31/01/19: Diesen Sparkassen geht’s an den Kragen, Wirecard crasht 25%, Loanboox geadelt

Exklusiv: Welchen Sparkassen es mit dem heutigen Tage an den Kragen gehen könnte …

… okay, das ist natürlich eine reißerische Headline. Und in dem Moment, da wir sie niedertippten, überkam uns auch schon das schlechte Gewissen. Denn wir wollen ja niemandem Unrecht tun. Gleichwohl: So wie es aussieht, wird sich der öffentlich-rechtliche Bankensektor heute auf eine Auffanglösung für die NordLB verständigen. Was für die niedersächsischen Sparkassen bedeutet: Zu den 400 Mio. Euro, die sie zuletzt bereits auf ihre bestehenden Anteile abschreiben mussten, kommen on top noch mal grob geschätzt 350 Mio. Euro für die Rekapitalisierung. Nun besteht kein Zweifel, dass der deutsche Sparkassensektor als Ganzes hammermäßig kapitalisiert ist (mehr dazu in unserer morgigen Ausgabe). Aber gilt das auch für die niedersächsischen Sparkassen? Und gilt es für jede einzelne? Hier unser großer, mühsam recherchierter Überblick über die Kapitalausstattung jeder einzelnen niedersächsischen Sparkasse. Und falls die Connaisseure jetzt sagen, die stillen Reserven könnt Ihr doch gar nicht sehen … doch, doch – annäherungsweise können wir das! Voilà: Finanz-Szene.de

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Die Ermittlung der BESTEN BANK für Privatkunden erfolgt künftig auf Basis der DIN 77230. In dem einmaligen Bankentest „BESTE BANK vor Ort“, der sich seit Jahren mit festangestellten Testern u.a. an den Grundsätzen ordnungsgemäßer Testkaufdurchführung orientiert, war es schon immer das Ziel, zu testen, ob ein Kunde nicht nur empfohlen bekommt, was er wünscht, sondern auch, was er objektiv braucht. gepruefte-beratungsqualitaet.de

News

Eigentlich ist es ja der schiere Wahnsinn, dass die Wirecard-Aktie seit Jahren alle paar Monate aufgrund eines wie auch immer gearteten externen Impulses intraday jäh abstürzt, sich aber dann flugs auch wieder erholt – bevor es  weitergeht, als wäre nie was gewesen. Gestern war wieder einer dieser Tage. Auslöser diesmal: Ein Bericht der „Financial Times“, den man mehrmals lesen muss, um ihn dann immer noch nicht ganz zu verstehen. Unterm Strich läuft der Artikel darauf hinaus, dass in einem  internen Memo von dubiosen Geschäftspraktiken (konkret: gefälschte und zurückdatierte Verträge in erheblichen Umfang) innerhalb des asiatischen Teils des Wirecard-Konzerns die Rede gewesen sein soll. Harter Tobak, den Wirecard uns gegenüber mit dem Statement zurückweist, es handle sich um einen „falschen, ungenauen, irreführenden und diffamierenden Artikel“, der „keine Substanz“ habe und „völlig bedeutungslos“ sei. Die Aktie? Stand zwischenzeitlich fast 25% im Minus, zum regulären Handelsschuss waren es noch 13%. Financial Times (Paywall), Reuters

Etwas ausführlicher als der Presse gegenüber ist Wirecard übrigens  seinen Investoren gegenüber auf die Vorwürfe eingegangen. Hier die Stellungnahme im Original: Finanz-Szene.de  

Und der Vollständigkeit halber hier noch ein Link zu den gestern Morgen vorgelegten vorläufigen 2018er-Zahlen von Wirecard, die wie nicht anders zu erwarten besser als erwartet ausfielen, was dann aber nachmittags auch irgendwie niemanden mehr so richtig interessiert hat. Manager Magazin

Was ist sonst noch so passiert gestern? Ach ja, die Comdirect hat ihre Geschäftszahlen fürs Gesamtjahr vorgelegt. Leider fehlte uns die Zeit, diese näher zu analysieren, allerdings fiel uns bei der Sekundärquellen-Lektüre ein schon bewährtes Muster auf: Irgendwie ist das Ergebnis auch diesmal wieder eher so lala (gut 70 Mio. Euro vor, gut 50 Mio. Euro nach Steuern). Aber irgendwie scheint das  auch diesmal niemanden gestört zu haben. Weil: Wie immer hatte das Management für das maue Ergebnis eine Erklärung parat (diesmal: hohe Wachstumsinvestitionen …). Was man der Quickborner Power-Bank zugutehalten muss: Wachsen tut sie tatsächlich, jedenfalls bei den Kunden, wo auf Jahressicht ein Plus von fast 240.000 zu verzeichnen war. Aber das hatten wir Ihnen neulich ja schon exklusiv erzähltARD, Pressemitteilung

Wann kommt denn jetzt endlich mal eine schöne Fintech-Meldung? Hier: Das schweizerisch-deutsche Kommunalfinanzierungs-Startup Loanboox hat gestern eine Funding-Runde im Umfang von 19 Mio. Euro vermeldet, was aus unterschiedlichen Gründen sehr beachtlich ist. Einer dieser Gründe: Soweit wir den Markt überblicken, ist kein anderes hiesiges Muni-Fintech bislang auch nur annähernd in diese Dimensionen vorgestoßen. Noch ein Grund: Obwohl erst 2016 gegründet, dürfte Loanboox mit einer Bewertung von jetzt 108 Mio. Euro schon zu den Top-25-Fintechs in der DACH-Regionen überhaupt zählen (behaupten wir jetzt einfach mal aus dem Bauch heraus). Bloomberg/Welt

Und noch ein Grund: Zu den Loanboox-Investoren gehört u.a. die DKB, deren erklärte Geschäftspolitik es bis vorgestern noch war, eben nicht direkt in Fintechs zu investieren. Neulich hatten wir ja mal lobend hervorgehoben, dass sich die Berliner Direktbank sehr umtriebig durch die Startup-Landschaft bewegt. Was man allerdings (nicht nur anhand des aktuellen Beispiels) auch sagen muss: Es ist bisweilen eine ziemliche Hü-hott-Umtriebigkeit.

Kurzmeldungen: Bei der NordLB könnten/dürften im Zuge der Rettung/des Verkaufs mittelfristig mehr als 2000 der momentan noch 5900 Arbeitsplätze wegfallen (Braunschweiger Zeitung) +++ Die Bitkom-Zahlen zu Mobile Payment (siehe unsere gestrige Ausgabe) seien auch für ihn „in keiner Weise nachzuvollziehen“, sagte uns gestern ein sehr fachkundiger deutscher CEO, mit dem wir eigentlich in anderer Sache telefonierten +++  Die genossenschaftliche Card Process heißt jetzt VR Payment, worin man vermutlich eine Art Commitment sehen kann, denn eine „Card Process“ verkauft sich vermutlich leichter an eine PE-Bude als eine „VR Payment“ (Börsen-Zeitung/Paywall)

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Haben Sie Lust, anstelle des stumpfsinnigen Haudrauf-Journalismus, der sonst unser Markenzeichen ist, mal was Feinsinniges und Substanzielles zu lesen? Sehr schön! Denn damit können wir Ihnen heute ausnahmsweise mal dienen: Michael Dawson-Kropf und Guido Versondert von der Schweizer Ratingagentur Independent Credit View haben sich ein paar Gedanken zum Schicksal der NordLB unter besonderer Berücksichtigung der EZB gemacht. Sehr lesenswert. Und falls Sie zufällig Anleiheinvestor sind, dann sogar ein Must-read. Finanz-Szene.de

Linktipps

Die Ostsee-Sparkasse Rostock macht alles anders als andere Sparkassen. Glaubt sie zumindest selber. Der Bank-Blog

Warum der Otto-Normal-Versand auf Instant Payment setzt, hatten wir Ihnen neulich ja schon mal grob skizziert. Hier das Ganze nun ausführlich im Podcast des Paymentandbanking-Blogs.

Klickfavorit

… war gestern unser PE-Investoren-zentriertes FAQ zur NordLB. Finanz-Szene.de

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