28/09/18: Solarisbank an Fidor interessiert?, Helaba schlägt Alarm, Plattform-Plädoyer

„FAZ“: Franzosen stellen (Teile von) Fidor zum Verkauf +++ Solarisbank als möglicher Interessent

Als Matthias Kröner die Fidor-Bank 2016 an die französische BPCE verkaufte, wirkte das wie die Krönung seines Lebenswerks: Ein deutscher Selfmade-Banker, der einen fetten Exit hinlegt – wie oft gibt es das schon? Seitdem allerdings reißen die schlechten Meldungen nicht ab.  Im UK-Geschäft platzten Kredite, Verluste fielen an, eine Kapitalerhöhung musste her. Und nun: Berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf französische Medien und Kröner selbst, die Ehe zwischen BPCE und Fidor stehe womöglich vor dem Aus. Wenn wir es richtig verstehen, gibt es drei denkbare Szenarien: 1.) Fidor wird komplett verkauft. 2.) Die BPCE überlegt es sich doch noch anders und rollt das Fidor-Direktbank-Angebot nach Frankreich aus, was aber hohe Investitionen erfordere. 3.) Die BPCE behält zwar das deutsche Direktbank-Geschäft mit derzeit 300.000 Kunden, stellt aber Fidors  B2B-Finanztechnologie-Sparte zum Verkauf (was theoretisch natürlich auch unter „Szenario 2“ denkbar wäre). Ein möglicher Käufer hierfür, so die „FAZ“, sei die Solarisbank, also das mit hohen Fundings ausgestattete Berliner Vorzeige-Fintech. Weder der Solaris-Sprecher noch Kröner waren gestern Abend für „Finanz-Szene.de“ zu erreichen. FAZ (Seite 27)

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News

Wir wissen zwar nicht, ob Norbert Schraad gestern Morgen unsere Analyse „Deutsche Banken erleben Ertrags-GAU im Firmenkunden-Geschäft“ gelesen hat – allerdings kommt der zuständige Vorstand der Helaba zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie wir selber: „Das Firmenkundengeschäft steht vor großen Herausforderungen, am Horizont sind schwarze Wolken“, sagte Schraad gestern beim „Corporate Banking Tag“ der „Börsen-Zeitung“. Er erwarte „tektonische Verschiebungen“, für die u.a. der  zunehmende Wettbewerb mit ausländischen Banken verantwortlich sei. Börsen-Zeitung

Die Commerzbank wäre nicht die Commerzbank, würde sie die schwarzen Wolken, die der Helaba-Mann sieht, nicht als Silberstreif am Horizont deuten: … und so darf nicht verwundern, dass der Commerzbank-Firmenkunden-Manager Gillmann die Dinge gestern bei der gleichen „BÖZ“-Veranstaltung offenbar deutlich positiver sah (wachsender Markt, gutes Risikoprofil …) als der Kollege. Nun zeigte unsere Untersuchung ja, dass keine andere Bank in den letzten zwei Jahren im Firmenkunden-Geschäft derart unter die Räder gekommen ist wie die Commerzbank. Aber auch hier ist Abhilfe in Sicht: Ein neuer, günstiger Kontokorrentkredit soll 10.000 neue Kunden locken. Börsen-Zeitung (Paywall)

Erinnern Sie sich noch an unsere Meldung „IT-Fiasko spaltet die Sparda-Banken“ von Mitte April? Jedenfalls, wenn wir es richtig verstehen (wobei wir uns da nicht wirklich sicher sind), dann hat die Geschichte jetzt noch mal eine ganz neue Wendung genommen und jene acht Sparda-Banken, die eigentlich nicht zur Fiducia GAD (also zum großen genossenschaftlichen IT-Dienstleister) wechseln wollten, tun genau dies nun doch. Oder wie deuten Sie den Fall? Pressemitteilung

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Bafin-Leute haben den IT-Leuten auf ihrer „IT-Aufsicht bei Banken“-Konferenz gestern offenbar mal gezeigt, wo der Hammer hängt: 1.) Beim Thema „Cybersicherheit“ kriegen die Institute von der Aufsicht allenfalls die „Schulnote 4“; 2.) Bei einigen Banken sind die Kapitalvorgaben aufgrund von IT-Schwächen inzwischen um 50 (!) Prozent erhöht worden; und 3.) Mancherorts haben die Mängel sogar schon dazu geführt, dass die Bafin den zuständigen Vorstand rausgemobbt hat (wobei das mit dem „rausgemobbt“ unser eigenes Wording ist). Handelsblatt (Paywall), Wirtschaftswoche, Börsen-Zeitung (Paywall)

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Gästeblog

„Die Bank als Plattform? Diese Idee zeugt von Naivität und Unkenntnis“, schrieb neulich unser Gastautor Andreas Buschmeier – und erntete viel Zustimmung, was sich unter anderem an 109 „Likes“ zeigte, die der Artikel bei Linkedin einheimste. Indes: Nicht alle Leser teilten Buschmeiers Sicht der Dinge. Unter denen, die heftig widersprachen, war zum Beispiel der Consultant Friedrich-W. Kersting, der sagt: „Plattform-Banking bedeutet, Amazon mit den eigenen Waffen zu schlagen.“ Lesen Sie hier seine Replik: Finanz-Szene.de

Linktipps

Der neue Personalausweis ist mehr als ein Personalausweis: Denn als Identifizierungs-Instrument  könnte er auch für Finanzdienstleister interessant werden. Bankstil

Haben Sie sich jemals gefragt, wie die Banken ihre Geldautomaten über Deutschland verteilt haben? Vermutlich nicht. „Spiegel Online“ hat trotzdem die Antwort für Sie: Spon

Hatten Sie bei unserer Geschichte über Scalable und Santander gestern das Gefühl, dass  Fragen offen geblieben sind? Falls ja, verweisen wir Sie auf das Interview, das Kollege Jordan mit Scalable-Gründer Podzuweit geführt hat: Extra-Funds

Ganz schön viel los im Geschäft mit Online-Überweisungen, einem Markt, in dem sich nicht nur Giropay, Paydirekt und Fintecsystems tummeln, sondern plötzlich auch die Deutsche Bank (Stichwort: Kooperation mit IATA): Wer den Überblick behalten will, dem hilft der Beitrag von Kilian Thalhammer bei „Paymentandbanking“.

Klickfavorit

… war gestern der „Ertrags-GAU“ im Firmenkundengeschäft der deutschen Banken. Finanz-Szene.de

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