27/07/18: Finleap baut sein Portfolio um, Fintech-Research der Dt. Bank, 350-Mio.-Euro-Fonds

Exklusiv: Finleap setzt zum ersten großen Portfolio-Umbau an

Der Berliner Fintech-Inkubator Finleap (der unter anderem hinter der Solarisbank steht) greift vier Jahre nach der Gründung zum ersten Mal massiv in sein Portfolio ein. CEO Ramin Niroumand bestätigte gegenüber „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“, dass der Kontowechsel-Service Finreach und der Vertragsmanager Moneymap zusammengelegt werden. Die Idee dahinter: Finreach und Moneymap bieten zwar unterschiedliche Dienstleistungen an, wenden sich aber an die gleiche Klientel – nämlich an Retailbanken, die mit den Features ihr Angebot tunen. „Dabei stellen wir fest, dass viele Banken es als mühsam empfinden, sich für einzelne Services immer wieder neue Partner zu suchen“, sagte Niroumand. „Darum wollen wir eine gemeinsame Plattform schaffen, die den Banken verschiedenste Features oder bei Bedarf sogar Komplettlösungen zur Verfügung stellt.“ Darüber hinaus dürfte die Fusion allerdings  auch ein Eingeständnis sein, dass sich Moneymap allein am Markt bislang nicht wirklich durchgesetzt hat. Hier die ganze Geschichte: Finanz-Szene.de

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Pseudo-News

In Ermangelung irgendeiner starken Nachricht da draußen, beginnen wir unsere News-Rubrik nochmal mit der Fintech-Offensive der Deutschen Bank: Kürzlich hatten wir Ihnen ja schon mal geschildert, wie das wichtigste Geldhaus des Landes auf die Finanz-Startup-Szene zurobbt (Newsletter vom 17. Juli). Diese Woche nun hat die Blaubank ihrem neuen Lieblings-Sujet sogar ein hübsches Analyse-Papier gewidmet, Titel: „German Fintechs on the rise“. Um einen groben Überblick zu gewinnen, ist das Paper ganz nett. Und eine spannende Zahl enthält es auch. So wird die Zahl der Fintech-Beschäftigten hierzulande mit 15.000 bis 20.000 angegeben – eine Angabe, die plausibel klingt, auch wenn unklar bleibt, wie sie ermittelt wurde. Was man aber ehrlicherweise auch sagen muss: Bei den allermeisten Angaben handelt es sich positiv ausgedrückt um Sekundär-Research. Dabei scheinen sich die Autoren unter anderem auf die große Comdirect-Studie aus dem vergangenen Jahr zu stützen, was man als Deutsche Bank aber natürlich nicht offen sagen darf. Drum steht an der entsprechenden Stelle unter Quellenangabe: „various sources“. DB Research (PDF)

Wie berichtet, sind von den 226 Vorständen bei den 50 größten deutschen Geldinstituten nur 21 weiblich. Erlauben Sie uns, die 21 Top-Bankerinnen einfach mal einzeln aufzulisten? Finanz-Szene.de

Sage noch mal einer, in Deutschland würden keine vernünftigen Risikokapital-Fonds aufgelegt: Der Promi-VC Digital+Partners (gegründet u.a. von ein paar Ex-McKinsey-Leuten und Ex-Permira-Mann Thomas Jetter) hat satte 350 Mio. Euro eingesammelt. Das Geld soll nicht nur, aber auch in Finanztechnologie-Unternehmen fließen. Pressemitteilung (PDF)

Unsere Schätzung, der Erstkonten-Anteil von N26 liege bei „allerhöchstens 25-30%“, hat vielfältige Reaktionen ausgelöst. So hören wir aus sog. Fintech-Kreisen, wir hätten zu niedrig gegriffen. Dagegen schreibt uns ein befreundeter Blogger, er gehe „von höchstens 10%“ aus. Die Beraterfirma Investors Marketing kommt auf Umfrage-Basis (bei allerdings bescheidener Fallzahl) auf 11%; mehr als 20%, sagen die Consultants, seien es aber  ganz sicher nicht. Und ein von uns sehr geschätzter Payment-Experte schreibt uns, er würde die  Spannbreite anders wählen, nämlich 15%-30%. Kurzum: Wir fühlen uns mit unseren „allerhöchstens 25%-30%“ weiterhin recht wohl. Ob die Betonung auf „30“, „25“ oder „allerhöchstens“ liegt, überlassen wir Ihrer Fantasie.

Gar nicht wohl fühlen wir uns hingegen damit, dass wir gestern „Telecash“ schrieben, als wir „Easycash“ meinten (was uns natürlich ebenfalls reichlich Leserpost beschert hat). Würden Sie uns glauben, wenn wir behaupteten, der Fehler beruhe nicht auf Unwissen, sondern auf einem selten dämlichen Selbst-Redigatur-Klopper?

Linktipps

Gästeblog: Ralf Keuper erläutert, wie die Banken die Hoheit über den „Produktionsfaktor Information“ verloren. Finanz-Szene.de

Haben wir hierzulande nicht langsam genügend Smartphone-Banken? Offenbar nicht. Denn jetzt kommen auch noch die ABN Amro (mit „Moneyou Go“), die ebenfalls niederländische Mobile-Bank „bunq“ sowie das Öko-Fintech Tomorrow auf den Markt. Handelsblatt (Paywall)

Warum – allen anderslautenden Einschätzungen zum Trotz – jetzt eben doch die Mobile-Payment-Revolution kommt: … und zwar auch in Deutschland. FAZ

Krempeln Challenger-Banken wie Starling, Monzo oder Revolut wirklich den britischen Bankenmarkt um? Die jüngsten Download-Statistiken sagen etwas anderes. FT Alphaville (ohne Paywall, aber mit Registrierung)

Und wie immer freitags, so auch heute: Die „Was wir lesen“-Liste des DZ-Innovationsblogs

Urlaubs-Linktipps

Liebe Banker, wo lesen Sie uns denn heute? An der Cote d’Azur, wie es sich geziemt – oder am Timmendorfer Strand, weil man es ja auch nicht übertreiben will? Jedenfalls, wenn Sie den Laptop dabei haben, dann machen Sie doch heute mal einen Streaming-Abend. Denn morgen wird der unterm Strich ganz unterhaltsame Zweiteiler „Private Banking“ aus der Arte-Mediathek gelöscht. Arte

Oder, für die Strebsamen unter Ihnen: Die geschätzte „Handelsblatt“-Kollegin Yasmin Osman hat ein Buch mit dem Titel „Basiswissen Bankenaufsicht“ verfasst. Ist vielleicht keine typische Urlaubslektüre. Aber stellen Sie sich mal vor, Ihr Chef ist zufällig auch in Timmendorf und sieht Sie, wie Sie gerade im Strandkorb … Beck-Shop

Und noch was für die Extrem-Digital-Bewegten: Das sind die zwölf Sommer-Lektüretipps des „American Banker“.

 Klickfavorit

… war gestern die N26-Analyse. Finanz-Szene.de

Werksferien

Wie am Mittwoch schon mal angedeutet: „Finanz-Szene.de“ macht Sommerpause und ist erst am 14. August wieder für Sie da. Unser verlegerischer Berater meinte übrigens, „7000 Adressen kaltwerden zu lassen“, sei mit das Dämlichste, was er jemals gehört habe. Das klang fast so, als stünden wir am 14. August ohne Leser da, weil uns die Abonnenten bis dahin vergessen haben. Aber das tun Sie doch nicht, oder?

Herzlichst, Heinz-Roger Dohms