Newsletter 22/11/17: Coba zu Bafin-Buße verdonnert, Deutsche Bank öffnet Zinsmarkt, Wie viel Scalable wert ist

Exklusiv: Bafin verdonnert Commerzbank wegen Kontowechsel-Pannen zu Geldbuße

Peinlicher Vorgang für die Commerzbank: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ ist das zweitgrößte deutsche Geldinstitut von der Bafin zu einer Geldbuße verdonnert worden. Der Grund: Technische Pannen bei der Kontowechselhilfe. Laut Schilderungen von Insidern monierten die Aufseher, dass es der Commerzbank – anders, als seit Herbst 2016 gesetzlich vorgeschrieben – in einer Reihen von Fällen nicht gelungen sei, den Wechsel des Girokontos innerhalb von zwölf Tagen abzuwickeln. Stattdessen habe das Prozedere teilweise bis zu vier Wochen gedauert. Die Vorkommnisse werfen nicht nur auf die Commerzbank ein schlechtes Licht – sondern auch auf den Kontowechsel-Dienstleister Fino. Lesen Sie hier die weiteren Details:

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Scalable Capital ist jetzt mehr als 150 Mio. Euro wert

Scalable Capital zählt nach dem Einstieg des US-Vermögensverwalters Blackrock zu den wertvollsten deutschen Fintech-Startups – das geht aus Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ auf Basis jüngst veröffentlichter Handelsregister-Einträge hervor. Bei der Finanzierungsrunde im Frühjahr waren nach offiziellen Aussagen 30 Mio. Euro in den Münchner Robo-Advisor geflossen. Laut Handelsregister erhöhte sich im Zuge der Funding-Maßnahme das Stammkapital um 30.000 Euro auf nunmehr 153.759 Euro. Daraus ergibt sich für Scalable Capital nun eine Post-Money-Bewertung von gut 150 Mio. Euro. Lesen Sie hier weitere Details – und welche fünf anderen deutschen Finanz-Startups ebenfalls auf eine dreistellige Millionenbewertung kommen. Finanz-Szene.de

News

Exklusiv: Deutsche Bank öffnet „Zinsmarkt“ für alle Kunden: Bis gestern war die Einlagenplattform – eines der digitalen Prestigeprojekte des größten deutschen Geldhauses – lediglich für die Klientel des hauseigenen Online-Brokers Maxblue zugelassen. Nun hat die DBank das Tool (ohne dies öffentlich mitzuteilen) offenbar für sämtliche Kunden zugänglich gemacht. Sinn des „Zinsmarkts“ ist es, Spareinlagen bei Geldhäusern zu parken, die höhere Zinsen bieten als die Deutsche Bank selbst. Allerdings machen bislang nur zwei Institute mit, nämlich die Deutsche Pfandbriefbank und die französische Money Bank. Website

HVB startet Instant-Pressemitteilungs-Angebot: Kaum dass die Echtzeit-Zahlungsplattform der Eba Clearing gestern freigeschaltet war, landete in unserem Postfach auch schon die Nachricht, die HVB habe „als erste Bank im deutschen Markt“ ihr Instant-Payments-Angebot gestartet. Konkret sei eine „Zahlung von Deutschland nach Italien ausgeführt worden“. Ob es sich dabei um die Dividende für die Unicredit handelte, blieb unklar. HVB-Presse 

„Cover your ass“: Zur Abwechslung hat es gestern mal nicht die Deutsche Bank oder JP Morgan erwischt – sondern Christel Augenstein, die ehemalige Oberbürgermeisterin von Pforzheim, die wegen verlorener Zinswetten (bzw.: wegen Untreue) zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Süddeutsche Zeitung

Robos? ETFs? Pfffffffffffff: Die Dekabank hat ihr Neunmonats-Ergebnis um 18 Prozent auf 412 Mio. Euro gesteigert. Dazu trugen vor allem die guten Absatzzahlen bei Fonds und Zertifikaten bei. Reuters

Fonds? Zertifikate? Mmmhhh …: Bei der Helaba hat sich das Neunmonats-Ergebnis um 9 Prozent auf 381 Mio. Euro verschlechtert. Dazu trug vor allem der deutliche Rückgang beim Zinsüberschuss bei. Reuters

Erste deutsche Crowd-Plattform pleite: Erwischt hat es den Berliner Anbieter Innovestment. Gründerszene

Beyond .de

Kleine Großbanken erhalten mehr Zeit für MREL-Puffer: Das berichtet zumindest „Reuters“. Betroffen sind jene rund 35 bis 40  Euro-Zonen-Banken, die zwar nicht global systemrelevant sind (wie die Deutsche Bank, die den Puffer bis 2019 bilden muss), deren Abwicklung im Krisenfall aber dennoch zu Verwerfungen führen könnte. HB/Reuters

Und wo wir schon mal beim Thema sind: Die Deutsche Bank hat es erneut auf die Liste der wichtigsten (vulgo: gefährlichsten) Institute der Welt  geschafft. Noch systemrelevanter ist allerdings  JP Morgan – während die Chinesen kräftig aufholen. Hier das Ranking (und die mit der Platzierung verbundenen Kapitalauflagen) auf einen Blick: PDF

Paypal bietet seinen US-Nutzern Robo-Investing an: Dafür kooperiert der Payment-Riese mit einem Fintech namens Acorns Grow Finextra

Lesetipps

Warum es sich auch in Frankfurt gut leben lässt: Ein US-Banker erläutert die Vorzüge der Main-Metropole gegenüber Paris. efinancialcareers

Gesucht: Steuerzahler, der ungefähr weiß, was die MA Risk ist: Nach der erzwungenen Demission von Georg Fahrenschon suchen die Sparkassen nach einem neuen Cheflobbyisten. Das Problem: Die, die es vielleicht könnten, wollen nicht so richtig. Süddeutsche Zeitung

Mehr Karten, als das Portemonnaie Schlitze hat: Die Macher des Paymentandbanking-Blogs erklären, wie sie selber es mit Payment und Banking halten. PAB-Blog

Klickfavorit

… war gestern der Überblick über den deutschen Robo-Markt. Investabel

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… dieser Newsletter das wirklich Wichtige und Aktuelle aus der Bankenszene bringt, insbesondere (aber nicht nur) zum Thema Digitalisierung. Zudem ist er nicht so dröge geschrieben wie manch anderer Blog.“

Gerhard Kebbel, Bereichsleiter Strategieprojekt Digitalisierung bei der Helaba

(Hinweis: In dieser und den nächsten vier Wochen erklärt täglich ein Leser, warum er „Finanz-Szene.de“ liest. Die Serie ist auf 20 Ausgaben begrenzt)