28/11/18: Ratepay erhält 83 Mio. €, Solaris und die Volksbanken, Das Debakel der Fintech Group

Exklusiv: Rekordverdächtige Debt-Finanzierung für Berliner Payment-Fintech Ratepay

Wie niederländische Finanzkonzerne mithilfe hiesiger Fintechs weiteres Terrain im deutschen Bankenmarkt gewinnen, hatten wir Ihnen neulich ja schon mal skizziert. Im medialen Fokus stehen dabei meist die direkten Beteiligungen – etwa von  ABN Amro bei Solaris und Crosslend oder von ING  bei Fincompare. Kaum weniger spannend ist indes, was sich auf der Debt-Seite tut. So hat „Finanz-Szene.de“ vorab erfahren, dass die NIBC Bank dem Berliner Payment-Fintech Ratepay eine Kreditlinie in Höhe von 83 Mio. Euro (!) zur Verfügung stellt. So ähnlich hat NIBC das schon beim  Rechnungsfinanzierer Billfront gemacht – während Aegon fleißig Darlehen über den  Kreditmarktplatz Auxmoney vergibt. Und von der ABN Amro  darf man annehmen, dass sie ihren Einstieg beim Verbriefungs-Startup Crosslend mit einem Debt-Engagement verbindet. Was das Ganze soll? Die Oranje-Dickschiffe füllen ihre Bilanzen. Und die deutschen Fintechs skalieren. So kann der Rechnungskauf-Spezialist Ratepay, der Online-Händlern auch Factoring-Dienste anbietet, sein finanziertes Volumen nun „auf 2 Mrd. Euro jährlich ausbauen“, wie uns CEO Jesper Wahrendorf erläuterte.  Hier die Dokumentation der PR-Mitteilung: Finanz-Szene.de

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News

Ad-hoc: Steht die Deutsche Bank vor dem nächsten Vorstandsumbau? Das zumindest behauptet das „Wall Street Journal“ – auch wenn es in dem gestern Abend veröffentlichten Artikel heißt, die Diskussionen seien „noch nicht final“ und könnten „durchaus noch die Richtung wechseln“.  Konkret spekuliert das „Journal“ über einen vorzeitigen Abgang von Compliance-Chefin Sylvie Matherat, deren Arbeit von CEO Christian Sewing und anderen Topmanagern zunehmend kritisch gesehen werden. Daneben müsse auch Amerika-Chef Tom Patrick um einen Verbleib in der Bank zittern. Das größte Kreditinstitut des Landes war vergangene Woche wegen seiner Rolle im Geldwäsche-Skandal der Dankse Bank in die Kritik geraten. Wall Street Journal, CNBC

Österreich-Pläne der Frankfurter Fintech-Group krachend gescheitert: „Es ist der größte Deal meines Lebens.“ Mit diesen Worten feierte CEO Frank Niehage Mitte September das damals verkündete Joint-Venture mit der austriakischen Post (Kern der Idee: Die Piefke-Banker vertreiben über die Ösi-Post-Filialen ihre Produkte). Zweieinhalb Monate später nun der Rückzieher. Zu den Gründen schweigen sich die beiden Parteien aus. Allerdings klingt es in österreichischen Medien so, als habe es unter anderem Probleme mit der Wiener Finanzaufsicht gegeben. Was bleibt vom Deal des Lebens? Die Aktie der Fintech Group (bei der es sich übrigens um ein finanztechnologisch arrondiertes Mini-Konglomerat rund um den Onlinebroker Flatex und den Whitelabel-Spezialisten biw Bank handelt) kostet keine 32 Euro mehr (wie noch am 12. September), sondern nicht mal mehr 20 Euro. Die Presse, Der Standard

Ad-hoc: Wie aus einer gestern Abend versendeten Pressemitteilung hervorgeht, startet die Solarisbank schon wieder einen neuen Geschäftsbereich … Diesmal geht es um KYC-Lösungen für den Geschäftskundenbereich,  als Pilotpartner hat das ambitionierte Berliner Fintech gleich vier Volkbanken gewonnen, darunter die in Berlin und Hannover. Pressemitteilung

Wie „BÖZ, „FAZ“ und „Handelsblatt“ berichten, ist die Commerzbank aus dem Bieterprozess um die NordLB „ausgestiegen“: … was insofern bemerkenswert wäre, als dies bedeuten würde, dass die Commerzbank wirklich mal drin war im Prozess, was man ja aber eigentlich von Anfang an bezweifeln musste. BÖZ, FAZ

Wenn nun aber die Coba nicht mehr drin ist (oder noch nie drin war) und sich die Helaba nicht doch noch zu irgendeiner Form von Offerte wird hinreißen lassen (zur Erinnerung: Heute läuft ja eigentlich die Frist für die Abgabe von Angeboten aus …), müsste dass dann nicht heißen, dass nur noch Private-Equity-Fonds als Bieter infrage kommen? Und Anschlussfrage: Was würde dann aus der zur NordLB gehörenden Braunschweigischen Sparkasse? Würde die dann zum ersten Institut hierzulande mutieren, dass zwar das fette rote „S“ im Logo trägt, allerdings privaten Eignern gehört? Für diesen Fall kündigt der Braunschweiger OB heute Früh im „Handelsblatt“ an, seine Sparkasse (die gar nicht seine Sparkasse ist) im Zuge eines kommunalen Kraftakts womöglich irgendwie aus der dann (halb-)privaten Landesbank herauslösen zu wollen. Das würde ein Spaß, ist die Sparkasse doch (wie wir wiederum dem HB entnehmen) IT-mäßig fest in der NordLB verwurzelt. Wie verrückt, das alles. Handelsblatt (Paywall)

Und noch zwei Kurzmeldungen: Morgan Stanley verfrachtet die ersten 50 Brexit-Banker nach Frankfurt (Financial News) +++ Und der Börsengang des selbsternannten Insurtechs Deutsche Familienversicherung scheint im  zweiten Anlauf nun doch zu fluppen (Versicherungsmonitor/Paywall)

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Linktipps

Dieser Hund will nicht nur spielen! Am vorgestrigen Montag hat die EU-Kommission ihr Plazet für den Verkauf der HSH Nordbank gegeben; am heutigen Mittwoch gehen die Gebote für die NordLB ein; und wenn alles seinen Gang nimmt, dann könnten dem US-Finanzinvestor Cerberus (der ja auch bei der Deutschen Bank und bei der Commerzbank kräftig mitmischt) demnächst zwei (ehemalige) Landesbanken gehören. Was das zu bedeuten hat, analysiert Meike Schreiber heute Früh in der Süddeutschen Zeitung.

Der ehrwürdige „Guardian“ … beschäftigt sich sehr intensiv mit den am britischen Markt tätigen Challenger-Banken, zu denen neuerdings ja auch N26 gehört. Guardian

Ein Gastautor der nicht minder ehrwürdigen „Financial Times“ … erklärt derweil, warum ihm ebenjene Challenger-Banken (zu denen er übrigens auch das Goldman-Angebot „Marcus“ zählt) gestohlen bleiben können. Denn: Bei seiner kleinen, aber offenbar auch sehr feinen Privatbank fühle er sich deutlich wohler. Was macht’s da, wenn ihn dieselbe Privatbank in manchem Monat um Gebühren in Höhe von 60 Pfund erleichtert … Der kurzweiligste Artikel, der uns in den letzten Wochen untergekommen ist. Financial Times (Paywall)

Vielleicht nicht ganz so kurzweilig, aber trotzdem interessant zu lesen: Amazon gegen die Banken – was hat der Handelskonzern vor und wie groß ist die Bedrohung wirklich? IT-Finanzmagazin

Schön zu sehen, dass unseren eben noch kleinen teutonischen Fintechs jetzt schon große Artikel in bekannten amerikanischen Medien gewidmet werden. Oder anders gesagt: „Forbes“ erklärt seinen Lesern, was es mit dem in die USA expandierenden Einlagen-Vermittler Deposit Solutions auf sich hat. Forbes

(leider trägt allerdings auch „Forbes“ die Falschmeldung weiter, das Hamburger Fintech habe bei der jüngsten Finanzierungsrunde 100 Mio. Dollar „geraised“. Wer noch nicht weiß, wie es wirklich war: Guggsdu hier.)

Klickfavorit

… waren gestern die fünf Gründe, warum sich die Sparkassen so schwer mit Apple Pay tun. Finanz-Szene.de

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