30/11/18: Der Corleone der Dt. Bank, Amazon + Barzahlen, Finleaps treue Vasallen

Wird Christian Sewing zum Michael Corleone der Deutschen Bank?

Gestern Morgen laufen plötzlich drei in dieser Kombination maximal toxische Stichwörter über die Ticker: Deutsche Bank, Razzia, Geldwäsche. Man denkt: Danske! Dann denkt man: Nee, eher Russland. Und dann erfährt man: Panama Papers. Ach ja, Panama! Da war ja auch noch was. Die Aktie? Geht gleich mal 3% runter. Erholt sich über den Mittag. Geht dann wieder runter. Weil: Inzwischen läuft über die Ticker, dass die inkriminierten Vorfälle bis ins Jahr 2018 reichen. Uff. Jedenfalls: Der beste journalistische Kenner der Deutschen Bank, „Spiegel“-Redakteur Tim Bartz, hat gestern eine erhellende Analyse verfasst. Sie beginnt mit einem ebenso gewagten wie reizvollen Vergleich: Dem größten Geldhaus des Landes ergehe es wie Michael Corleone im dritten Teil des Paten. Immer wenn es aussehe, als könne die Bank ihre Vergangenheit abschütteln, werde sie von selbiger eingeholt. Wie die Analyse endet? Mit Paul Achleitner, dem Mann, der jetzt schon so lange die Altlasten bekämpft, dass man sich fragt, ob er selber nicht längst eine der größten Altlasten ist. Sehr lesenswert: Spiegel Online

Weitere Link-Tipps zur Razzia bei der Deutschen Bank:

  • Für diejenigen, die die News als solche noch nicht gelesen haben: Reuters
  • Für diejenigen, die mehr über die Hintergründe (speziell: die Rolle der Deutschen Bank in den „Panama Papers“) erfahren wollen: Süddeutsche
  • Die gestrige Razzia kommt insofern überraschend, als die Bafin die deutschen Banken (und: die Deutsche Bank) im Januar von gravierenden geldwäscherechtlichen Verfehlungen im Kontext der „Panama Papers“ sozusagen freigesprochen hatte. Lesen Sie hier die Dokumentation der entsprechenden Passage aus der Neujahrsansprache von Bafin-Präsident Hufeld: Finanz-Szene.de
  • Mal sehen, ob die Staatsanwälte dem wieder mal großen Buhei diesmal auch Ergebnisse folgen lassen. Börsen-Zeitung
  • Von Zinsskandal bis Geldwäsche – Wo die Deutsche Bank überall Ärger hat. Reuters/FAZ

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Von Signal Iduna bis zur SBI Group: Immer mehr große Investoren hängen sich an Finleap ran

Kann es sein, dass da jemand unseren treudoofen Newsletter als Glücksbringer missbraucht? Denn: Immer wenn wir eine Folge unseres „großen Finleap-Checks“ abfeuern, kommt der Berliner Fintech-Inkubator am nächsten Tag mit einer fetten Finanzierungsrunde ums Eck. Gestern also: 23 Mio. Euro für das Finleap-Insurtech Element. Die Details der Runde finden Sie unten hinter dem Link. Hier aber schon mal drei  Beobachtungen: 1.) Wieder kommt ein Teil des Gelds aus Asien; 2.) Sämtliche große Insurtech-Fundings hierzulande pendeln irgendwo zwischen 20 und 25 Mio. Euro; wann geht’s mal drüber hinaus? Und 3.) Es gibt inzwischen eine ganze Reihe prominenter Namen, die bei Finleap regelmäßig als Co-Investoren auftauchen. Einer davon ist die Signal Iduna (investiert bei Finleap selber und bei Element); ein anderer ist Talanx bzw. die Hannover Re (Finleap, Elinvar, Perseus); ein dritter ist die japanische SBI Group (Finleap, Solarisbank, Element). Und ein vierter der Münchner VC Yabeo (Finleap, Clark, Solarisbank, Pair Finance). Ganz schön treue Vasallen, die sich Finleap da herangezüchtet hat. Finanz-Szene.de

News

Die Berliner Volksbank scheint im Fintech-Rausch zu sein. Nur mal ein Blick auf die Nachrichten aus dieser Woche: Die Solarisbank macht was mit „KYC für Geschäftskunden“ – die Berliner Volksbank ist unter den Pilotpartnern. Das Verbriefungs-Fintech Acatus geht an den Start – die Berliner Volksbank ist unter den Investoren. Wir haben mal im Bundesanzeiger nachgeschaut, ob der Venture-Arm des hauptstädtischen Geno-Instituts einen eigenständigen Jahresabschluss veröffentlich. Ja, tut er. Und in der Tat: Da ist fein säuberlich aufgelistet, an welchen Fintechs und in welcher Höhe die Berliner per 31. Dezember 2017 so alles beteiligt waren. Einige prominente Namen darunter. Voilà: Finanz-Szene.de

Eigentlich wollten wir Sie nächsten Dienstag mit der Geschichte überraschen, dass das Berliner Fintech Barzahlen mit Amazon kooperiert (weil Barzahlen nämlich der technische Dienstleister hinter dem Amazon-Service „Vor Ort aufladen“ zu sein scheint. Das darf das Startup zwar so nicht offiziell kommunizieren, allerdings findet sich das Amazon-Logo seit ein paar Wochen schon als Referenz auf der Barzahlen-Website). Jedenfalls: Dooferweise ist uns das „Handelsblatt“ gestern Abend mit der Geschichte zuvorgekommen. Heißt erstens, dass wir ausgescooped wurden, was nie schön ist. Und zweitens, dass wir uns selber den freien Montag streichen müssen, was noch unschöner ist. Handelsblatt (Paywall)

Und noch zwei Kurzmeldungen: Im Zuge des Brexits sollen Bank-Assets im Umfang von rund 800 Mrd. Euro nach Frankfurt fließen, das meiste davon im ersten Quartal 2019, glauben die Lobbyisten von Main Finance (Welt/Bloomberg) +++ Die Postbank geht als erste große deutsche Bank ein „Gebührenfrei-Geldabheben-Bündnis“ mit dem freien Geldautomaten-Betreiber Cardpoint ein (Pressemitteilung)

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Gästeblog

Warum die Payment-Pläne des Handels zum Scheitern verurteilt sind: Wer dominiert in Zukunft den Bezahlvorgang am stationären Point of Sale?  Weiterhin die Banken? Oder Google Pay bzw. Apple Pay? Weder, noch!, heißt es nun aus dem deutschen Einzelhandel. Der nämlich arbeitet mit  „Hippos“ („Händler-initiiertes Instant Payment am POS“) an einer eigenen Bezahllösung für die Ladenkasse. Ulrich Binnebößel hat die Initiative gestern an dieser Stelle vorgestellt. Heute nun folgt die Replik des Payment-Experten Rudolf Linsenbart. Dessen These: Der Kunde hat nichts von Hippos – und darum hat Hippos keine Chance: Finanz-Szene.de

Linktipps

Wer Janosch liest, der weiß, dass der Fuchs ein Freund der Gans ist:  Mussten wir dran denken, als wir die Überschrift „Die Digitalisierung ist ein Freund der Sparkassen“ lasen. Hier der ganze Artikel (bei dem es sich im Kern um eine Nachbetrachtung des jüngsten FI-Forums aus sektoreigener Perspektive handelt): Sparkassen-Zeitung

Was können eigentlich Bluecode und Vimpay, die beiden alpenländischen Mobile-Payment-Fintechs, die irgendwie auch in Deutschland versuchen Fuß zu fassen? Rudolf Linsenbarth hat die beiden Apps getestet. IT-Finanzmagazin (hier Vimpay, hier Bluecode)

Vermutlich täte N26 gut daran, mit seinem US-Start langsam mal zu Potte zu kommen – denn: Auch in Amerika gibt es mittlerweile eine Vielzahl spannender (und schnell wachsender und gut finanzierter) Challenger-Banken. Zum Beispiel Chime. New York Times

Klickfavorit

… war gestern der zweite Teil unseres großen Checks „Wie gut sind die Finleap-Ventures wirklich“? Finanz-Szene.de

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