29/08/18: Die GuV des dt. Rekord-Fintechs, So geht Instant Payment, Die N26-Bewertung neu ermittelt

Wie viel Geld wird es das Land Niedersachen kosten, die Kontrolle über die NordLB zu behalten?

Liebe Leserinnen und Leser, falls Ihr erster Impuls jetzt ist: „Nicht schon wieder die NordLB, diese Langeweiler-Bank aus der Langeweiler-Stadt Hannover …“ – Das können wir total gut nachvollziehen. Bloß: Es gibt halt Tage, an denen die Themenlage eher bescheiden ist, da müssen dann wir gemeinsam durch! Also: Reinhold Hilbers (wer kennt ihn nicht?), der niedersächsische Finanzminister und NordLB-AR-Chef, hat gestern eine Art „50+1“ Parole ausgegeben, will heißen: Selbst wenn demnächst die Chinesen (oder die amerikanischen PE-Buden) einsteigen, will das Land seinen Anteil nicht unter 50% verwässern lassen. Was heißt das nun konkret? Dazu hat Herr Hilbers nichts gesagt. Dafür macht Kollegin Meike Schreiber heute Morgen  in der „SZ“ eine interessante Rechnung auf. Sie schreibt (von uns minimal paraphrasiert): Die NordLB ist höchstens noch ein Drittel ihres bilanzielles EKs von 6 Mrd. Euro wert. Nun braucht die Bank aber 2-3 Mrd. Euro frisches EK, um ihre Schiffsluken zu schließen. Würde ein privater Investor diese Summe allein stemmen, dann hätte er  Anspruch auf die Mehrheit. Rund eine Milliarde muss Herr Hilbers also schon selber beitun, wenn das Land bei „50+1“ rauskommen will. Das ist zwar jetzt sehr Pi-mal-Daumen-mäßig von der Kollegin. Aber trotzdem spannend. Oder finden Sie nicht? Weser-Kurier (Hilbers-Interview), Süddeutsche Zeitung (Analyse)

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News

Wie sieht eigentlich die GuV eines 285-Mio.-Euro-Fintechs aus: Das Hamburger Startup Finanzcheck hat dieser Tage seinen 2016er-Abschluss in den Bundesanzeiger eingestellt. Und um ehrlich zu sein: Die Gewinn- und Verlustrechnung deutet eher nicht darauf hin, dass wir es hier mit einem Rekord-Fintech zu tun haben. Oder etwa doch? Hier unsere Kurz-Analyse: Finanz-Szene.de

Lange Zeit sah es so aus, also könnten die Zinsen fallen, wie sie wollen – und die Ost-Sparkassen würden ihr Ergebnis trotzdem steigern. Nun allerdings deuten die Zahlen für das erste Halbjahr darauf hin, dass sich der Provisionsüberschuss eben doch nicht endlos strecken lässt. Unterm Strich sank das Vorsteuerergebnis um 7% auf 232 Mio. Euro, fürs Gesamtjahr rechnen die Verantwortlichen sogar mit einem Minus von 14% auf 516 Mio. Euro. Jammern brauchen die ostdeutschen Kommunalinstitute freilich trotzdem nicht. Und wenn sie es doch tun sollten, dann auf hohem Niveau. Börsen-Zeitung, Reuters

Warum sind es eigentlich immer die Firmen mit den lustigen Namen, die die Biege machen? Nach dem Berliner Fintech-Startup Cringle vorgestern hat es gestern die einigermaßen traditionsreiche Düsseldorfer Wertpapierbank Schnigge erwischt. Zwar nicht in dem Sinne, dass sie Insolvenzantrag gestellt hätte. Aber doch in dem Sinne, dass sie nach mehreren verlustträchtigen Jahren in Folge ihre Banklizenz zurückgibt. Die Connaisseure werden sich erinnern, dass die große Zeit von Schnigge um die Jahrtausendwende herum war (als hierzulande auch der Aktienmarkt seine große Zeit hatte). Lang ist’s her. Börsenzeitung (News), Börsenzeitung (Analyse hinter Paywall)

Wundern Sie sich eigentlich auch manchmal, dass jede (und zwar wirklich jede) Umfrage, die von einer deutschen Bank in Auftrag gegeben wird, letzten Endes zu Ergebnissen kommt, die der jeweiligen Bank wunderbar in den Kram passen? Naja, ist wahrscheinlich nur Zufall. Jedenfalls: Einer Umfrage der ING Diba zufolge legen die Deutschen ihre Scheu vor Mobile Banking allmählich ab. Dow Jones, Börsen-Zeitung (Paywall)

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Sie sind ein Banking- und Payment-Profi? Und sie möchten sich beruflich neuen Herausforderungen stellen? Dann haben wir hier ein Angebot, das Sie sich auf der Zunge zergehen lassen sollten: OSTHAVEN.

Gästeblog

Ist Instant Payment überflüssig? Nein, sagt unser Gastautor Ole Barkmann. Im Gegenteil: Mit dem neuen Verfahren komme „die Echtzeitökonomie jetzt auch im Zahlungsverkehr an. Und wie bei der Digitalisierung geht es nicht nur darum, bestehende Prozesse weiter zu automatisieren, sondern darum, komplett neue Geschäftsprozesse zu etablieren“, so der Payment-Experte. Lesen Sie hier, welche konkreten Use Cases Barkmann sieht – und was die Banken seiner Meinung nach tun müssen, damit das neue Verfahren tatsächlich in der breiten Bevölkerung ankommt: Finanz-Szene.de

Linktipps

Warum eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank keine Frage des Obs ist: … sondern nur noch eine des Wanns. Financial Times (Paywall)

Warum eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank zwar viel Kraft kosten würde: … sie aber die einzige Möglichkeit ist, den Bankenstandort Deutschland vor dem endgültigen Abstieg in die Zweitklassigkeit zu bewahren. Wirtschaftswoche

Und dann haben wir beim Überfliegen einer neuerlichen Valentin-Stalf-Hymne bei den Kollegen von „t3n“ eine Methode entwickelt, mit der sich die Bewertung von N26 sowohl aktuell als auch rückwirkend exakt ermitteln lässt: Man nehme die Haupthaarlänge Stalfs in Zentimetern, multipliziere mit dem Faktor 13 und ersetze die „Zentimeter“ durch „Millionen Euro“. t3n (bitte auf die beiden Bilder achten, das untere ist „Serie C“, das obere müsste „Serie A“ oder „Serie B“ sein)

Klickfavorit

… war gestern die DVB-Bank mit ihrer 354-prozentigen Minus-Rendite im sogenannten Offshore-Segment. Finanz-Szene.de

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