28/03/18: Die deutschen Fintechs sind jetzt „Later Stage“, Savedo, Nachklapp zu N26/Tencent

90 Tage, in denen die deutsche Fintech-Branche erwachsen wurde

In den nächsten Tagen wird der Düsseldorfer Datenguru Peter Barkow auf den Knopf drücken – und dann wird ihm seine untrügliche „Barkow Consulting Fintech MoneyMap“ die Q1-Funding-Zahlen zur deutschen Fintech-Branche ausspucken. Was dabei herauskommen wird? Wir vermuten, auf unser Bauchgefühl vertrauend: 1.) Die Funding-Zahlen haben sich, wenn man nur auf das Volumen schaut, positiv entwickelt. Das liegt aber 2.) fast ausschließlich an den Mega-Finanzierungen für N26 und Solarisbank. Dagegen ist 3.) die Zahl der Fundings zurückgegangen, nicht zuletzt, weil immer weniger Finanz-Startups nachkommen. Oder anders ausgedrückt: Die deutsche Fintech-Branche ist jetzt nicht mehr „Early Stage“. Sie ist jetzt „Later Stage“. Und das gilt beileibe nicht nur in Bezug auf die Finanzierungen. Lesen Sie hier unsere große Analyse über das Erwachsenwerden der deutschen Fintech-Branche: Finanz-Szene.de

Sechs Tage, in denen die Dt. Bank fünf Vorstände beschädigte (sofern sie das nicht selber taten)

Ein Dementi? Nein, kein Dementi. Offensichtlich stimmt, was die britische „Times“ am Montagabend als erste berichtete, nämlich dass die Deutsche Bank (sprich: ihr Aufsichtsratschef Paul Achleitner) einen (potenziellen) Nachfolger für ihren Vorstandschef sucht. Nun sei mal dahingestellt, ob die Sache herauskommen sollte oder einfach nur herauskam. Jedenfalls haben damit sechs geradezu unglaubliche Tage ihre Krönung gefunden. Alles begann letzten Donnerstag, als Finanzchef von Moltke mit ein paar unglücklichen Äußerungen eine kleine Panik unter den Investoren auslöste. Das Wochenende gehörte dann der „Affäre Hammonds“. Und schließlich folgte der  Dienstag, von dem in Erinnerung bleiben könnte,  dass der Vorstandschef (Cryan) abgelöst werden soll, jedoch nicht von seinen beiden vermeintlichen Kronprinzen (Sewing, Schenck). Bleibt die Frage: Und der Große Vorsitzende (Achleitner) soll aus der ganzen Sache ernsthaft unbeschädigt hervorgehen? Reuters (News), Bloomberg (Analyse), FAZ (Anti-Achtleitner-Kommentar), Bloomberg (Was die Analysten sagen), Deutsche-Bank-Aktie

News

Ist die DKB wirklich so toll, wie sie tut? Nein, nicht ganz. Denn man sollte nicht nur auf diejenigen Zahlen achten, die die zweitgrößte deutsche Direktbank gestern stolz hergezeigt hat, sondern auch auf die Zahlen, die sie gestern nicht hergezeigt hat. Und wenn man dann diese Zahlen mit denen der ING Diba vergleicht, dann sieht man, dass der Abstand zwischen der Nr. 1. und der Nr. 2 im vergangenen Jahr nicht wirklich kleiner geworden ist. Finanz-Szene

Vermutlich dürfte die Sache in Estland (wir berichteten gestern) glimpflich für alle Beteiligten ausgehen … allerdings wird man bei Savedo/Deposit Solutions inständig hoffen,  dass die Finanzaufsicht in Tallinn die Dinge tatsächlich so regelt (und zwar auch so schnell regelt), wie es der europäische Einlagenschutz vorsieht. Denn ansonsten werden sich unschöne Schlagzeilen wie gestern beim Handelsblatt oder bei Gründerszene in den nächsten Tagen häufen.

Was die Bundesregierung mit ihrem Commerzbank-Anteil machen könnte: Die Kollegen von „Bloomberg“ zeigen vier Szenarien auf. Bloomberg

Gibt es „die Sparkassen“ überhaupt? Nicht unbedingt, wenn man sieht, dass die Berliner Sparkasse auf eine Cost-Income-Ration von 81 Prozent kommt, während die Mittelbrandenburgische Sparkasse bei 47 Prozent liegt (wie das „Handelsblatt“ herausgearbeitet hat). In dem Zusammenhang ganz interessant, wenn auch nicht ganz frisch: Bei „den Sparkassen“ ist das Aufwand-Ertrag-Verhältnis in den vergangenen fünf Jahren von 62,9 Prozent auf 64,6 Prozent gestiegen, wie aus den kürzlich vorgelegten DSGV-Zahlen hervorgeht. DSGV-Präsentation

Linktipps

„Die Fintech-Revolution hat gerade erst begonnen“, glaubt Hartmut Giesen, digitaler Vordenker der Hamburger Sutorbank. Finletter 

Retail war nur der Anfang: Als nächstes greifen die Vergleichsportale bei Krediten für Gewerbekunden an. Der Bank-Blog

Hilfe, die Chinesen kommen: Was hinter Investments wie dem von Tencent bei N26 oder Kooperation wie der zwischen Alipay und Wirecard steckt (oder stecken könnte). Bankstil

Rote PR: Warum die Sparkassen einen „gigantischen Newsroom“ mit fast 100 Mitarbeitern aufbauen. W&V

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über den unterschiedlichen Umgang der Landesbanken mit ihren institutionellen Investoren. Finanz-Szene.de