30/10/18: Sewings „Bullshit“-Ausraster, Dt. Börse glänzt in Q3, LBBW gegen Großfusion

Das „Basta“ des Deutsche-Bank-Chefs heißt „Bullshit“

Wenn die Deutsche Bank ein Zitat ihres Vorstandschefs einfangen muss – dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Zeiten ungemütlicher werden. Das war damals bei Ackermann so, der angeblich gesagt hatte, er würde sich „schämen“ Staatshilfe anzunehmen (während die Bank darauf beharrte, er habe „Es wäre eine Schande“ gesagt). Und das war gestern Vormittag so, als die Meldung kursierte, Christian Sewing hätte die Gerüchte über eine Fusion mit der Commerzbank als „Bullshit“ bezeichnet. Tatsächlich soll es wohl so gewesen sein, dass der Deutsche-Bank-CEO bei einer Telefonkonferenz mit Führungskräften weder die Idee als solche noch die Spekulationen darüber mit dem Kraftausdruck belegt hat – sondern den Umstand, dass einige seine Leute geneigt sind, die Fusionsgerüchte als Ausrede für ihre eigene schwache Performance zu nehmen (was der Jäger Sewing so gar nicht abkann). Also alles halb so wild. Die Moral von der Gschicht? Die ersten 200 Tage im Amt haben den obersten Deutschbanker offenbar ein bisschen dünnhäutig werden lassen. Wer will es ihm verdenken? Financial Times (Paywall), FAZ, Manager Magazin, Süddeutsche

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News

Die Deutsche Börse hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal um rund 20% auf 395 Mio. Euro gesteigert: … was nicht verwundert, wenn man bedenkt, was da draußen zuletzt an den Märkten los war. n-tv

Nachdem das Wealth Management der Berenberg-Bank binnen nicht einmal 12 Monaten schon den zweiten Co-Chef bzw. die zweite Co-Chefin verloren hat (erst Oliver Holtz, nun Angela Müller-Valkyser), soll der verbliebene Chef Dirk Wehmhöner die Sparte künftig alleine führen. Private Banking Magazin

Hauck & Aufhäuser startet Edel-Robo: Das Angebot heißt „Zeedin“, folgt dem Hybridansatz (also mit menschlicher Beratungskomponente), hat eine Einstiegshürde von 50.000 Euro, wurde gebaut mithilfe des Schweizer Fintechs Crealogix – und ist, wenn wir uns nicht verzählt haben, bereits der zweite digitale Vermögensverwalter unter dem Dach der Frankfurter Privatbank. Oder gehört Easyfolio nicht mehr zu Hauck & Aufhäuser? Extra-Funds, Pressemitteilung

That’s not news

Wie immer dienstags ein kurzer Überblick über die Nachrichten vom Wochenende:

  • Anders als wir letzte Woche unter Verweis auf den „Spiegel“ berichteten, hat sich nun doch nicht PwC das Wirtschaftsprüfungsmandat bei der Deutschen Bank gesichert sondern Ernst & Young. Börsen-Zeitung
  • Der DSGV-Präsident ist für seine Pläne einer neuen Super-Sparkassen-Landesbank (aus Helaba, NordLB, LBBW, Deka und Berlin Hyp) gleich mal ordentlich abgewatscht worden: „Träumen Sie weiter, Herr Schleweis“, schreibt Kollege Wittkowski in der „Börsen-Zeitung“ (Paywall), während Kollegin Schreiber von der „Süddeutschen“ meint, die Idee sei „zum Scheitern verurteilt“. (diejenigen, die das Ganze letzte Woche geleakt haben, werden es gerne lesen)
  • Dazu passt, dass sich zwei der drei LBBW-Eigner (nämlich das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart) gleich mal gegen die Pläne stellen: … womit wir aber keineswegs insinuieren wollen, dass in Schwaben das Leak zu suchen sei. dpa/onvista, Handelsblatt (Paywall)
  • Der gefühlte Postbank-Chef Frank Strauß (der ja eigentlich längst Chef der neu geschaffenen Deutsche-Bank-Privatkunden-Einheit ist) hat in einem „FAS“-Interview einen Satz gesagt, der sich fast so liest, als müssten sich die Kunden auf weitere Gebührenerhöhungen gefasst machen: „Der deutsche Markt normalisiert sich, überall führen Banken – auch die Direktbanken – Gebühren für Girokonten ein.“ FAZ

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Linktipps

Ein Blick in das „Archiv bankbetriebswirtschaftlicher Forschung“ zeigt: Auch vor 30 Jahren wurde den Banken schon vorgeworfen, dass es ihnen an Innovationskraft mangelt – und übrigens auch damals schon zu Recht, findet unser Blogger-Kollege Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Sind die Robo-Adviser so rational, wie es ihre Programmierer glauben machen wollen? Nicht unbedingt, sagt DZ-Bank-Vordenker Dirk Elsner (und auch, wenn Elsner es nur andeutet: Vielleicht ist das ja ein Grund, warum die meisten digitalen Vermögensverwalter hierzulande bislang nur Kleckerbeträge einsammeln). Capital

Wie funktioniert Near-Field-Communication? Teil 3 der kleinen Erklärbär-Serie von Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. mobile-zeitgeist.com

Warum Warren Buffett erstaunliche 600 Mio. Dollar (!) in zwei Fintechs investiert: … von denen freilich keines aus Deutschland kommt, sondern eines aus Brasilien und eines aus Indien. WSJ.com, Marketwatch

Suche Kunden, biete Job: Beim britische N26-Pendant Revolut müssen sich Bewerber den Arbeitsvertrag angeblich erst einmal verdienen. Finews

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Mini-Analyse „Vier Gründe, warum der neue DWS-Chef um seinen Job nicht zu beneiden ist“. Finanz-Szene.de

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