27/06/18: Ex-Paypal-Chef wird Landesbanker, Google Pay ist gestartet, Leidlich motivierte Deutschbanker

Exklusiv: Ex-Paypal-Deutschland-Chef dockt beim öffentlich-rechtlichen Bankensektor an

Arnulf Keese? Dieser Name löst im öffentlich-rechtlichen Bankensektor  gemischte Gefühle aus. Denn einerseits ist Keese als Ex-Geschäftsführer des sparkasseneigenen Software-Entwicklers Starfinanz zwar Fleisch vom Fleische. Andererseits ist er aber auch der Mann, der von 2006 bis 2016 als Paypal-Deutschland-Chef die hiesigen Banken und Sparkassen unerbittlich vor sich hergetrieben hat. Und nun? Wechselt Keese offenbar abermals die Seiten. Wochenlang, so berichten verlässliche Quellen, sei der Payment-Manager zuletzt beim Sparkassenverband ein- und ausgegangen. Ein DSGV-Sprecher bestätigt: Ja, es ging um ein offizielles Beratermandat. Auftrag: „Die Fortentwicklung der Zahlungsverkehrs-Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe.“  Damit wäre die Geschichte fast schon erzählt. Doch gestern am frühen Abend erreichte „Finanz-Szene.de“ eine weitere Kunde. Demnach könnte die DSGV-Tätigkeit nur die Ouvertüre für Keeses endgültige Rückkehr in den öffentlich-rechtlichen Sektor gewesen sein. Denn: Angeblich soll der Ex-Paypal-Mann „Chief Digital Officer“ der BayernLB-Tochter DKB werden, also der zweitgrößten deutschen Online-Bank. Ein Sprecher des Instituts wollte die Personalie „nicht bestätigen“, Keese selbst war für „Finanz-Szene.de“ nicht zu erreichen.

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Vermutlich haben Sie es schon mitbekommen, aber der guten Ordnung halber (und weil einige von Ihnen seit Montag am Strand liegen und tagsüber lieber den „Kicker“ als die Online-Wirtschaftsmedien lesen): Google Pay ist gestern in Deutschland offiziell an den Start gegangen, und zwar mit insgesamt vier Banken, nämlich (was schon bekannt war) mit der Commerzbank und der Comdirect sowie (was jetzt nicht wahnsinnig überrascht) mit N26 und der Wirecard Bank. Die große Frage lautet nun: Schafft Mobile Payment dank Google Pay sowie demnächst dank Apple Pay und dank der mobilen Girocard hierzulande doch noch den Durchbruch? Die Antwort überlassen wir einem unserer Lieblings-Blogger, nämlich dem Payment-Experten Rudolf Linsenbarth: IT-Finanzmagazin

Für alle, die die jährliche Mitarbeiterumfrage der Deutschen Bank nicht nur für Folklore halten … hier die wesentlichen Ergebnisse: Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten ist „stolz“ darauf, bei der Blaubank zu arbeiten (was nochmal eine kleine Verschlechterung im Vergleich zum ohnehin schlechten Vorjahrsergebnis bedeutet). Aber immerhin: Wie der „FAZ“ (Seite 22) und dem „Handelsblatt“ zu entnehmen ist, fühlen sich 57% der Beschäftigten dem Institut „verbunden“ und 60% empfinden sich selbst als „motiviert“ (wobei man hinzufügen muss, dass nur rund die Hälfte der 83.000 angeschriebenen Mitarbeiter überhaupt motiviert genug war, den Fragebogen auszufüllen.)  HB (Paywall)

Deutschen Banken mangelt es an Effizienz: Laut einer Analyse von Standard & Poor’s haben die Banken im vergangenen Jahr in fast allen Ländern ihre Cost-Income-Ratio verbessert – außer in Japan und „Raten Sie mal“. Dabei gehörten die Deutsche Bank mit einer CIR von 92,9% und die Commerzbank mit 92,6% zu den schlechtesten Instituten überhaupt. Zur Einordnung: Die Santander kam auf 53,7%, die ING Groep auf 55,5%. Börsen-Zeitung (Paywall)

Das hätten wir jetzt auch nicht gedacht: Der S&P 500 Financial Index ist nun zwölf Handelstage am Stück gefallen, was die längste Verlustserie für Bankaktien überhaupt bedeutet. Tatsächlich fielen die Papiere der Deutschen Bank gestern bis auf 9,18 Euro, für die Commerzbank-Aktie ging es zwischenzeitlich runter bis auf 8,13 Euro. Bloomberg

Der Berliner Robo-Advisor Liqid geht mit Rothschild auf Investorensuche … und verrät ganz nebenbei, dass er mittlerweile bei 260 Mio. Euro AuMs angekommen ist und bis Jahresende bei ungefähr 500 Mio. Euro stehen will. Pi mal Daumen lässt sich also festhalten, dass Liqid halb so groß ist, wie es Scalable Capital ohne die ING Diba wäre – was wir durchaus beachtlich finden. Twitter, Bloomberg/Welt

Und dann noch ein locker-flockig dahingeworfener Vorschlag, dessen inhaltliche, strategische, politische und sonstige Implikationen uns nicht klar sind: Torsten Daenert, der Bereichsleiter für Zahlungsverkehr im Privatkundengeschäft der Commerzbank, hat in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ angeregt, Paydirekt in Google Pay zu integrieren. Handelsblatt (Paywall)

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