Analyse: Outbank – Das momentan delikateste deutsche Fintech

Von Heinz-Roger Dohms

Eine neue Chefin, ein nur halb ausgeschiedener Gründer – und zwei Investoren mit Promi-Faktor: Die Konstellation beim Multibanking-Fintech Outbank ist durchaus delikat. Eine Skizze der Gemengelage in fünf Punkten.

1.) Seit April firmiert Anya Schmidt als Outbank-Chefin. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen erklärte sie gleich mal das maßgeblich von ihrem Vorgänger Tobias Stöger ersonnene Geschäftsmodell für gescheitert.

2.) In besagtem „Die Outbank-Chefin erklärt ihr Geschäftsmodell für gescheitert“-Interview bei „t3n“ fiel Schmidt zum Ancien Regime des Firmengründers Stöger folgende Formulierung ein: „Das war praktisch eine One-Man-Show. Inzwischen sind wir aber an einem Punkt, wo wir uns ernsthaft um die Skalierung, Internationalisierung und Monetarisierung kümmern müssen. Und als Entwickler hat sich Tobias nicht gut damit gefühlt, diese Verantwortung zu übernehmen.“

3.) Ob sich Stöger mit der Verantwortung wirklich „nicht gut fühlte“, sei mal dahingestellt. Tatsache allerdings ist, dass Stöger zwar operativ nicht mehr tätig, allerdings weiterhin Schmidts größter Anteilseigner ist. Das lässt sich dem Handelsregister entnehmen. Laut der jüngsten einsehbaren Gesellschafterliste besitzt Stöger immer noch 21.134 der insgesamt 54.058 Anteile.

4.) Was die Gemengelage noch verkompliziert: Bei Outbank mischen auch zwei der prominenten deutschen VC-Investoren mit. Der eine ist Klaus Hommels (dessen Beteiligungsvehikel Lakestar laut Handelsregister 19.411 Anteile hält), der andere Frank Thelen. Letzterer ist momentan übrigens durch die Vox-Sendung „Die Höhle des Löwen“, in der er den TV-VC gibt, arg eingespannt.

5.) Und als wäre das alles noch nicht genug, dient sich Outbank nun auch noch der Berliner Quirin-Bank an, wie Finanz-Szene.de vergangene Woche berichtete.

Wie gesagt, durchaus delikat. Fortsetzung folgt.