An uns (den Medien), liebe Deutsche Bank und liebe DWS, hat es ganz sicher nicht gelegen …

Von Heinz-Roger Dohms

Wenn die Deutsche Bank aus dem IPO-Prozess der DWS irgendetwas Positives mitnehmen kann – dann, dass es an medialem Rückenwind (von wem auch immer der gesät wurde) nicht gemangelt hat. Das begann mit der Geschichte, die DWS sammle „wieder kräftig Kundengeld ein“ (HB, 25.1.) – dabei reichten die 2017-Zuflüsse bei weitem nicht aus, um die 2016er-Abflüsse zu kompensieren.

Weiter ging es mit der Story, Nippon Life wolle sich mit „annähernd 10%“ an der DWS beteiligen  (FAZ, 6.3.); letztlich waren es dann doch nur 5%. Schön auch: „Blackrock könnte sich an DWS-Börsengang beteiligen“ (HB, 6.3.). Oder: Orderbücher „wenige Stunden nach Beginn der Zeichnungsfrist bereits gefüllt“ (BÖZ, 15.3.). Der Höhepunkt dann diese Woche, als Reuters, BÖZ, HB und FAZ quasi parallel  von einer (deutlichen) „Überzeichnung“ der Emission berichteten.

Dabei kam nur wenige Stunden später der Moment, in dem Finanz-PR auf Wirklichkeit traf. Preisspanne: 32 bis 33 Euro. Maximaler Emissionserlös: 1,65 Mrd. Euro (statt der angestrebten 2,0 Mrd. Euro). Das mag unterm Strich okay sein. Aber es klafft doch eine gefühlte Lücke zwischen dem, was wochenlang zu lesen war, und dem, was jetzt ist.