei die Klicks vermutlich so oder so gezählt werden), die beiden Stücke zur BNP Paribas. Bevor wir auf die aber jetzt nochmal verlinken, verweisen wir lieber auf den Drittplatzierten, das war nämlich fast gleichauf der „Deutsche Commerz“-Tweet des ING-Deutschland-Cheflobbyisten: Twitter 

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!