28/02/18: Unsere Fintech-Definition, Auxmoney als Grafik, Geheimer Deutsche-Bank-Aktionär

Aus aktuellem Anlass: Die rechtsverbindliche Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“

Liebe LeserInnen, gestern Früh haben wir mal wieder Ihren geballten Widerspruch geerntet, weil wir behauptet hatten, Auxmoney sei das erste größere deutsche Fintech, dass halbwegs schwarze Zahlen schreibe. Denn: Stimmt das überhaupt? Kurze Antwort: Geht so. Lange Antwort: Vielleicht sollten wir einfach mal definieren, was aus unserer Sicht ein Fintech ist (nachdem wir den Begriff bislang bei „Finanz-Szene.de“ immer so definiert haben, wie es uns gerade in den Kram passte). Also: Mit „Fintechs“ meinen wir normalerweise die „Fintechs im engeren Sinne“, d.h. die Raisins, Deposit Solutions, Kreditechs, N26e. Davon würden wir gern die „Fintechs im weiteren Sinne“ unterscheiden, darunter die profitablen „Ur-Fintechs“ wie Check24, Interhyp, Wirecard, 360T oder Interhyp. Und Auxmoney? Ist  insofern ein besonderer Fall, als wir vom Geschäftsmodell her sagen würden: Fintech im engsten Sinne – während die Düsseldorfer vom  Gründungsdatum (2007) her fast zu den „Ur-Fintechs“ gehören. Bleibt die Frage: Was ist mit den kleinen, teils profitablen Technologiedienstleistern wie Fino oder Fincite? Und was mit den (teils ebenfalls profitablen) Payment-Fintechs wie Billpay. Drum, lesen Sie hier die mit lexikalischer Ernsthaftigkeit formulierte ultimative und rechtsverbindliche Fintech-Definition von „Finanz-Szene.de“:

Finanz-Szene.de 

Fünf kritische Thesen zur Zukunft der HSH Nordbank

Die Eilmeldung kam gestern Abend um kurz vor 20 Uhr: Angeblich ist der Verkauf der HSH Nordbank an die Finanzinvestoren Cerberus und Flowers (vorbehaltlich der Zustimmung der beiden Landesregierungen) so gut wie perfekt. Preis: rund eine Milliarde Euro. Ob dem wirklich so ist, dürfte das Publikum schon heute erfahren – schließlich läuft die Frist, die die EU-Kommission den Hamburgern und Schleswig-Holsteinern zum Verkauf ihrer Landesbank  gesetzt hat, um 23.59 Uhr ab. „Finanz-Szene.de“ nimmt den D-Day zum Anlass, das Verkaufsobjekt einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dafür haben wir zwei der renommiertesten europäischen Kreditanalysten gewonnen, nämlich  Guido Versondert (ehemals Senior Analyst für Banken bei Moody’s) und Michael Dawson-Kropf (der frühere Country Head für deutsche Banken bei Fitch). Lesen Sie hier, warum die beiden im fulminanten Neugeschäft der HSH-Kernbank die möglichen Altlasten von morgen sehen: Finanz-Szene.de

News

Das Wachstum von Auxmoney auf einen Blick: Gestern hatten wir ja schon kurz über die beeindruckenden Zahlen des größten deutschen Online-Kreditmarktplatzes berichtet. Hier noch nachgeschoben der Link zur Pressemitteilung mit einer Grafik, die die Verzehnfachung des ausgezahlten Kreditvolumens binnen drei Jahren dokumentiert. Pressemitteilung

Allianz investiert 30 Mio. Dollar in ein US-Fintech namens C2FO: Wenn wir es richtig verstehen, handelt es sich dabei um einen Marktplatz für Working-Capital-Finanzierungen. Pressemitteilung, Bloomberg

Die DVB Bank hat 2017 mehr Geld verbrannt als die eigentliche DZ Bank verdient hat: War das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Jahr für die DZ-Bank-Gruppe? Klar, die R+V Versicherung (Ergebnisbeitrag: 795 Mio. Euro) hat wieder mal geliefert, genauso wie die bockstarke Fondsgesellschaft Union Investment, die mit 610 Mio. Euro sogar ein neues Rekordergebnis einfuhr. Und dennoch: Was letztlich alles andere überschattet, das ist das desaströse Abschneiden der schiffsgeplagten DVB Bank, die mit einem Vorsteuer-Verlust von 774 Mio. Euro sogar mehr Geld verbrannt hat, als die eigentliche DZ Bank (die ja auch Teil der Gruppe ist) verdient hat. Das waren nämlich nur 752 Mio. Euro. Dass es auf Gruppenebene dennoch zu einem Plus von 1,8 Mrd. Euro reichte, lag auch daran, dass die DG Hyp ihr Ergebnis mal eben durch einen Sondereffekt mehr als verdoppelt hat. Sonst wäre es auf Gruppenebene womöglich sogar mit dem Mindestziel von 1,5 Mrd. Euro knapp geworden. Finanz-Szene.de (Überblick alle Teilergebnisse), Reuters (News) 

Was die Banken ärgert, freut Herrn Altmaier: Dank des negativen Einlagenzinses sieht sich die Bundesbank in der Lage, dem Finanzminister 1,9 Mrd. Euro überweisen. Handelsblatt

Genossen wollen sich an Finanzspritze für Paydirekt beteiligen: So zumindest lässt sich eine Aussage von DZ-Bank-Chef Kirsch gestern deuten (sinngemäß: Nachdem die Sparkassen ihr Commitment ausgesprochen hätten, werde man nun im Gesellschafterkreis über notwendige Investitionen beraten).

Linktipps

Der geheime Großaktionär der Deutschen Bank: Die Edel-Blogger der „Financial Times“ sind bei der Frage, wer hinter HNA steht, auf eine obskure Firma namens GAR gestoßen. FT Alphaville (nicht bezahl-, aber anmeldepflichtig)

Warum die Banken die Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava ernst nehmen sollten: … weil es den beiden Vergleichsportalen im Kern darum gehe, der etablierten Kreditwirtschaft die Kundenbasis streitig zu machen, sagt Stefan Graß von Cofinpro – und erklärt, wie die Banken auf diese Herausforderung reagieren müssen. IT-Finanzmagazin

Und noch ein vorerst letzter Beitrag zur „Zins-Schlacht“: Wie Finanzcheck.de mit einem kleinen Gag-Angebot gestern die Konkurrenten Smava und Check24 vorgeführt hat. Handelsblatt

Warum Mobile Payment in Deutschland noch immer ein Nischenthema ist … und was passieren muss, damit sich dieser Dauerbefund irgendwann einmal ändert. Der Bank-Blog

Zur Lektüre des gestern veröffentlichten „World Fintech Report 2018“ von Capgemini … sind wir leider noch nicht gekommen. Aber wäre doch komisch, wenn sich hinter diesem sehr selbstbewussten Titel nicht auch der ein oder andere kluge Gedanke fände. Capgemini

Wem unser Blick auf die DZ Bank zu kritisch ist … dem empfehlen wir den Leitartikel („Kirschs Lebensleistung“) in der Börsen-Zeitung.

Karriere

Hier kommen zehn Studenten der Frankfurt School …, die angeblich das Zeug zum künftigen Top-Banker haben. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern der (zugegeben: etwas hinterfotzig angeteaserte) Beitrag zur neuen Anleihen-Plattform Credx. Handelsblatt