31/08/18: Was Deutschlands Banken verdienen, Dombret-Nachfolger steht fest, DZ Bank darf aufatmen

Fazit zum Halbjahr: Zwei lahme Großbanken, zwei zufriedene Verbünde – und viel Mittelmaß

Frage: Wie ist es bestellt um die deutschen Banken, nun, da quasi alle Q2- bzw. Halbjahreszahlen vorliegen? Antwort: Geht so. Die Deutsche Bank, das ist zweifelsfrei ein Lichtblick, hat zuletzt zumindest bei den Kosten Fortschritte gemacht. Bei der Commerzbank hingegen weiß man immer weniger, ob es sich bei ihrer Wachstumsstory nicht eher um eine Fata Morgana handelt. Sparkassen und Volksbanken spüren derweil das Zinstief, stehen aber immer noch ganz gut da, was vor allem für ihre großen Frankfurter Verbundorganisationen gilt: Die Deka hat sich binnen weniger Jahre zum deutschen Zertifikate-Champion gemausert, während die DZ Bank ja ohnehin meist liefert- was diesmal umso mehr galt, als die Problemtochter DVB im ersten Halbjahr zur Abwechslung mal keine Horrorverluste produziert hat. Und dem Rest vom Schützenfest? Dem geht es mal besser (BayernLB) und mal schlechter (Helaba), tendenziell aber nicht wirklich gut oder sogar richtig schlecht (NordLB). Insgesamt kamen die zehn größten deutschen Banken übrigens auf einen Vorsteuer-Gewinn von zusammen 6,4 Mrd. Euro. Sehen Sie hier die Ergebnisse im Detail: Finanz-Szene.de

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Macht es im Paypal-Zeitalter überhaupt noch Sinn, ein deutsches Payment-Startup zu gründen?

Klar – dass innerhalb von 48 Stunden gleich zwei deutsche Payment-Fintechs pleitegehen, das war Zufall. Aber mal abgesehen von der zeitlichen Koinzidenz: Kommt das Scheitern von Cringle und Lendstar überraschend? Denn: Welches deutsche B2C-Payment-Startup hat sich in den vergangenen Jahren wirklich am Markt durchgesetzt? Fällt Ihnen eins ein? Womöglich ist in Zeiten von Paypal (und jetzt auch: von Google Pay und Apple Pay) schlicht kein Raum mehr für einheimische Wettbewerber.  Siehe: Yapital. Siehe: Paydirekt. Das heißt freilich nicht, dass es in Deutschland keine erfolgreichen Payment-Startups gäbe – die gibt es . Bloß: Die allermeisten machen eben kein B2C, sondern zumindest schwerpunktmäßig B2B. Und: Mit Ausnahme von SumUp/Payleven wurden sie allesamt gegründet, bevor 2011/2012 der große Fintech-Hype begann. Glauben Sie nicht? Dann klicken Sie doch bitte mal auf unsere große Grafik „Deutsche Payment-Startup 2003-2018“: Finanz-Szene.de

News

Ist das jetzt als Plädoyer für einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank zu verstehen? Naja, zumindest artikuliert die Berliner Politik dieser Tage erkennbar ihre Sorge um den Bankenstandort Frankfurt (wobei es vermutlich eher die Sorge ist, wer denn künftig die deutsche Industrie finanziert). So sagte Finanzminister Scholz gestern bei der „Banken im Umbruch“-Tagung: „Ich glaube, dass die Frage, wie man Größe und Stabilität erreicht, um global mithalten zu können, etwas ist, über das diskutiert werden muss.“ Bloomberg/Welt

Laut Zahlen des Hypothekenvermittlers „Dr. Klein“ (basierend auf einer Grundgesamtheit von 90.000 Darlehen) ist die durchschnittliche Kreditsumme bei Erstfinanzierungen 2017 um 5,7 Prozent auf 272.478 Euro gestiegen: Ob das jetzt eine gute Nachricht für die Banken und Sparkassen ist (mehr Geschäft!) oder eine schlechte (mehr Risiko!), überlassen wir Ihnen, liebe LeserInnen. Schließlich sind Sie ja vom Fach. Spiegel Online

Glaubt man dem „Handelsblatt“ (und das tun wir natürlich!), dann steht fest, wer Andreas Dombret als oberster Buba-Bankenaufseher folgt: nämlich Joachim Wuermeling (bislang im Bundesbank-Vorstand für IT und Märkte zuständig) und nicht etwa der Notenbank-Novize Burkhard Balz. HB (Seite 35)

Weiter oben hatten wir ja schon mal angedeutet, dass die DVB Bank (also die mit den faulen Schiffs- und Offshore-Krediten) im ersten Halbjahr kaum mehr neue Risikovorsorge hat bilden müssen. Hier jetzt das Ganze nochmal zur Bestätigung: Es waren gerade mal 20 Mio. Euro (nach 446 Mio. Euro im Vorjahr). Das ist denn auch der wesentliche Grund, warum die DZ Bank (also die Mutter) ihr Sechs-Monats-Ergebnis nochmals hat steigern können, nämlich auf gut eine Mrd. Euro. Reuters

Und der Vollständigkeit halber noch drei Ergebniszahlen (dann ist aber auch gut für die nächste Wochen!): Die NordLB hat (Restrukturierungs-Kosten …) im zweiten Quartal einen Verlust von 16 Mio. Euro erlitten, während HSBC Deutschland (also das, was früher mal HSBC Trinkaus & Burkhardt war, was wir einen deutlich schöneren Namen fanden) die Prognose fürs Gesamtjahr nochmals heruntergedimmt hat. Dagegen sieht sich die Apobank für 2018 trotz IT-Umstellung auf Kurs.

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Linktipps

Gästeblog: Liegt das Heil der Banken wirklich im Plattform-Modell? Ralf Keuper ist da dezidiert anderer Meinung: Finanz-Szene.de

„Wir müssen uns auf das Extremszenario einstellen“: Wie Frankfurts Banken mit dem Thema Brexit umgehen. Spiegel Online

Kleiner Wissenstest: Können Sie aus dem Stehgreif 20 deutsche Factoring-Anbieter aufzählen (kleiner Tipp: alternativ können Sie auch einfach auf den frisch aufgepimpten Factoring-Überblick des „Paymentandbanking-Blogs“ klicken). PAB

Und wenn Sie, liebe Retailbanker, gerade dabei sind, Ihr Geschäft zu digitalisieren … hier ein paar Anregungen vom anderen Ende des großen Teichs. Denn so macht es JP Morgan: CB Insights

Klickfavorit

… war gestern der Blog-Eintrag von Lendstar zur eigenen Insolvenz. Lendstar-Blog

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